"Ziel Medaillen": ÖLV will höher fliegen

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ÖLV-Präsident Ralph Vallon gibt im Rahmen der Leichtathletik-Gala am Montag in Wien sieben Olympia-Starter als "realistisches Ziel" aus.

Aktuell sind mit Gerhard Mayer, Lukas Weißhaidinger (beide Diskus), Jennifer Wenth (5.000m), Beate Schrott (100m Hürden) und Andrea Mayr (Marathon) deren fünf für Rio qualifiziert.

"Aufgrund der leistungsbezogenen Förderung des Bundessportförderungs-Fonds ist es für uns entscheidend, künftig Top-8-Platzierungen zu erreichen", legt Vallon die Latte hoch.

Seit Inkrafttreten des neuen Sportfördergesetzes werden zehn Prozent der Grundförderung anhand von Leistungs-Kriterien auf die 60 Fachverbände verteilt. Leichtathletik bezieht heuer aus diesem Topf 40.600 Euro und damit um 84.700 weniger als noch im Vorjahr (LAOLA1 berichtete).

Wiederentdeckung des Anspruchsdenkens

Möglicherweise auch etwas angstachelt durch den hohen Besuch von Weltverbands-Präsident Sebastian Coe schärfte Vallon die Ausrichtung des ÖLV in Richtung Medaillen. "Das ist unser Ziel! Wir sind da, um zu gewinnen", betonte er. "In der Vergangenheit bekam man oft das Gefühl: Wir sind auch da." Aber davon wolle der ÖLV nun wieder wegkommen.

ÖLV-Präsident Ralph Vallon
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Eine durchaus mutige Aussage, schließlich eilt die heimische Leichtathletik nicht gerade von Erfolg zu Erfolg.

Die bislang letzte Medaille war Schrotts EM-Bronzene 2012, die ihr wegen der Doping-Sperre einer Konkurrentin erst 2015 überreicht wurde.

Leidiges Problem

Schritte in eine gute Richtung konnte der ÖLV bereits mit dem Engagement der hauptamtlichen Trainer Philipp Unfried und Gregor Högler setzen.

Weitere sollen in der leidigen Infrastruktur-Frage folgen. "In Linz wurde uns von Ex-Sportminister Klug eine Halle zugesagt", pocht Vallon auf dieses Versprechen. Die Leichtathletik-Halle auf der Gugl ist zwar modern, jedoch für die Sportler aufgrund zahlreicher Veranstaltungen kaum verfügbar.

Daneben gebe es laut Vallon, der mit leichtem Neid auf die 44 Leichtathletik-Hallen Schwedens verweist, Bemühungen in Graz und Wien.

Roland Schwarzl
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Schwarzl mit an Bord

Auf dem Sektor der physiotherapeutischen Behandlung greift der ÖLV indes auf einen bekannten Namen zurück: Roland Schwarzl.

Der Zehnte des olympischen Zehnkampfes von Athen ist seit Jahresbeginn in der Südstadt angestellt und wird nun auch eine ÖLV-Trainingsgruppe in einem bevorstehenden Trainingslager auf Teneriffa betreuen.

"Als ehemaliger Spitzen-Leichtathlet weiß er ganz genau, was wir brauchen", ist Weißhaidinger vom 35-Jährigen begeistert. Mit einem Schmunzeln ergänzt er: "Als Zehnkämpfer kennt er allerdings einige Übungen für das Stabilisations-Training, die richtig hässlich sind."

Grünberg als Trainerin?

Kira Grünberg wurde im Rahmen der ÖLV-Gala als "Botschafterin des Jahres 2015" ausgezeichnet. Der Manager nahm in Abwesenheit der querschnittgelähmten Stabhochspringerin die Ehrung entgegen.

"Es ist uns ein Anliegen, dass wir sie weiter unterstützen", hält Vallon eine Mitarbeit im ÖLV für möglich. "Sie hat schon erste Anzeichen gemacht, dass sie als Co-Trainerin mitarbeiten möchte."

 

Reinhold Pühringer

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