Schmid wirft nach Querelen mit Verband hin

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Kanutin Julia Schmid hat unmittelbar vor der EM in Liptovsky Mikulas in der Slowakei ihr Karriereende bekanntgegeben.

Die 27-Jährige gab dazu in einer Aussendung an, einen Schlussstrich unter ein Kapitel unrühmlicher Sportlerbetreuung durch den Verband (ÖKV) gezogen zu haben. Dem sprechen ÖKV-Vertreter entgegen.

Schmid war 2011 vom Kajak in den bei den Spielen in Rio noch nicht olympischen Canadier Einer umgestiegen, 2020 in Tokio wird dieser Bewerb im Zeichen der 5 Ringe aber Premiere feiern.

Schmid zeigte ihr Potenzial darin u.a. mit der Silbermedaille bei der Wiener Heim-EM 2014 auf. Derzeit ist ihre Disziplin in der Betreuung aber etwas hintangestellt, da die aktuellen Olympia-Bewerbe im Kajak forciert werden.

Es gehe nicht mehr

Das mag ein Grund für den Entschluss sein, dieser ist auch auf ihrer Website vermerkt. Die Ursachen dürfte sie aber tiefer sehen.

"Nach jahrzehntelangen finanziellen und ideellen Problematiken und kompletter Ausgrenzung vom österreichischen Nationalteam sowie keinerlei Unterstützung durch den Trainerstab des nationalen Verbandes, fühle ich mich gezwungen, meine sportliche Karriere zu beenden."

Die Kärntnerin sei an einem Punkt, an dem sie den Ausgrenzungen und Anfeindungen durch diverse im Verband wirkende Personen und den dadurch resultierenden körperlichen und mentalen Belastungen nicht mehr standhalten könne.

"Gerne hätte ich in Tokio 2020 ... um eine Olympia-Medaille gekämpft. Körperlich und mental fühle ich mich aber nicht mehr in der Lage, konkurrenzfähig .... an den Start gehen zu können."

Für die EM gemeldet

Die zuständige Verbandsführung wurde nicht direkt von Schmid über ihre Entscheidung informiert.

Der zuständige Coach Michael Seibert erfuhr es Donnerstagfrüh von bei der EM anwesenden Athletinnen, ÖKV-Präsident Walter Aumayr wurde von ihm danach darüber informiert. Seibert wollte den Rücktritt so noch nicht akzeptieren, da Schmid für die EM gemeldet sei.

"Ich habe da keine offizielle Meldung, wir hatten heuer nur einige Male E-Mail-Kontakt", sagte der Deutsche.

Aumayr meinte, dass Schmid heuer über längere Zeit krank gewesen sei, sie so keinen Leistungsnachweis erbringen konnte, aber doch für die EM nominiert worden ist. Nun sei aber vom ÖKV-"Vize" Herbert Preisl von ihr ein EM-Top-5-Rang gefordert worden. Das könne laut Aumayr der Auslöser gewesen sein.

(Anm.; Wie sich später herausstellte, hatte Schmid Aumayr über ihren Rücktritt per SMS informiert. Da dieser aber mit diesem Kommunikationsmittel auf Kriegsfuß stehe, habe er die Nachricht nicht gelesen.)

Nicht damit gerechnet

"Julia ist ein schwieriger Typ, aber wir haben versucht, ihr unter die Arme zu greifen", erklärte Aumayr.

Der Verbandschef wollte versuchen, Schmid sofort persönlich schriftlich oder telefonisch zu erreichen. Mit Seibert hat Schmid zu Wochenbeginn am EM-Schauplatz ein Gespräch geführt.

Schmid informierte Aumayr per Mail von diesem Gespräch, dieser habe aufgrund des Inhalts des Schreibens nicht mit dem Rücktritt gerechnet.

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang»
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