Dadic gewinnt EM-Bronze im Siebenkampf

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Ivona Dadic schreibt Geschichte!

Die 22-Jährige gewinnt bei der Leichtathletik-EM im Amsterdam Bronze im Siebenkampf und holt damit als erst neunte Österreicherin eine EM-Medaille.

Dadic meistert den abschließenden 800-m-Lauf souverän und holt insgesamt 6.408 Punkte. Damit stellt die Oberösterreicherin einen neuen österreichischen Rekord auf und knackt das Olympia-Limit von 6.200 Punkten.

Gold geht an Anouk Vetter aus Holland (6.626 Pkt.), Silber an Nana Djimou aus Frankreich (6.458).

Verena Preiner landet mit persönlicher Bestleistung von 6.050 auf Platz sieben.

"Ein bisserl was aufgegangen"

"Mit einer Medaille habe ich sicher nicht spekuliert, aber ich weiß halt, dass da noch vieles drinnen ist im Siebenkampf. Jetzt ist einmal ein bisserl was aufgegangen, deswegen sind viele Punkte rauskommen am Schluss", jubelte die Mehrkämpferin aus Oberösterreich, die vor dem 800er gemeint hatte. "Ich werde um mein Leben rennen. Wenn ich jetzt schon so nah bin, will ich mir die Medaille nicht gerne nehmen lassen."

Das Duell mit Nadine Broersen um Bronze entfiel allerdings. Die einen Bewerb vor Schluss nur 15 Zähler hinter Dadic liegende Niederländerin trat wegen Magenproblemen nicht an. Dadic lief trotzdem grandios und zur Saisonbestleistung von 2:12,83 Minuten. Sie genoss im Stadion jeden ihrer Auftritte: "Je mehr Leute im Stadion sind, umso mehr Spaß habe ich. Ich bin ein echtes Rennpferd."

47 Jahre nach Lise Prokop

47 Jahre nach Lise Prokop 1969 in Athen im Fünfkampf gibt es für Österreich damit wieder eine EM-Medaille im Mehrkampf. Es ist das erst neunte Edelmetall in der Geschichte von 23 Freiluft-Europameisterschaften für den ÖLV, die erste seit der Bronzenen von Beate Schrott 2012 in Helsinki. Die Hürdensprinterin war damals im Finale allerdings Vierte geworden, die Medaille erhielt sie erst im Oktober 2015 nach einer nachgewiesenen Dopingverfehlung und Suspendierung der ursprünglich erstplatzierten Türkin Nevin Yanit.

Dadic hatte in Amsterdam in allen sieben Disziplinen größere Weiten und Höhen erzielt und war niedrigere Zeiten gelaufen als im Mai in Götzis, wo sie mit dem ÖR von 6.196 Punkten nur vier Zähler an der Rio-Norm vorbeigeschrammt war. "Der Gregor hat in den letzten sechs Wochen das ganze Training so koordiniert und eingeteilt, dass ich sehr gut vorbereitet war", sagte Dadic, die rund um Haupttrainer Gregor Högler (Athletik, Kraft, Wurf) auf Philipp Unfried (Lauf), Inga Babakowa (Hoch) und Wolfgang Adler (Weit, 800 m) bauen kann.

Die Gunst der Stunde genützt

Dadic nützte in Amsterdam auch die Gunst der Stunde. Wegen der Sommerspiele im August in Rio de Janeiro hatten doch zahlreiche Topathletinnen auf ein EM-Antreten verzichtet. So die britische Olympiasiegerin Jessica Ennis-Hill und ihre Landsfrau Katarina Johnson-Thompson, die Lettin Laura Ikauniece-Admidina, die Deutschen Carolin Schäfer und Claudia Rath, oder die Belgierin Nafissatou Thiam (trat im Hochsprung an/4.). Gemessen an der Jahresweltbestenliste setzte sich mit Vetter dann auch die Siebenkämpferin mit der zweitbesten heuer erreichten Punktezahl aller gemeldete Athletinnen durch.

Mit ihrer hohen Punktzahl bot Dadic - 2015 bei der U23-EM in Tallinn ebenfalls Bronzemedaillengewinnerin - allerdings eine Vorstellung, die bei Olympischen Spielen für einen Top-8 bis -12-Rang gut ist. "Es ist eine sehr hohe Leistung, die sie gebracht hat, mit den Punkten lässt sich das natürlich gut vergleichen. Bei EM und Olympia geht es um Medaillen, da schaut man nicht, wer aller nicht am Start war", merkte Högler an.



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