Bilyk: "Szilagyi hat mir etwas leidgetan"

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Nikola Bilyk hat beim THW Kiel voll eingeschlagen, war bereits mehrere Male bester Werfer des deutschen Spitzenklubs.

"Ich möchte herausstechen, will mich mit den Besten auf Augenhöhe messen. Aber ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht. Umso glücklicher bin ich jetzt", so der 19-jährige Shootingstar.

Zum Kurz-Comeback von Viktor Szilagyi meint er: "Er hat mir auf eine gewisse Weise leidgetan. Er dachte, er hat es jetzt ruhiger. Aber diese Leistung zeigt seine Weltklasse."


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Im Interview spricht der mit 34 Toren viertbeste Bundesliga-Werfer weiters über seine bisher gemachten Erfahrungen in Kiel sowie das CL-Duell mit Superstar Karabatic:

Frage: Nikola, bis auf eine Niederlage konntet ihr bislang alle Spiele gewinnen. Wie sieht dein Zwischenresümee aus Team-Sicht aus?

Nikola Bilyk: Wie sind eine junge, neu zusammengestellte und sehr hungrige Mannschaft, haben viele absolute Top-Spieler in unseren Reihen. Jeder einzelne muss mit seiner Leistung das Kollektiv stärken. Wir harmonieren besser und besser, ich dachte, dass es etwas länger dauern würde bis wir zueinander finden, umso mehr freue ich mich über den Stand der Dinge. Der Start war sehr gut, aber es gibt noch genug zu tun. Wir haben gegen Balingen gesehen, dass es auch anders laufen kann. Zwei Tage nach dem Schlager gegen PSG haben wir uns schwergetan, aber am Ende waren die zwei Punkte wichtig – so eine Partie kann auch mal schiefgehen.

Frage: Braucht das Team auch solche Spiele bzw. Niederlagen wie in Wetzlar um zu reifen?

Bilyk: Auf uns warten immer wieder Stolpersteine. Wichtig ist, dass du immer wieder aufstehst. Wir haben sehr viele Spiele: Wenn wir alle anderen gewinnen, sind wir trotzdem Meister.

Frage: Der knappe Auftaktsieg in der Champions League gegen das Star-Team von Paris Saint-Germain mit Nikola Karabatic war der bisherige Höhepunkt, oder?

Bilyk: Auf jeden Fall. Für die kurze Zeit, die wir zusammen sind, haben wir sehr, sehr gut gespielt. Das hätten viele nicht geglaubt. In der Ostseehalle mit dieser unglaublichen Stimmung ist aber alles möglich. Ich bin auch mit dem Gefühl in das Spiel gegangen, dass wir das gewinnen können. Dabei hatten wir sogar Pech: Obwohl wir gut verteidigt haben und der Tormann gut gehalten hat, kam Paris zu vielen Abprallern und leichten Toren.


Die David-Brandfellner-Show:


Frage: Du persönlich hast voll eingeschlagen, warst einige Male bester Werfer und gehörst auch zu den Top-Torschützen der Liga. Hast du damit gerechnet?

Bilyk: Ich möchte herausstechen, will mich mit den Besten auf Augenhöhe messen, das ist mein Ziel, aber ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht. Umso glücklicher bin ich jetzt. Es macht einfach unfassbar viel Spaß, Teil dieser Mannschaft zu sein. Ich genieße jedes Spiel, jedes Training und auch die Aktivitäten abseits des Feldes. Ich denke, daher kommt auch diese Leistung – weil rundherum einfach alles passt. Ich weiß aber, dass auch schwierigere Zeiten kommen werden.

Frage: Welche Fortschritte hast du aus deiner Sicht gemacht?

Bilyk: Ich habe nichts Großes verändert, aber sehr intensiv an den Kleinigkeiten gearbeitet. Ich habe an Athletik gewonnen, bin körperlich top fit, was in dieser Liga das Um und Auf ist. Ich bin in der Abwehr sehr stabil, werde auch im 1-gegen-1 immer besser, das ist eine richtige Stärke geworden. Ich treffe derzeit fast 80 Prozent meiner Würfe und spiele so, wie ich mir das vorstelle. Jetzt geht es darum, das Niveau konstant hoch zu halten.


Frage: Es warten mit den Auswärtsspielen am Samstag in Barcelona und am Mittwoch bei den Füchsen in Berlin die nächsten großen Aufgaben.

Bilyk: Das sind richtig große und extrem reizvolle Herausforderungen, besonders das Spiel in Berlin. In der Champions League kann man sich mal einen schwächeren Tag erlauben, in der deutschen Liga weniger. Barcelona wird in vielerlei Hinsicht ein absolutes Highlight, keine Frage, aber ich denke, dass Berlin richtungsweisend für die restliche Saison sein kann. Die Füchse sind noch ungeschlagen und gehören sicher zu den besten vier, fünf Teams. Wenn wir gewinnen, holen wir uns viel Selbstvertrauen, sollten wir verlieren, hätten wir schon vier Minuspunkte, was den Rest der Saison sehr schwer machen würde.

Frage: Was sagst du zum zwischenzeitlichen Comeback von Viktor Szilagyi?

Bilyk: Ich fand es erstmals sehr lustig, er hat mir auf eine gewisse Weise leidgetan. Er dachte, er hat es jetzt ruhiger und kann sich auf das Sportmanagement konzentrieren. Der Bergische HC hat aber viele Verletzte und ist in einer schwierigen Situation. Dass er dann sieben Tore macht und die Mannschaft zum ersten Sieg führt, ist überragend. Ich habe ihn danach kurz angerufen. Er hofft, dass das wirklich sein allerletztes Spiel war, aber die Liga würde sich über ein paar mehr freuen. Hut ab jedenfalls, diese Leistung zeigt seine Weltklasse.


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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