Horst kritisiert Bezeichnung "Olympia-Tourist"

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Alex Horst und Clemens Doppler ziehen eine Olympia-Bilanz - und äußern sich dabei kritisch über die Berichterstattung.

Ein Wort stößt besonders Alex Horst sauer auf: "Für mich ist die Bezeichnung Olympia-Tourist nicht in Ordnung. Wenn sich jemand in direkten Duellen gegen viele andere Nationen oder über Zeitlimits qualifiziert, gehört er zu den besten der Welt und hat es verdient, bei den Spielen anzutreten. Egal, ob er dort in der ersten Runde ausscheidet oder Fünfter wird."

"Dann wäre Olympia eine kurze Angelegenheit"

In der Aussendung des Duos heißt es dazu weiter: "Ein frühes Aus ist weder peinlich noch sonst irgendwas, die Leistungen liegen in allen Sportarten wirklich eng beieinander. Natürlich erhofft sich jeder bei den Olympischen Spielen eine Medaille, aber den Meisten bleibt dieser Wunsch unerfüllt."

Für den 32-Jährigen geht die Diskussion an der Realität vorbei: "Wenn nur noch Sportler mit einer sehr hohen realistischen Medaillenchance als echte Profis bezeichnet werden und bei den Spielen antreten, dann werden bald nur mehr eine Handvoll Athleten starten - z.B. im 100-m-Sprint nur mehr die Top-Fünf-Läufer, da die anderen nicht so schnell sind und daher für den Sieg nicht infrage kommen. Doch dann blieben alle Überraschungen aus und die Olympischen Spiele wären eine kurze Angelegenheit."

Doppler verweist auf internationale Dichte

Auch der noch in Rio weilende Doppler nahm zum Olympia-Abschneiden nochmals Stellung: "Natürlich haben wir das Ziel Medaille verpasst. Aber wir können und dürfen mit der gezeigten Leistung nicht gänzlich unzufrieden sein. Wir haben an der Copacabana zwei Spiele gewonnen, darunter - als bis jetzt Einzige - Alison/Bruno auf ihrem Heimcourt vor lautstarken brasilianischen Fans in die Knie gezwungen. Die sind die Nummer eins der Welt und stehen jetzt im Finale."

Laut Doppler sei die Weltspitze momentan so breit und ausgeglichen, dass viele Komponenten über Sieg und Niederlage entscheiden. "Nicolai/Lupo, gegen die wir die letzten drei Duelle gewonnen haben, sind nur als Lucky Loser aus der Gruppe gekommen und stehen jetzt trotzdem verdient im Finale. Alles ist möglich!"

Zur allgemeinen Stimung postet Doppler kritisch:

"Ich kann nicht verlieren"

Auch Horst zeigte sich wegen der verpassten Medaille enttäuscht: "Ich hätte mir nichts mehr gewünscht, als hier eine Medaille zu gewinnen. Ich kann nicht verlieren und werde dies wohl bis zum Ende meiner Karriere nicht mehr lernen."

Das Aus nagt noch immer: "Achtelfinale ist natürlich nicht schlecht, aber gegen die Kubaner hat die Leistung nicht gepasst."

"Medaillen fallen nicht vom Himmel"

Coach Robert Nowotny meinte: "Das Binnenland Österreich war mit zwei Teams beim olympischen Beachvolleyball-Turnier dabei, beide haben es direkt ins Achtelfinale geschafft. Das hätten wir ohne Fördermittel von Rio2016 nicht realisieren können. Die Investitionen in die sportliche Infrastruktur der Athleten waren sehr wichtig und sind eigentlich nicht mehr wegzudenken. Jetzt können wir endlich mit großen Sport- und Volleyballnationen mithalten und ihnen auf Augenhöhe begegnen. Medaillen fallen jedoch nicht vom Himmel, so wie Athleten nicht wie Schwammerl aus dem Boden schießen."

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