Die Olympia-Awards gehen an...

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Mit gütigem Blick schaut der Cristo Redentor, die Christus-Statue am Corcovado, auf sein Rio de Janeiro herab.

Das Wahrzeichen der Millionen-Metropole bekam in den vergangenen Wochen jede Menge Highlights und auch Lowlights zu sehen.

LAOLA1 kürt zum Abschluss der XXXI. Sommerspiele die herausragendsten und schlimmsten Momente mit seinen Olympia-Awards. Diesmal in Form von metaphorischen Cristo-Redentor-Statuen:

 

...für die herausragendste Leistung: Wayde van Niekerk
Was war das für ein Weltrekord?! Der 24-Jährige trommelte auf der Außenbahn des 400m-Finals sagenhafte 43,03 Sekunden herunter, womit er den 17 Jahre alten Rekord von Michael Johnson auslöschte. Noch nie zuvor bewältigte ein 400m-Läufer die 100m unter zehn und die 200m unter zwanzig Sekunden.

...für das kitschigste Märchen: Rafaela Silva
Bis zum fünften Tag musste Gastgeber Brasilien auf seine erste Goldene warten. Dann holte diese mit Rafaela Silva eine junge Frau, die ausgerechnet aus einer der vielen Favelas von Rio stammt. Der Judo-Sport hatte sie einst von der Straße geholt und vor einem Schicksal im Drogen- und Waffenhandel bewahrt. Nun hat die 24-Jährige den Olymp erklommen und somit das Märchen vollendet.

...für die dümmste Aktion: Ryan Lochte
"Einen Lochte bauen" hat durchaus das Potenzial, in den alltäglichen Sprachgebrauch überzugehen. Was der gefeierte US-Star, der in Rio ohne Einzel-Medaille blieb, und seine Schwimmer-Kollegen Jack Conger, Gunnar Bentz und Jimmy Feigen aufgeführt haben, war auch tatsächlich zum Schämen. Nachdem das Quartett betrunken in einer Tankstelle randalierte, gaben sie an, überfallen worden zu sein. Der Schwindel flog auf, weshalb sich Lochte sowie der Verband für den an Peinlichkeit kaum zu überbietenden Vorfall nun entschuldigten. Die "New York Post" meint, das diese Tat genau das verkörpere, was die Welt an Amerika hasst.

...für das Unwort dieser Spiele: "Olympia-Tourist"
Die Spiele in Rio hatten noch nicht einmal so richtig begonnen, da hatte der bösartige Sager schon wieder Hochkonjunktur. Als dann große österreichische Printmedien auch noch von sich angeblich im Ö-Haus gratis labenden und die Stadt genießenden Olympia-Versagern schrieben, spitzte sich die Situation drastisch zu. Österreichs Athleten reagierten angesichts ihrer jahrelangen Entbehrungen für die Rio-Qualifikation zurecht mit Unverständnis.

...für das unfairste Olympia-Publikum: Brasilien
Stimmung und Party machen haben die Brasilianer zweifelsohne drauf. Doch wehe, es tritt einer gegen einen der Ihrigen an. Dem wird ein gellendes Pfeif- und Buh-Konzert zuteil. Ohne Gnade oder Fairness-Gedanken. Der Tiefpunkt dabei war das Finale im Stabhochsprung, in dem sich Favorit Renaud Lavillenie (FRA) vom Publikum letztlich aus seiner Konzentration bringen ließ und hinter Thiago Braz da Silva (BRA) nur Silber holte.

...für die besten Abgänge dieser Spiele: Usain Bolt und Michael Phelps
Es sollten ihre letzten großen Auftritte bei Olympia werden - und beide hielten, was sie versprachen. Die beiden schnellsten Menschen zu Land und zu Wasser sorgten in Summe mit acht Gold-Medaillen für jede Menge großer Momente in Rio. Die beiden Publikums-Magnete zelebrierten ihre letzten Auftritte auf der großen Bühne regelrecht. Die Sportwelt sagt: Danke!

...für die schrecklichsten Bilder: Ait Said und Van Vleuten
Die erste Olympia-Woche war nichts für Zartbeseitete. Die Bilder vom verheerenden Unterschenkelbruch des Turners Samir Ait Said ließen niemanden kalt. Bereits drei Tage später unternahm der 26-jährige Franzose im Krankenhaus von Rio schon wieder erste Geh-Versuche und verspricht eine Medaille in Tokio. Ähnlich schrecklich der Unfall der Annemiek van Vleuten. Die niederländische Radfahrerin kam im Straßenrennen schwer zu Sturz, zog sich Knochenabsplitterungen an der Lendenwirbelsäule sowie eine schwere Gehirnerschütterung zu. Nach einigen Tagen mitunter auf der Intensivstation konnte die 33-Jährige das Krankenhaus wieder verlassen.

...für die beste Partyzone: Das Österreich-Haus
Wenn es schon sportlich haperte, so war Österreich zumindest im Feiern Medaillen-trächtig. Insgesamt 75.000 Besucher wurden im Klubhaus von Botafogo in den vergangenen 17 Tagen gezählt. Die Schlange vor dem Eingang reichte täglich um zwei Häuser-Ecken herum - unfassbar! Für Österreichs Fremdenverkehrs-Werbung war Rio somit auf alle Fälle ein Gewinn.

...für das beste Happy-End: Brasiliens Teams
Dass die Brasilianer aufgrund der prekären Wirtschaftskrise den Spielen mit Vorbehalten gegenüberstanden, drückte ein klein wenig auf die Stimmung. Zu welchen Begeisterungsstürmen sie tatsächlich fähig sind, zeigte sich erst an den beiden Schlusstagen, als die Finals im Fußball (im Elfmeterschießen gegen Deutschland) und Volleyball (3:0 gegen Italien) gewonnen wurden. Das Maracana und das Maracanazinho drohten, regelrecht zu explodieren. Es war, als hätten sich die Brasilianer zu guter letzt dann doch noch vollends in ihre Spiele verliebt.

...für die Newcomerin dieser Spiele: Simone Biles
Die 19-Jährige avancierte zu DEM Star der Turn-Bewerbe. Die US-Amerikanerin holte Gold im Sprung, auf dem Boden, im Mehrkampf und mit der Mannschaft sowie Bronze auf dem Schwebebalken. Bei den Bildern von ihr darf Newtons Gravitations-Theorie ernsthaft in Frage gestellt werden.

...für den besten Medaillensammler: Michael Phelps
Und zum Abschluss noch einmal Phelps. Der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten führte auch in Rio den Sportler-Medaillenspiegel mit fünf Goldenen und einer Silbernen an. Dahinter folgte mit seiner Landsfrau Katie Ledecky (4/1/0) eine weitere Schwimmerin. Dritte ist die schon genannte Simone Biles (4/0/1).

 

Reinhold Pühringer aus Rio de Janeiro

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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