Das Hardern hat ein Ende

Aufmacherbild Foto: © GEPA

Er ist die personifizierte Hoffnung für die Harder Fans: Dominik Schmid.

Der 26-Jährige ist im Winter von seinem Deutschland-Abenteuer ins Ländle zurückkehrt und soll den nur von der vierten Stelle ins Obere Playoff startenden Titelverteidiger doch noch zum großen Saisonziel Titelverteidigung führen.

„Wir wollen unserem Trainer zu seinem Abschied den Titel schenken“, verweist Schmid auf Coach Markus Burger, der die „Roten Teufel“ nach zuletzt vier gewonnenen Meisterschaften in Serie zu Saisonende verlassen wird.

Oberes HLA-Playoff

# Pkt
1. Fivers Margareten 0 17
2. Bregenz Handball 0 13
3. UHK Krems 0 12
4. HC Hard 0 11
5. Union Leoben 0 10

Der Auftakt zur Mission Titelverteidigung könnte mit dem Derby zu Hause gegen Bregenz kaum brisanter sein. LAOLA1.tv überträgt das HLA-Comeback des Nationalspielers am Freitag (17:30 Uhr) im LIVE-Stream. (Partie auch erstmals auf A1-TV zusehen)

Hinten ist noch Luft

Die Ausgangslage für das Derby stuft Schmid als ausgeglichen ein. „Beide Teams sind mit der Vorbereitung noch nicht am Ende und müssen Spieler integrieren. Die Nationalspieler sind erst seit kurzem wieder im Training und bei den Bregenzern kommt Espen Lie Hansen erst jetzt von der EM zurück. Der wird noch geschlaucht sein."

Bei Schmid funktioniert die Rückkehr bislang reibungslos. So scheint es zumindest nach seinen auf Anhieb starken Vorstellungen im Test gegen Schaffhausen (10 Tore) und im unglücklichen Cup-Aus bei Westwien (6 Tore).

„Es ist leichter, als wenn ich zu einer wildfremden Mannschaft komme. In Hard kenne ich den Trainer, die meisten Spieler und weiß, welcher Handball hier gespielt wird.“ Verbesserungs-Potenzial orte er vor allem in der Defensiv-Abstimmung.

Ohne den ganz großen Wow-Effekt

Doch gerade in puncto Spielweise steht den Hardern durch den Burger-Abgang eine Zäsur bevor. Obwohl Schmid erst seit kurzem wieder am Bodensee ist, überrascht ihn das Ende der sechs-jährigen Ära nur stückweit.

Wer wird Handball-Meister?

Zu gut kennt er die Vorgänge rund um den Verein. „Es hat immer wieder Gerüchte über einen Umbruch gegeben, aber letztlich ist dieser dann doch früher als erwartet gekommen. Es wird nun wichtig sein, dass die Entscheidung über den neuen Trainer recht bald fällt, damit sich dieser früh mit der Mannschaft befassen kann.“

Auf dem Abstellgleis nahe Stuttgart

Seine Vorfreude auf sein Hard-Comeback ist groß. Denn bei der im Vorjahr in die zweite deutsche Liga abgestiegenen SG BBM Bietigheim stand Schmid zuletzt auf dem Abstellgleis. Dabei hatte die Saison für den Vorarlberger vielversprechend begonnen. „Ich habe sehr viel gespielt, auf Halblinks und später auch auf der Mitte.“

Mit Fortdauer der Saison blieben beim Verein nahe Stuttgart jedoch die Ergebnisse aus. Trainer Hartmut Mayerhoffer reagierte, stellte das System um. Ganz zum Leidwesen Schmids. Der 27-fache Saison-Torschütze bekam ab Ende Oktober kaum mehr Einsatzzeit. „Dann war ich oft sogar hinter der Bank“, so Schmid, der schließlich das Gespräch mit dem Coach suchte. „Er meinte, dass es nicht an mir und meinen Leistungen liege, aber er möchte das System nicht schon wieder wechseln, weil es ja gerade etwas aufwärts ging.“


Ein nicht tragbarer Zustand für den Spieler, der neben seiner persönlichen Weiterentwicklung auch seinen Platz im ÖHB-Nationalteam gefährdet sah. Der Verein zeigte sich einverstanden, Schmid im Falle eines Interessenten ziehen zu lassen.

Der Kontakt in seine Heimat war nie gänzlich abgerissen, wenngleich er sich auch nach Optionen im Ausland umgesehen hat. „Aber wenn du nicht spielst, ist es schwer, dort etwas zu finden.“

DHB-Coup macht für Quali-Kraftakt Mut

Mit dem Wechsel nach eineinhalb Jahren Ausland zurück nach Hard will Schmid nun wieder nach vorne schauen. „Ich bin froh, wieder zurück bei meinen alten Freunden und Bekannten zu sein.“

Im Nationalteam konnte er sich in der WM-Qualifikation als gute Alternative zu Nikola Bilyk positionieren. Dass er in Hard mit ÖHB-Spielmacher Gerald Zeiner zusammenspielt, dürfte sein Standing bei Teamchef Patrekur Johannesson weiter verbessern – Stichwort: blindes Verständnis.

Mit Dänemark zog Österreich im Quali-Playoff (Mitte Juni) für die WM 2017 in Frankreich jedoch einen echten Brocken. „Das ist der mitunter schwerste Gegner, den wir bekommen konnten. Es ist überraschend, dass sie sich überhaupt über das Playoff qualifizieren müssen“, hatte der die Skandinavier eigentlich als Halbfinalisten der EM in Polen auf dem Zettel.

Doch gerade das abgelaufene Großereignis mit Überraschungs-Europameister Deutschland verdeutlichte nur allzu gut, wie einem scheinbar übermächtigen Gegner beizukommen ist. „Man konnte sehen, dass mit dem nötigen Einsatz, Wille und der richtigen Portion Leidenschaft alles möglich ist. Dabei verfügte Deutschland gar nicht über so viele Top-Stars wie Spanien. Das ist eine junge, hungrige Truppe. Ähnlich wie wir im ÖHB-Team“, ortet er Parallelen.

„Wir müssen einfach dran glauben.“

 

Reinhold Pühringer

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