Polakow: Nach der Riesenwelle will er den Rekord

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Jason Polakow (AUS), der 44-jährige Big-Wave-Windsurfer aus Torquay in Australien, hat sich diese Woche in die 13 Meter hohen Wellen von Praia do Norte in Nazaré gewagt.

Es war der erste Versuch eines Windsurfers, diesen gewaltigen Spot an der portugiesischen Atlantikküste zu bezwingen, der 120 Kilometer nördlich von Lissabon liegt. Nun will der zweifache Windsurf-Weltmeister einen Weltrekord aufstellen und den Sport auf das nächste Level heben.

Ein Jahr lang studierte Jason Polakow die Welle, die bis vor einigen Jahren noch fast unbekannt war, und suchte sich ein Team zusammen, das für seine Sicherheit sorgen sollte. Erst dann fühlte er sich für die Herausforderung bereit: „Es ist meine große Leidenschaft, hohe Wellen zu jagen. Daher musste ich es einfach versuchen, nachdem ich so viele fantastische Bilder von Nazaré gesehen hatte.“

Polakow: "Nazaré war die schwierigste Welle"

Am Dienstag, 2. Februar 2016, waren die Bedingungen endlich ideal und der erfahrene Windsurfer konnte den Break bezwingen. „Ich habe schon alle großen Wellen auf der Welt geritten, aber ich muss sagen, dass Nazaré die schwierigste war. Die Wellen kommen aus vielen verschiedenen Richtungen gleichzeitig. Das macht es schwer, sie zu beurteilen und sie sicher abzureiten. Deshalb war die Sicherheit im Wasser meine Hauptsorge.

Es hat mir viel Selbstvertrauen gegeben, dass mir mit Andrew Cotton (GBR) und Hugo Vau (POR) zwei sehr erfahrene Surfer geholfen haben“, sagte der Australier nach fünf Stunden auf dem Wasser. „Diese Session war für mich ein großartiger Auftakt in Nazaré. Ich habe einige hohe Wellen erwischt. Da draußen war es schwierig, aber aufregend. Ich war voller Adrenalin. Das war auf jeden Fall einer der Höhepunkte meiner Karriere!“

Robbie Naish geschlagen

Der Australier etablierte sich bereits mit 18 Jahren als bester Windsurfer seines Landes und erlebte einen rasanten Aufstieg zur Weltspitze. Bereits in diesem Alter gewann Polakow 1990 jeden Event, an dem er teilnahm. Dabei schlug er auch Windsurf-Legende Robby Naish in dessen eigenem Hinterhof beim Maui World Cup Grand Slam. Am Ende der Saison war er Zweiter der Gesamtwertung. Ende der Neunzigerjahre konnte er dann zweimal den Titel gewinnen.

Danach verabschiedete Polakow sich allmählich aus der Wettkampfszene und wendete sich dem Big-Wave-Windsurfen zu. Er wollte die Natur in ihrer extremsten Form herausfordern und machte es sich in den letzten 10 Jahren zur Obsession, die größten und heftigsten Wellen der Welt zu suchen.

Nazaré wird von einem imposanten Kliff mit einem Leuchtturm flankiert und liegt an der Spitze einer tiefen Schlucht. Diese bildet einen Trichter für die gewaltigen Wellen des Nordatlantiks, die hier nahe an der Küste brechen. Der Swell kann Wellenberge von bis zu 30 Meter Höhe bilden – das sind zehn Stockwerke. Im Winter treffen sich hier jedes Jahr die besten Big-Wave-Surfer der Welt. Jason Polakow ist der erste Windsurfer, der sich in diese legendären Brecher gewagt hat.

Nun hat er sich das nächste Ziel gesetzt: Polakow will einen neuen inoffiziellen Weltrekord im Big-Wave-Windsurfen aufstellen. Momentan steht dieser bei zirka 18 Meter (60 Fuß) und wurde in Jaws auf Maui/Hawaii aufgestellt. „Ich habe immer gedacht, dass Jaws das Epizentrum des Big-Wave-Windsurfens sei. Aber jetzt weiß ich, dass der Schlüssel zu den höchsten Wellen der Welt in Nazaré liegt“, hat Polakow erkannt. „Mein Ziel ist es, bei einem gigantischen Swell hierher zurückzukehren. Beim nächsten großen Swell können wir hier in Praia do Norte definitiv den Rekord brechen.“ 

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