BSO: Studie ortet Milliarden-Potenzial im Sport

Aufmacherbild Foto: © getty

Nach der täglichen Turnstunde setzen sich die Bundes-Sportorganisation (BSO) sowie die Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und Sportunion auf noch breiterer Ebene für mehr Anreize zur Ausübung von Sport und Bewegung ein.

Basierend auf einer umfangreichen, volkswirtschaftlichen Studie wiesen die Funktionäre am Dienstag bei einer Pressekonferenz auf ein Milliarden-Einsparungspotenzial hin.

Laut SportsEconAustria ist die gesamte Bruttowertschöpfung der Sportwirtschaft auf 17,1 Milliarden Euro zu beziffern.

BSO-Chef Herbert Kocher
Foto: © GEPA

Dies entspricht jedem 17. in Österreich erwirtschafteten Euro. In der Studie wurden u.a. die Kosten von physischer Inaktivität ebenso wie der Nutzen von physischer Aktivität gemessen. Allein die Kosten durch die Inaktivität summieren sich durch direkte Kosten im Gesundheitswesen sowie indirekte Kosten wie Krankenstands- und Invaliditätskosten auf jährlich bis zu 2,4 Milliarden Euro.

Ein Umdenken einleiten

Schon jetzt spart sich der Staat durch physische Aktivität rund 530 Mio. Euro pro Jahr. Könnte man die Anzahl der aktiven Österreicher nur um zehn Prozent heben, brächte dies allein ein Einsparungspotenzial von rund 117 Mio. Euro.

Mit diesen Zahlen und der präventiven Wirkung anstelle der Reparaturmedizin will man ein Umdenken auf breiter Basis erreichen.

Sportunion-Präsident Hartwig Löger und seine Funktionärskollegen sehen dies freilich auch als eine weitreichende Aufgabe. "Sport muss als Investition in die Gesundheit und Vorsorge genauso wie in den Tourismus und die Volkswirtschaft gesehen werden."

"Ein neues Mind-Set"

Auch BSO-Präsident Herbert Kocher sprach die Auswirkungen auf viele verschiedene Bereiche an, die auch in der hohen Politik keinesfalls nur im Sportministerium Anklang finden sollten.

"Sport wirkt sich als Querschnittsmaterie auf viele verschiedene Bereiche wie Gesundheit, Wirtschaft oder auch Integration positiv aus." Sport werde oft unterschätzt und zu wenig beachtet.

"Sport muss als Investition in die Gesundheit und Vorsorge genauso wie in den Tourismus und die Volkswirtschaft gesehen werden."

Hartwig Löger

"Die BSO fordert daher, die Rahmenbedingungen zur Ausübung von Sport, zum Engagement im Sport und zur Möglichkeit der Angebote für Sport und Bewegung zu optimieren."

Für den ÖFB-Präsidenten Leo Windtner, der auch als BSO-Vizepräsident und Vertreter der Fachverbände fungiert, geht es u.a. darum "ein neues Mind-Set zu schaffen" und er spricht da u.a. die skandinavischen Länder an, wo sich "von der Königsfamilie bis zum Werftarbeiter" jeder mit Sport identifiziert. Von der Infrastruktur her hinke Österreich, wie schon mehrmals besprochen, international hinterher.

Beim Minister vorstellig werden

Weniger auf Zahlen basierend, sondern von der Warte eines Ex-Spitzensportlers ebenso wie als Familienvater, argumentierte der im vergangenen September zurückgetretene Ski-Star Benjamin Raich. "Ich sehe den Sport nicht nur monetär, sondern die Eindrücke, die Gefühle, die Emotionen. Der Sport prägt jeden Menschen und die Gesellschaft", erklärte der 37-jährige Tiroler. Und dies sei keinesfalls nur im Spitzensport der Fall.

Mit all diesen Botschaften mit dem Aufhänger des möglichen Einsparungspotenzials in Sachen Gesundheitsvorsorge, aber auch die soziale Bedeutung zum Beispiel auch im Seniorenbereich (Stichwort: Vereinsamung) und einer generell glücklicheren, gesünderen Gesellschaft kündigte BSO-Präsident Kocher ein Gespräch mit Sportminister Hans Peter Doskozil (SPÖ) an. "Wir werden in 20 Tagen ein Gespräch mit dem Minister haben."

ASKÖ-Präsident Hermann Krist will als SPÖ-Sportsprecher aber auch alle anderen Politiker ansprechen. "Dieses Thema sollte nicht nur der Sportminister allein tragen." Krist will sich im Nationalrat dafür einsetzen, dass Sport und Bewegung für alle Politiker ein auch nach außen kommuniziertes Anliegen wird.

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare