Obernosterer und Baldauf um historische Siege

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Am Donnerstag startet Österreichs Badminton-Duo David Obernosterer (13:25 Uhr MESZ) und Elisabeth Baldauf (16:20 Uhr) in seine ersten olympischen Spiele.

Obernosterers harte Auslosung beschert ihm gleich ein Duell mit Dan Lin, dem Goldmedaillen-Gewinner von Peking und London. "Ich denke, es hätte nichts Besseres passieren können, als gleich gegen ihn zu spielen. Dafür habe ich seit Jahren trainiert", sagt der Vorarlberger.

Baldauf startet gegen die Taipeh-Chinesin Tai Tzu Ying.

Die Weltranglisten-Achte ist ebenfalls Favoritin ihrer Gruppe, die neben Baldauf (WRL 70) von der Russin Natalia Permanova (47) komplettiert wird.

Obernosterer (68) bekommt es neben Dan Lin (3) auch mit Tien Minh Nguyen aus Vietnam (33) und Vladimir Malkov aus Russland (61) zu tun. Der Sieger dieser Vierer-Gruppe hat den Vorteil eines Freiloses im Achtelfinale.

Ein Sieg wäre schon historisch

Die nächste Runde ist aber weder für den männlichen Vertreter, noch die weibliche Vertreterin in rot-weiß-rot das primäre Ziel. Wie auch die Rankings verdeutlichen, sind Obernosterer und Baldauf Underdogs.

"Ich will gegen die Besten spielen, daraus lernen und auch versuchen, sie zu fordern. Wer weiß, wenn alles aufgeht, rechne ich mir in jedem Spiel eine Chance aus", gibt sich Obernosterer unmittelbar vor dem Wettkampf gegenüber der APA auch angesichts der Auslosung recht kämpferisch.


Diese beiden Herren trifft das Badminton-Duo oft im Trainingszentrum:

(Artikel wird unterhalb fortgesetzt)


Baldauf würde schon mit einem einzigen Sieg Historisches schaffen. Denn noch nie gewann eine Österreicherin eine Badminton-Partie bei Olympischen Spielen. Auch die Herren sind seit Hannes Fuchs 1996 erfolglos.

"David hat heuer auch schon gegen den European-Games-Sieger gewonnen, also es gibt Tage, wo man schon etwas herausholen kann", ließ sie vor einem knappen Monat bei der Einkleidung des Olympia-Teams wissen.

Zittern um die Qualifikation

Schon die gemeinsame Qualifikation ist ein irrsinniger Erfolg für das privat liierte Paar aus Vorarlberg, das seit einiger Zeit aus sportlichen Gründen nach Wien übersiedelt ist und hier auch Studien betreibt.

Der 27-jährige Obernosterer studiert Betriebswirtschaftslehre, seine um ein Jahr jüngere Freundin Mathematik und Sport auf Lehramt. Beide Fortbildungen ruhen aber, seit die Rio-Vorbereitung in die heiße Phase ging.

"Die Qualifikation war eine Berg- und Talfahrt. Ich habe gut begonnen, dann war es Dezember und ich habe gemerkt: 'Okay, die Anderen holen doch etwas auf. Dann mussten Punkte her", erinnert sich Baldauf, die dank eines folgenden Turniersieges zuerst qualifiziert war, zurück.

"Wenn ich ehrlich bin, war es mir am Schluss sogar wichtiger, dass er es schafft, da war ich gar nicht so bei mir. Es war sicher immer ein Ansporn, dass wir es beide schaffen, das hat uns Energie gegeben."

Es braucht eine Trennlinie

Als Pärchen durch die Badminton-Welt zu touren, hat für die deiden in erster Linie Vorteile: "Wir sind das ganze Jahr gemeinsam unterwegs, haben das gelernt und können super damit umgehen. Mir hilft es sehr", so Baldauf.

"Es war in der Olympia-Quali ein riesiger Vorteil, dass man von den Erfahrungen des anderen profitieren konnte. So ist vieles schneller gegangen und wir haben Fehler nicht zweimal gemacht", pflichtet Obernosterer bei.

Natürlich gehöre auch ein wenig Organisation dazu: "Man muss auch darauf achten, dass die Beziehungsebene nicht zu kurz kommt und man das trennen kann. Man nimmt sich Zeit, genießt Dinge wie jedes andere Paar bewusst zusammen. Manchmal überschneidet es sich, aber es gibt schon eine klare Linie."

Das Schwierigste sei noch, gegeneinander zu trainieren: "Das ist immer ein bisschen 'tricky'. Man sagt schnell etwas, ist emotionaler, will helfen, immer etwas besser machen", gibt Baldauf mit einem Lächeln zu.

Windige Verhältnisse

Wie viele Kollegen anderer Sportarten haben auch die Badminton-Spieler in Rio schwierige Verhältnisse zu erwarten. 


Auch im Tischtennis sind die Verhältnisse nicht einfach:


"Ende November gab es ein Test-Event. Es war uns wichtig, schon in dieser Halle zu spielen. Die Windverhältnisse waren nicht ganz so einfach, in Europa spielt man nicht in so großen Hallen", sagt Baldauf.

"Dort läuft immer die Klimaanlage. Das ist schwierig für uns, weil der Ball instabil wird. Solange er konstant ist, ist es in Ordnung. Aber beim Test war das leider nicht so und der Wind auch noch in der Mitte des Spielfelds. Alle haben gejammert, auch die Stars."

Aus diesem Anlass haben die Verantwortlichen Windstromanalysen initiiert. Ob dem Problem Einhalt geboten wurde, bleibt abzuwarten. Obernosterer und Baldauf reisten jedenfalls schon Anfang August an, um sich wieder in der Halle und auf die Klima-Bedingungen einzugewöhnen.

"Die Temperaturen sind für den Körper ein großer Unterschied, aber wir sind es zum Glück gewöhnt, weil wir die Bedingungen letztes Jahr oft hatten. Ich habe auch schon bei 40 Grad auf den karibischen Inseln gespielt, da war das viel schlimmer", macht sich Obernosterer keine Sorgen.

So kurz, dass man die Temperaturen bald am Strand genießen kann, soll der Wettkampf aber letztlich nicht ausfallen.

 

Johannes Bauer

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