Die Pechvögel des Jahres 2015

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"Zuerst hatten wir kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu" - für einige Sportler ist das berühmte Zitat von Ex-Kicker Jürgen Wegmann im Jahr 2015 zur bitteren Wahrheit geworden.

Die betroffenen Athleten werden froh sein, wenn das Jahr vorüber ist, Verletzungen oder Stürze haben sie immer wieder zu langen Pausen oder gar dem vorzeitigem Saisonende gezwungen.

LAOLA1 blickt zurück auf die Pechvögel des Jahres 2015:

Anna Fenninger

Drei Tage vor Beginn der Saison war diese für die Gesamtweltcup-Siegerin der letzten beiden Jahre auch schon wieder vorüber. Nach einem Trainings-Sturz in Sölden samt Rissen des Kreuzbandes, Seitenbandes, Innen- und Außenmeniskus sowie der Patellasehne war klar, dass sie in dieser Saison nicht in den Skizirkus würde zurückkehren können. Neun Monate Pause und keine Chance auf die Verteidigung des Gesamt-Weltcups sind die bittere Konsequenz für Österreichs Sportlerin des Jahres 2013, 2014 und 2015. Zuvor hatte sie bereits aufgrund einer Knieverletzung eine zweiwöchige Pause einlegen müssen und auch ihre Sommer-Vorbereitung wurde vom Streit mit dem ÖSV überschattet. Gründe für die Meinungsverschiedenheiten waren ihr deutscher Manager Klaus Kärcher sowie mit ihm einhergehende mögliche Sponsoren-Konflikte. Bereits im Jänner kamen erstmals Gerüchte an die Oberfläche, dass sie über einen Nationenwechsel nachdenke, Mitte Mai gelangte eine private E-Mail der 26-Jährigen an die Öffentlichkeit. In dieser forderte sie den ÖSV auf, sie nicht weiter zu einer Trennung von ihrem Manager zu drängen, sowie ihr einen persönlichen Betreuer zur Seite zu stellen. Der Streit eskalierte, doch letztendlich entschied sie sich nach einer Entschuldigung des Verbandes im Juni, zu bleiben. Im September trennte sie sich schließlich von ihrem Manager. Möge 2016 für Fenninger ein ruhigeres Jahr werden...

Matthias Mayer

Ähnlich kurz verlief die aktuelle Ski-Saison für Matthias Mayer: Nach einem schweren Sturz in der Abfahrt von Gröden brach sich der 25-Jährige den sechsten und siebenten Brustwirbel. Erst war nur von einer Prellung die Rede, doch recht schnell wurde klar, dass auch die Saison des Olympiasiegers frühzeitig vorüber ist. Der Kärntner musste operiert werden, zur Stabilisierung wurden Schrauben und Stäbe eingesetzt, die nach der Verheilung wieder herausgenommen werden müssen. Ob ihn der Airbag nun vor Schlimmerem bewahrt hat oder eher Unglück gebracht hat, darüber gibt es bislang geteilte Meinungen. So oder so muss der Pechvogel Weihnachten im Spital verbringen.

Fabian Cancellara

Bereits auf der dritten Etappe der Tour de France stürzte Fabian Cancellara schwer - und das im Gelben Trikot des Gesamtführenden. Mit schmerzverzerrtem Gesicht kämpfte sich der Schweizer die letzten 50 km ins Ziel. Im Krankenhaus wurden zwei gebrochene Rückenwirbel diagnostiziert - das frühe Aus für den 34-Jährigen. Besonders bitter: Schon im März war seine Klassikersaison nach einem schweren Sturz beim Eintagesrennen E3 Harelbeke frühzeitig beendet. Die Diagnose auch hier: Zwei Wirbelbrüche. Wer glaubt, das Pechkontingent des dreifachen Paris-Roubaix und Flandern-Rundfahrt-Siegers sei damit aufgebraucht, der irrt. Der vierfache Zeitfahr-Weltmeister, der insgesamt 29 Tage lang das Gelbe Trikot der Frankreich-Rundfahrt trug, kämpfte sich bereits zur Vuelta a Espana zurück und musste dort ebenfalls auf der dritten Etappe aussteigen. Ein Magen-Darm-Virus zwang ihn in die Knie. Daraufhin verzichtete er aus gesundheitlichen Gründen auf die WM in Richmond. Neue Saison, neues Glück - sollte man meinen. Doch weiter geht's: Schon im ersten Trainings-Camp seines Trek-Teams in Vorbereitung auf die kommende Saison machte der zehnfache Schweizer Meister in Alicante erneut Bekanntschaft mit dem harten Asphalt, kam aber glimpflich davon. Schlimmer erwischte es den Österreicher Riccardo Zoidl, der sich bekanntlich das Schlüsselbein brach.

Franck Ribery

Der Franzose, gerade nach monatelanger Pause aufgrund einer mysteriösen Verletzung am Sprunggelenk zurückgekehrt, musste in der unbedeutenden Champions-League-Partie gegen Dinamo Zagreb in der Pause erneut verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Der Grund: Ein Muskelbündelriss im Oberschenkel. Damit fällt er wieder mindestens acht Wochen lang aus. Seit März hat der 32-Jährige ganze zweimal für die Bayern gespielt, neben den 45 Minuten in der Königsklasse stand er noch eine Viertelstunde in der Bundesliga-Auswärtspartie gegen Borussia Mönchengladbach auf dem Platz. Desöfteren wurde bereits über das Karriere-Ende Riberys spekuliert, doch noch will er nicht aufgeben.

Mikaela Shiffrin

Nach dem Saisonaus von Anna Fenninger avancierte die 20-Jährige zur größten Vonn-Konkurrentin im Kampf um den Gesamtweltcup. In Aspen schrieb die US-Amerikanerin Ski-Geschichte. Sie gewann den Slalom mit 3,07 Sekunden Vorsprung und stellte damit einen neuen Rekord im Weltcup auf. Doch nach ihrem fulminanten Auftakt mit zwei Slalom-Siegen in ihrer Heimat sowie zuvor Rang zwei im RTL von Sölden, war auch ihre Saison jäh beendet. Bei einem Sturz während des Einfahrens in Are zog sie sich einen Innenbandriss sowie eine Knochenprellung im rechten Knie zu und glaubt nicht mehr an ein Comeback in der aktuellen Saison.

Eugenie Bouchard

Im Vorjahr erreichte sie mit gerade einmal 20 Jahren das Wimbledon-Finale und lag zwischenzeitlich bereits auf Rang fünf der Weltrangliste, 2015 sollte DAS Jahr des Tennis-Shootingstars werden. Doch es kam ganz anders: Bei den US Open konnte sie im Achtelfinale aufgrund einer Gehirnerschütterung nicht antreten. Sie war in der Umkleide-Kabine auf einer "glatten, fremdartigen und gefährlichen Substanz" ausgerutscht, wie sie es in ihrer Klage, die sie im Oktober einreichte, beschrieb. Sie laborierte lange an den Folgen dieser Verletzung und konnte seit ihrem Sturz bei den US Open nur noch ein Match bestreiten, welches sie nach etwas mehr als einem Satz gegen Andrea Petkovic in Peking direkt wieder aufgeben musste. Zudem trennte sie sich Mitte August 2015 von Trainer Sam Sumyk, der sie erst seit Februar 2015 betreute und hat bislang noch keinen neuen Trainer gefunden. Auch die Aussichten für 2016 sind alles anderes als rosig: "Ich weiß noch nicht, ob ich in Australien spiele. Aber ich gebe jeden Tag mein Bestes, um wieder gesund zu werden", so die Französin, die das Jahr als Weltranglisten-49. abschloss.

Andreas Kuen

Von Wacker Innsbruck kam er im Sommer 2014 zu Rapid, fiel aber aufgrund eines Kreuzbandrisses im rechten Knie erst einmal aus. Im Frühjahr 2015 wollte er dann durchstarten. Doch bis heute bestritt der 20-Jährige kein einziges Spiel für das Profiteam der Wiener, da er sich im März in einem Testspiel dasselbe Band erneut riss. Wieder folgte eine lange Pause und als es endlich bergauf zu gehen schien, kam der nächste Rückschlag. Im Trainingslager erlitt der Offensiv-Spieler im Mai nach gerade einmal vier Spielen für die zweite Mannschafts der Grün-Weißen erneut eine Verletzung am rechten Knie: Meniskuseinriss lautete die Diagnose. Bei der OP wurde gleich auch das Kreuzband geflickt. Die angestrebten fünf Monate Pause sind längst vorüber, seine Karriere liegt jedoch weiter auf Eis.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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