Stallduell um Olympia geht an Unterwurzacher

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Knapp vier Monate vor den Olympischen Spielen fällt eine Vorentscheidung um den Österreich-intern umkämpften Judo-Startplatz bis 63 kg.

Wie schon erwartet, bekommt Kathrin Unterwurzacher den Vorzug gegenüber Hilde Drexler. Oder in Weltranglisten-Position gesprochen: Die 4. den Vorzug gegenüber der Nummer 18.

Neben den acht Einzel-Nominierungen für die EM in Kazan (21.-24.4.), die LAOLA1 am Donnerstag vermeldete, wird Österreich eine Männer-Mannschaft bei der Team-Konkurrenz an den Start bringen.

EM-Aufgebot Einzel

Sabrina Filzmoser -57 kg
Kathrin Unterwurzacher -63 kg
Hilde Drexler -63 kg
Bernadette Graf -70 kg
Ludwig Paischer -60 kg
Marcel Ott -81 kg
Christoph Kronberger -100 kg
Daniel Allerstorfer +100 kg

„Bin gut genug“

Für Drexler ist der Traum von ihren zweiten Olympischen Spielen noch nicht ganz ausgeträumt. „Hilde macht die gesamte Vorbereitung weiter mit, aus dem einfachen Grund: Sollte sich Kathrin verletzen, würde sie nachrücken“, erklärt Damen-Trainer Marko Spittka.

Schließlich ist Österreich bis 63 kg in der komfortablen Situation, gleich zwei Athletinnen zu haben, welche die internationalen Quali-Normen erfüllen.

Die 32-jährige Drexler fasst die Niederlage im Stallduell nüchtern auf: „Ich hätte es schlimmer gefunden, die Quali nicht zu schaffen, also nicht gut genug zu sein. So weiß ich aber, dass ich sehr wohl gut genug bin, aber es halt eine gibt, die besser ist.“

Nicht nur eine Medaille

In Sachen EM hat Drexler Unterwurzacher jedoch noch etwas voraus – nämlich eine Medaille.

Wobei die 23-jährige Tirolerin, die in der U23 in drei EM-Finals stand, diese über kurz oder lang nachholen dürfte. Geht es nach Spittka, dann am besten schon in Kazan. „Früher haben wir vor einer EM immer eine Medaille als Ziel ausgegeben. Alle vier Damen haben jedoch das Zeug dazu und so gehen wir es auch an“, so der Deutsche.

Mit Blick Richtung Rio ist Bernadette Graf wie Unterwurzacher rechnerisch nicht mehr aus dem Kontingent zu verdrängen. Sabrina Filzmoser hofft bei der EM noch auf ein paar Punkte, damit nichts mehr anbrennen kann.

Ott muss liefern

Bei den Herren muss die Latte bei den EM-Erwartungen wie in den vergangenen Jahren niedriger angelegt werden. Herren-Trainer Patrick Rusch setzt sie bei „einem Top-5-Platz“ an.

Anhand der Weltranglisten-Platzierungen darf der Vorarlberger dabei vor allem auf Oberwart-Sieger Ludwig Paischer und Daniel Allerstorfer hoffen. Da dieses Duo in der Olympia-Quali aber gut am Weg ist, würde einen Spitzenplatz wohl Marcel Ott am dringendsten brauchen.

Der momentan außerhalb der Rio-Plätze liegende Wiener kennt seine knifflige Ausgangslage: „Eine Medaille muss her! Ich bin mir natürlich bewusst, dass das nicht leicht, aber doch möglich ist.“ Christoph Kronberger hat die Hoffnungen indes ad acta gelegt. Er setze sich längerfristige Ziele.

Erstmals seit 2013 wird Österreich wieder eine Herren-Mannschaft zur abschließenden Team-EM entsenden. Während bis 66 kg und 73 kg mit dem Salzburger Andreas Tiefgraber und dem Niederösterreicher Lukas Reiter zwei Kämpfer ihr EM-Debüt feiern werden, die sich auf Europacup-Ebene schon ihre Sporen verdient haben, wird der ÖJV bis 90 kg auf den Grazer Staatsmeister Suleiman Islamhanov zurückgreifen. In der Team-Konkurrenz wird auf fünf Gewichtsklassen reduziert.

Männer-Team für die EM
Andreas Tiefgraber -66 kg
Lukas Reiter -73 kg
Marcel Ott -81 kg
Suleiman Islamhanov -90 kg
Christoph Kronberger +90 kg
Daniel Allerstorfer +90 kg

 
Reinhold Pühringer

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