IAAF-Komplettversagen im Kampf gegen Doping

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Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) wirft dem Leichtathletik-Weltverband IAAF in ihrem neuesten, am Donnerstag veröffentlichten Bericht ein komplettes Versagen im Kampf gegen Doping und Korruption vor.

Die neuen Erkenntnisse hätten den "kompletten Zusammenbruch der Führungsstrukturen und das Fehlen von Verantwortlichkeit innerhalb der IAAF" ergeben. Hauptverantwortlicher für die "Organisation und Ermöglichung der Verschwörung" sei der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack.

Es habe einen "gravierenden Mangel" an politischem Willen gegeben, Russland mit "dem vollen Ausmaß seiner bekannten und befürchteten Dopingaktivitäten zu konfrontieren". Auch auf Korruption habe die Führung des Weltverbandes "unzulänglich" reagiert, wird in dem Bericht der WADA-Kommission festgestellt.

Ungereimtheiten bei Olympia-Vergaben 

Es gebe Gründe zu der Annahme, dass hochrangige IAAF-Offizielle von Entscheidungen profitiert haben, Weltmeisterschaften an bestimmte Städte oder Länder zu vergeben. Die Korruption habe auch Olympische Spiele betroffen.

Aus Mitschriften gehe hervor, dass die Türkei die Unterstützung von Lamine Diack im Bewerbungsprozess um die Olympischen Sommerspiele 2020 verloren habe. Die Türkei sei nicht bereit gewesen, einen entsprechenden Sponsorenbetrag "von 4 bis 5 Millionen Dollar" für die Diamond League oder die IAAF zu überweisen. Japan habe diese Summe laut Gesprächsprotokoll dann gezahlt - Tokio erhielt den Zuschlag für die Sommerspiele 2020.

Vertuschung von Doping-Fällen

Der Weltverband IAAF war in Misskredit geraten, weil der frühere Präsident Diack von der französischen Justiz wegen der Vertuschung von Doping-Fällen gegen Bezahlung angeklagt wurde. Damit soll ermöglicht worden sein, dass russische Athleten trotz positiver Doping-Tests bei den Olympischen Sommerspielen 2012 in London und bei den Weltmeisterschaften 2013 in Moskau an den Start gehen konnten.

Die unabhängige WADA-Kommission hatte bereits im  November 2015 einen Bericht ihrer Untersuchungen vorgelegt. Darin war nachgewiesen worden, dass es in der russischen Leichtathletik systematisches Doping und Sportbetrug gegeben hat. Die IAAF suspendierte daraufhin Russlands Verband (ARAF), der damit nach derzeitigem Stand nicht an den Olympischen Sommerspielen von 5. bis 21. August in Rio de Janeiro teilnehmen darf.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang»
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