Schaffer: "NFL-Chancen sind schon hoch"

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Drei bis fünf Jahre wird es noch dauern.

Thomas Schaffer darf sich dennoch seriöse Hoffnungen machen, als erster Österreicher, der nicht auf der Spezialposition des Kickers zu Hause ist, den Sprung in die National Football League (NFL) zu schaffen.

Seinen Traum verfolgt der 19-Jährige in den kommenden Jahren an der US-Eliteuniversität Stanford weiter.

"Die Chancen, dass ich in die NFL komme, sind schon sehr hoch", meinte Schaffer im Gespräch mit der APA.

"Körperlich bin ich im Vorteil"

Seine Erscheinung ist eine außergewöhnliche.

Bei 2,00 m wiegt der Wiener, der im Mai an der Lake Forest Academy im US-Staat Illinois seinen Highschool-Abschluss macht, derzeit 122 kg. "Körperlich bin ich gegenüber anderen Spielern auf meiner Position sicherlich im Vorteil."

Schaffer spielt Defensive End.

Er soll als Verteidiger unter anderem Jagd auf den gegnerischen Quarterback machen.

Sein Bewegungstalent hilft ihm dabei. Seit 2013 hat sich der Österreicher in den USA einen Namen gemacht. Mehr als 20 Unis buhlten um ihn. Vergangene Woche entschied sich Schaffer für Stanford - jene Universität, auf der schon Schwimm-Star Markus Rogan zur Weltspitze gereift ist.

"Ich arbeite auf die NFL hin"

Stanford gilt als eines der besten Football-Programme des Landes, gewann in diesem Jahr unter anderem die berühmte Rose Bowl.

Kaum ein College bringt dermaßen viele Akteure in die NFL, vor allem Defensive-Line-Spieler.

"Das ist auch mein Ziel. Es ist etwas, worauf ich hinarbeite", sagte Schaffer. "Es ist wichtig, dieses Ziel nie aus den Augen zu verlieren. Das ist mein Traum, seit ich ein Kind war. Dafür muss man in jedem Training alles geben."

Neben der sportlichen Perspektive sprach aber auch die Ausbildung für Stanford.

"Ich möchte auf jeden Fall einen Abschluss machen", betonte Schaffer. Er wird in Kalifornien Humanbiologie studieren. "Stanford ist eine der besten Unis der Welt. Die akademische Stellung hat auch einen Effekt auf die Leute, die dort hingehen. Sie sind ein bisschen anders als die meisten Football-Spieler."

"Ich will der Beste sein in dem, was ich mache"

Harte Arbeit wird groß geschrieben. Das ist auch bei Schaffer so.

"Wenn ich etwas nicht schaffe, dann mache ich es so oft, bis ich es drauf habe", erklärte der Junioren-Europameister.

"Ich will der Beste sein in dem, was ich mache. Das war in meinem Leben immer schon so." Fünfmal pro Woche steht er in der Kraftkammer. Für die NFL muss er gestählt sein. Schaffer: "Bei meiner Körpergröße wären 130 kg mit unter 10 Prozent Körperfett ideal."

Als Ausgleich spielt er an seiner Highschool auch Volleyball.

Erste Saison ohne Spiele

In Stanford warten ab August täglich zwei Trainingseinheiten. In seiner ersten Saison wird er auf Wunsch der Uni aber noch keine Spiele bestreiten ("Redshirt"), um im Fall der Fälle auch ein fünftes Jahr absolvieren zu können.

"Ihrer Ansicht nach wäre es unsinnig, schon im Sommer gegen Leute zu spielen, die NFL-Draft-Niveau haben und vier Jahre älter sind als ich. Da verletzen sich auch viele."

Stattdessen hofft das Ausnahmetalent 2017 auf einen Stammplatz in einem der besten College-Teams der USA - ein Niveau, auf dem bisher noch kein Österreicher Football gespielt hat. Die bisher einzigen rot-weiß-roten NFL-Exporte waren in den 70er und 80er Jahren die Kicker Toni Fritsch, Toni Linhart und Ray Wersching.

Schaffer: "Ich sehe mich da schon auch als Türöffner. Wenn ich auf dem Level performe und in Stanford einer der Besten werde, dann sehen sie, dass auch die Europäer etwas auf dem Kasten haben."

In Kontakt mit Milanovic

In Kontakt steht er auch mit Aleksandar Milanovic.

Der 24-Jährige hat sein letztes College-Jahr für das Division-II-Team Adams State bestritten und hofft, beim Pro Day im März die Scouts auf sich aufmerksam zu machen.

Der NFL-Draft scheint zwar außer Reichweite, der Offensive-Line-Spieler aus Wien könnte es aber zumindest in den Trainingskader eines Profiteams schaffen. "Das wäre schon etwas Besonderes", meinte Schaffer.

"Ich traue ihm das zu, den Körper hat er." Milanovic wiegt 138 kg.

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang»
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