Schwere Vorwürfe gegen IAAF-Präsidenten Coe

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Sebastian Coe, Präsident des Leichtathletik-Weltverbandes, sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert.

Der 59-jährige Engländer, der im August 2015 zum IAAF-Präsidenten gewählt wurde, soll laut der BBC-Sendung "Panorama" mit der Unterstützung eines korrupten Funktionärs Stimmen erhalten haben. Weiters soll Coe auch schon längere Zeit von Korruptionsfällen im Leichtathletik-Weltverband informiert gewesen sein.

In einer Stellungnahme wies die IAAF die Vorwürfe vehement zurück.

Kurz vor wichtiger Entscheidung

Einen Tag bevor das IAAF-Council in Wien über die nahe Zukunft des russischen Verbandes entscheiden wird, sieht sich Coe mit massiven Anschuldigungen konfrontiert. Laut BBC soll ihm Papa Massata Diack, der Sohn des früheren IAAF-Präsidenten Lamine Diack, zu afrikanischen Delegiertenstimmen verholfen haben. Dafür soll es elektronische Beweise geben. Coe gewann die Wahl am 19. August 2015 in Peking mit 115:92 Stimmen klar gegen den Ukrainer Sergej Bubka.

P. Diack, der als Marketing-Beauftragter für den Weltverband tätig war, wurde heuer im Jänner von der Ethikkommission der IAAF lebenslang gesperrt, er wird von Interpol gesucht. Sein Vater, der Amtsvorgänger von Coe, wurde von der französischen Justiz wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche angeklagt.

IAAF weist Vorwürfe zurück

Die IAAF wies zurück, dass Coe aktiv den Rat von P. Diack gesucht habe. "Wie in jeder Kampagne bieten viele Leute Rat an - gewollt oder nicht, einige hilfreich, andere nicht." So sei es mit Diack gewesen. "Er hat Nachrichten zur Unterstützung geschickt, aber gleichzeitig andere unterstützt und Seb Coe beschuldigt, eine britische Medienkampagne gegen ihn und seinen Vater zu führen", hieß es in der IAAF-Stellungnahme.

Zum anderem ging es in dem BBC-Beitrag um den vertuschten Dopingfall der russischen Marathonläuferin Lilija Schobuchowa. Sie soll sich den Start bei den Olympischen Spielen 2012 in London auch bei der IAAF mit 450.000 Dollar erkauft haben, um eine drohende Doping-Sperre zu vermeiden. Coe soll vier Monate ehe es öffentlich wurde, detailliert darüber Bescheid gewusst, aber nichts unternommen haben.

In der IAAF-Stellungnahme steht, dass Coe eine Reihe von E-Mails und Informationen über Korruptionsvorwürfe erhalten, diese aber an die Ethik-Kommission weitergeleitet habe, die dies untersuchen sollte. Er habe nie die Zusammenarbeit mit der Ethikkommission verweigert und nie verschwiegen, dass es Vorwürfe gäbe, hieß es über den zweifachen Olympiasieger über 1.500 m.

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