Unterwurzacher holt ihre erste EM-Medaille

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Endlich hat es für Judoka Kathrin Unterwurzacher auch bei der EM der Großen geklappt!

Die zweifache U23-Europameisterin holt bei den Kontinental-Meisterschaften in Kazan (RUS) mit Silber ihre 1. EM-Medaille. Die Tirolerin muss sich im Finale der Klasse bis 63 kg nur der amtierenden Weltmeisterin Tina Trstenjak (SLO) wegen eines Festhaltegriffs geschlagen geben.

Bis 70 kg muss sich Bernadette Graf nach drei EM-Bronzenen in Folge mit Rang sieben begnügen. Hilde Drexler und Marcel Ott scheiden aus.

Diese Silberne ist viel wert

Da die internationale Spitze der Klasse bis 63 kg zu einem überwiegenden Teil aus Europa kommt (acht der Top-10 der Weltrangliste), ist Unterwurzachers zweiter Platz ein dickes Ausrufezeichen in Richtung Olympia.

Hinzu kommt, dass sich die fünffache World-Tour-Turniergewinnerin nach zwei Ipponsiegen über Daniela Kazanoi (BLR) und Ekaterina Valkova (RUS) im Halbfinale auch gegen Ex-Weltmeisterin Yarden Gerbi (ISR) mittels einer Waza-ari-Wertung für eine Konter-Technik 30 Sekunden vor Schluss durchsetzen kann. "Mit ihr hatte ich nach den letzten Kämpfen noch eine Rechnung offen, deshalb freut mich der Sieg gegen sie ganz besonders", meint Unterwurzacher gegenüber LAOLA1. "Ich wusste aber, dass ihr zum Schluss oft ein wenig die Luft ausgeht."

Im Titelkampf gerät Unterwurzacher gegen Trstenjak durch einen tiefeingedrehten und Schulterwurf mit Yuko zunächst in Rückstand und wird später festgehalten. "Auch wenn mich die Situation am Boden ärgert, war es bis dahin ein guter Kampf von mir."

Die Trombose endgültig vergessen gemacht

Für Unterwurzacher ist die Silberne ein kleines Happy End. Schließlich hat die 23-Jährige wegen einer Lungentrombose knapp fünf Monate aussetzen müssen. Aufgrund der medikamentösen Behandlung war lange nur sehr dosiertes Training möglich. "Spätestens seit dem Trainingslager in Japan ist das aber überhaupt kein Thema für mich." Auch bei der EM habe sie keinen Gedanken mehr daran verschwendet.

Ein Glück für die Innsbruckerin, dass sie in der Olympia-Qualifikation bereits ordentlich Punkte auf der Habenseite hatte, ihr deshalb in Bezug auf das Rio-Ticket nur noch durch Stall-Rivalin Hilde Drexler Konkurrenz drohte.

Ende März hat sie sich mit dem Grand-Prix-Titel in Tiflis eindrucksvoll zurückgekämpft. Die Form in Richtung Rio scheint jedenfalls zu passen. "Ich will mir dami jetzt zu viel Druck auferlegen. Jedenfalls habe ich heute gesehen, dass an einem guten Tag alles möglich ist, was für den Kopf sehr gut ist."

 

Reinhold Pühringer

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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