Wilczynski: "ÖHB hat in der Hölle bestanden"

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Selten habe ich mich so über eine Niederlage gefreut, wie über das 29:32 in der WM-Quali des Nationalteams auswärts gegen Rumänien.

Conny Wilczynski schreibt im Westwien-Corner über HLA und Handball Österreich

In so einer Hölle wie Baia Mare muss man erst einmal bestehen. Der Leistung unserer jungen Mannschaft gebührt Respekt. Vom umsichtigen Regisseur Gerald Zeiner bis hin zu den starken Torleuten – ich tue mir schwer, da irgendjemanden herauszuheben.

Die beiden Tore zum Schluss von Thomas Kandolf, der im ÖHB-Team praktisch ein unbeschriebenes Blatt ist, waren sensationell. Wenn er die nicht trifft, geht ihm wahrscheinlich jeder an die Gurgel, aber so wird er von allen gefeiert. Das ist die Brise jugendlicher Leichtsinn, die es manchmal braucht.

Dass Teamchef Patti Johannesson Kandolf in der Entscheidung gebracht hat, zeigt einfach, dass er den nominierten Spielern tatsächlich vertraut. Zudem war es sinnvoll, in den letzten Minuten noch einen Linkshänder zu bringen. Schließlich spielte man davor mit drei Rechten.

Dusche für Thomas Kandolf! :-)))

Posted by Handball AUSTRIA on Freitag, 15. Januar 2016

Die Probleme in unserem Mittelblock kommen nicht überraschend. Das liegt daran, dass den Spielern noch die notwendige Erfahrung fehlt. Aber ein Jelinek, Wagner oder Neuhold haben das Potenzial, diese Probleme zu lösen. Ein Entwicklungsprozess ist nicht zu übersehen.

Ein ganz bitterer Beigeschmack ist freilich die Verletzung von Rauls Santos. Ohne die genaue Diagnose zu kennen (MRI-Untersuchung am Freitag-Nachmittag ergibt eine Bänder-Verletzung; Anm. der Red.), wünsche ich ihm eine schnelle Genesung. Eine schwere Verletzung wäre irrsinnig schade für ihn, insbesondere jetzt, da er gerade in Top-Form agiert und einen Vertrag beim THW Kiel unterschrieben hat.

Leider gehören solche Rückschläge zum Handball-Sport dazu. Zwar blieb ich von Knie-Verletzungen verschont, zog mir aber einen Achillessehnenriss und eine schwere Handgelenksverletzung zu. Den einzigen Rat, den ich ihm mit auf den Weg geben kann, ist, die Reha geduldig und konsequent zu absolvieren. Auf keinen Fall versuchen, den Grund für eine Verletzung zu hinterfragen, sondern sie einfach anzunehmen. Aber ich mache mir keine Sorgen um ihn, schließlich ist er als Mensch schon gereift.

Für das ÖHB-Team gilt es nun, das Resultat in Rumänien mit einem Heimsieg am Sonntag (16 Uhr in der Südstadt; Anm.) im abschließenden Gruppenspiel gegen Finnland zu bestätigen. Die junge Mannschaft muss beweisen, dass sie auch einer Favoritenrolle gerecht werden kann.

Die Vorzeichen für die Heim-EM 2020 sind also vielversprechend. Zumal mit den 96ern auch die nächste Generation momentan aufzeigt. Die von Roland Marouschek betreute Truppe schlug in den vergangenen Tagen die Alterskollegen aus Slowenien und Kroatien. Da darf sich Handball Österreich auf so einiges freuen!

Euer Conny

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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