Weg von den Zielen, hin zu Olympia-Gold

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Unmittelbar vor dem dieswöchigen Weltcup-Auftakt in Varese haben Bernhard und Paul Sieber mit einer Pressekonferenz der anderen Art auf die Ruder-Saison eingestimmt.

Im Ruderverein Staw beim Strandbad Gänsehäufel in Wien-Donaustadt kehrten die beiden Brüder am Montag an ihre sportlichen Anfänge zurück, zeichneten den Weg zur erreichten Olympia-Qualifikation für Rio 2016 und die Spiele selbst nach.

Die Siebers haben sich für das Großereignis im August nichts weniger als Olympia-Gold zum Ziel gesetzt, einfach, weil sie immer nach dem Höchsten streben.

"Auch Tokio 2020 ist für uns noch ein Thema", sagte Bernhard Sieber. "Aber wir wollen eigentlich von den Zielen weg, von den reinen Resultaten. Da gehört mehr dazu. Wir wollen unser Gefühl leben und die ganz kleinen Elemente zeigen, die uns dieses Erlebnis geben."

Wie alles begann

Die Basis für ihre Karrieren hatten die beiden in einem Ruder-Projekt der Wiener AHS Heustadelgasse gelegt, im Schul-Cup feierten sie die ersten Erfolge. Auf der Alten Donau unweit des Gänsehäufel hat Bernhard Sieber an seinem ersten Rennen teilgenommen.

"Ich bin von Bahn eins bis sechs quer hinübergerudert, da ich die Linie nicht halten konnte und bin mehrmals vom Sitz gerutscht", erzählte der 25-Jährige.

Ab 8. Oktober 2011, als auch der heute 23-jährige Paul Sieber seine Schullaufbahn hinter sich gebracht hatte, saßen sie buchstäblich erstmals in einem Boot. Das Ziel Rio war da schon in der Ferne ihrer Gedanken präsent. Trotz unterschiedlicher Charaktere - Bernhard quirliger und impulsiver, Paul ruhiger und überlegter - haben sie im Leichtgewichts-Doppelzweier recht schnell harmoniert.

"Es hat sich dann aber mal ein bisschen totgefahren. Das war die größte Challenge", erläuterte Bernhard. "Man muss da irgendwie wieder herauskommen", ergänzte Paul. "Aber wir sind auf einem guten Weg."

"Mega City mit mega viel Energie"

Dieser hat sie in der Vorbereitung bereits nach Rio de Janeiro geführt. Bernhard: "Es ist eine Mega-City mit mega viel Energie. Wir sind mega-glücklich, dass wir schon dort gewesen sind."

Auch die olympische Ruder-Strecke haben sie sich natürlich zu Gemüte geführt. "Es ist in der Stadt, du bist mitten in Rio", berichtete Bernhard von seinen Erfahrungen auf der 2.000-m-Distanz.

"Beim Start siehst du die Berge und den Cristo Redentor (Anm.: Christus-Statue), beim 1.000er hörst du den gesamten Verkehr." Die Wasserqualität hatten sie im Gegensatz zu vielen Berichten nicht als erschreckend empfunden.

Erfolgreiches Umfeld

Mit zwei Olympiasiegern im engsten Umfeld lässt sich für die Geschwister der Traum vom größtmöglichen Erfolg in ihrem Sport leichter verfolgen. Onkel Christoph Sieber holte 2000 in Sydney Surf-Gold, Bernhards Freundin Julia Dujmovits 2014 in Sotschi den Titel im Snowboard-Parallelslalom. "Sie haben gezeigt, wie es gehen könnte", meinte Bernhard. "Davon kann man sich viel mitnehmen. Aber man kann es nicht kopieren."

Bei den vor den Spielen anstehenden Wettkämpfen wie den drei Weltcups (Varese, Luzern, Poznan) und den Europameisterschaften in Brandenburg können sich die "Sieber Bros" den Luxus leisten, nicht auf Ergebnis fahren zu müssen. Ihr Olympia-Boot (Bernhard: "Unser Rennpferd") wird Ende Mai/Anfang Juni nach Rio verschifft. Die Siebers werden danach bis zu ihrer Anreise (26./27. Juli) mit einer exakten Nachbildung rudern.

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