Ein Traditionsklub rettet sich selbst

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Eines der größten Crowdfunding-Projekte im heimischen Sport abseits von Fußball biegt auf die Zielgerade ein.

Beachtliche 418.000 Euro hat die Hockey-Abteilung des Wiener AC, einem der ältesten Sport-Vereine des Landes, durch Spender bereits aufgestellt. „500.000 Euro benötigen wir insgesamt“, definiert WAC-Mitglied und Mit-Initiator Fabian Ringler das Ziel.

Gebraucht wird das Geld für einen Kunstrasen. „Der Rekord- und Serienmeister steht mit dem Rücken zur Wand“, beschreibt Ringler.

Es bleiben nur noch knapp 30 Tage Zeit.

Gestiegener Bedarf

Im Landhockey ist bereits seit Jahren das künstliche Grün als Spielunterlage vorgeschrieben. Aus Mangel an Alternativen mietete sich der WAC seither im Wiener Hockey-Stadion ein.

Grundruss vom kleinen Praterstadion-Gelände: In hellgrün der künftige Kunstrasenplatz

Da der dort ansässige Verein jedoch ab der kommenden Saison mehr Trainingszeiten benötigt, stünde der WAC ab 2017 ohne taugliche Trainings- und Spielstätte da und somit praktisch vor dem Aus.

Der Plan ist nun, auf dem Grund des einstigen kleinen Praterstadions (früher für 20.000 Zuschauer) besagte Kunstrasenfläche zu installieren.

„Dieses Projekt ist nicht nur für den WAC existenziell wichtig, sondern auch für die weitere Entwicklung des österreichischen Hockeysports. Wir platzen nämlich aus allen Nähten, brauchen Infrastruktur wie einen Bissen Brot“, so Ringler, der im ÖHV für Strategie, Entwicklung und Marketing zuständig ist.

Die Deadline ist nicht deadly

Das Crowdfunding-Projekt wurde in Eigenregie gestartet, weshalb ein Überschreiten des zum Ziel gesetzten 1. August kein Genickbruch wäre. „Noch nicht, aber bei Berücksichtigung der Vorlauf- und Bauzeit wäre dieser Abschluss-Zeitpunkt notwendig, sodass gewährleistet ist, dass wir mit Saisonstart 2017 auf den eigenen Platz können“, erklärt Ringler.

Die Idee mit dem Crowdfunding reifte nach mehreren Gesprächen mit der öffentlichen Hand, welche im Sand verliefen. Gemäß WAC-Angaben will einerseits die Stadt Wien keine Investitionen auf einem Areal des Bundes tätigen, andererseits unterstützt der Bund nur Projekte von nationaler Bedeutung, also nicht den Bau einer Anlage eines einzelnen Vereins.

Dass die Aktion bereits über 400.000 Euro zusammen gebracht hat, sei unter anderem mehreren „Big-Spendern“ aus dem Umfeld des Vereins zu verdanken. Neben 100.000 vom WAC-Dachverein, 40.000 aus der WAC-Hockeysektion sowie 30.000 vom Wiener Hockey-Verband kamen bislang 248.000 aus privaten Taschen.

Wer mehr über das Projekt erfahren oder es sogar einen Teil dazu beitragen möchte: www.wac-funders.club

 

Reinhold Pühringer

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