Ein Münzwurf für die Ewigkeit

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Und da sind wir auch schon wieder!

Die NFL-Ergebnisse sind euch allen freilich bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 16.

Ja, war denn schon Weihnachten? Für die New York Jets definitiv nicht nur am 24. Dezember! Aus dreierlei Gründen: Ein Sieg gegen die Patriots tut dem Erzrivalen immer gut. Zweitens: Der euphorische Sieg nach Overtime war immens wichtig, um im Playoff-Rennen zu bleiben. UND drittens: Dank der peinlichen Steelers-Niederlage in Baltimore (siehe unten) haben die Jets es nun sogar in der eigenen Hand, zum ersten Mal seit 2011 wieder in der Postseason mitzuspielen. Dank des fünften Sieges in Folge, bei dem wieder einmal im Finish die Nerven gehalten haben. Dass die Gäste kurios mithalfen, wird noch weiter unten thematisiert. Aber die Jets sind heiß, Fitzmagic ist for real, Brandon Marshall noch besser als je zuvor, die Defense zur Stelle. Nun geht es ausgerechnet zum Win-And-You-Are-In-Finale gegen Ex-Coach Rex Ryan nach Buffalo, wo QB Ryan Fitzpatrick spielte und OC Chan Gailey trainierte. Happy new year!

 

Ääääähm. Tja. Hmmmm. Pffffffff. Really????? Wirklich, liebe Pittsburgh Steelers? Also ganz ernsthaft? Was war denn das? Uns fehlen ein bisschen die Worte. Und auch alle Steelers-Fans, die wir kennen, waren am Tag danach a bisserl blass ums Naserl. Das konnte ja auch wirklich keiner riechen, dass Pittsburgh gegen Baltimore die Vorrangstraße in Richtung Playoffs verlassen würde. Ausgerechnet Baltimore. Schon wieder Baltimore. Rivalität hin oder her: Ravens in diesem Zustand mit einem frisch vom AMS verpflichteten QB (Well done, Ryan Mallett!) MUSS man als Postseason-Anwärter besiegen. Ohne Wenn und Aber. Aber mit einer derart ineffizienten Offense und einem unkonzentrierten Ben Roethlisberger (zwei - offizielle -  Interceptions) lässt sich schwer gewinnen. Es war bereits die zweite Saison-Niederlage gegen die Ravens. Wenn es nun am Ende, und das ist wahrscheinlicher, nicht für die Playoffs reicht, weiß man wenigstens, wo man das Ticket liegengelassen hat. Ääääähm. Tja. Hmmmm. Pffffffff. Really?????

 

Habt ihr das gehört? Irgendwo in Miami wurde eine Champagner-Flasche aufgemacht. Ja, die 72er-Dolphins feiern einmal mehr, dass sie weiterhin das einzig ungeschlagene Team einer Saison in der NFL-Geschichte bleiben. Denn die Carolina Panthers haben verloren. Nach 14 Erfolgen in dieser Spielzeit setzte es im 15. Spiel die erste Niederlage. Und nicht gerade bei einem der ganz großen Kaliber in diesem Jahr. Aber die Atlanta Falcons haben Julio Jones. Und mit Matt Ryan haben sie einen QB, der einen Ball weit werfen kann. Hatte diesen Play of the Week zur Folge: 70 Yards, TD und am Ende Sieg Atlanta! Odell Beckham jr. gefällt das.

Es war natürlich DAS Thema dieses Wochenendes! Warum in aller Welt nur wollten die Patriots den Ball in der Overtime nicht als Erstes, obwohl sie den Münzwurf gewannen? Warum nur? Warum nur? Warum nur? Warum nur? Warum nur? Warum nur? "Weil wir dachten, es ist das Beste für das Team", sagte Head Coach Bill Belichick nachher. Warum war es das? Warum war es das? Warum war es das? Warum war es das? Warum war es das? Das fragen sich so ziemlich alle, inklusive Matthew Slater, der beim Münzwurf für die Ewigkeit im Fokus stand. Denn der hatte offenbar gedacht, wer die Wahl gewinnt, darf auch entscheiden, wohin gespielt wird. Nein, darf er nicht. So bekamen die Jets nicht nur den Ball, sondern durften auch MIT dem Wind spielen und bestraften die Wahl der Patriots per 5-Plays-Drive. Am Ende warf Fitzpatrick zu Decker "for the win". "Oh Boy", Patriots!


                            WETTEN, DASS...?


Okay, zwei Dinge kann man vor Woche 17 wohl außer Streit stellen. Erstens: Ihr habt Bock auf Fantasy Football! Zweitens: Es gab vor dem finalen Spieltag der Regular Season schon mal mehr Drama. Fans der New York Jets und Pittsburgh Steelers können jetzt ruhig ein paar Baldrian-Tropfen einwerfen, Storylines bietet diese Liga auch so genügend, aber wenn wir ehrlich sind, kann ein derart müdes Playoff-Rennen der sehr auf Ausgeglichenheit bedachten NFL selbst nicht gefallen. Gut, nicht dass es sich nicht ohnehin schon die komplette Saison über angekündigt hätte. Aber so sehr wir dieses - eh trotzdem immer noch megageile - Produkt stets zurecht in den Himmel loben, muss man eben auch darauf hinweisen, wenn sich der Nervenkitzel in Grenzen hält. Wenigstens in zwei Fällen geht die Strategie, am Saisonende auf Division-interne Duelle zu setzen, vollends auf. Ein Showdown um die NFC North beziehungsweise Rex Ryan als Hürde in die Playoffs für die New York Jets - geht's noch genialer? Das wird monströs! Abseits davon drohen doch relativ viele bedeutungslose Spiele. Aber Schluss mit Jammern, so bleibt wenigstens ein bisschen Zeit für Herzschmerz. Solche Geschichten mögen wir doch alle (looking at you, Eric Berry!). Eine in meinen Augen wahre Gänsehaut-Story schrieb am Wochenende Tim Hightower, was abseits unserer vielen Saints-Fans vielleicht ein wenig untergegangen sein könnte. Drei Jahre lang war der Running Back nach einer schweren Knieverletzung raus aus dem Geschäft. Nach einigen Talentproben in Arizona (relativ viele TDs, eher wenige Yards) spielte er 2011 in Washington seinen letzten Snap. Bis ihm New Orleans im November wieder eine Chance gab. Aufgrund der Verletzungsmisere startet er inzwischen, machte seine Sache schon zuletzt nicht schlecht und explodierte nun so richtig. Am Wochenende war er mit 122 Yards der Leading Rusher des Spieltags, kam insgesamt auf 169 Total Yards und zwei Touchdowns! Das "I'm so glad I didn't give up" in seinem unten stehenden Tweet kann man wohl nachvollziehen! Schön, wenn sich harte Arbeit bezahlt macht - vor allem nach so verdammt langer Zeit. Hatte ihn jemand in seinem Fantasy-Team? Der eine oder andere von euch hat ja noch gar nicht gespielt (wirklich, "mundafinga"?) oder lernt gerade unser Schicksal, sich Spiele nicht mehr normal ansehen zu können, kennen (Willkommen im Klub, "enzo_karotti"!). Viele scheinen ja auf der NFL-Seite zu spielen, wo ich noch nicht wirklich das Vergnügen hatte. Aber ich denke mal, wir werden eine geeignete Plattform finden. Hat jemand Vorschläge? Am besten für eine Salary-Cap-Variante. Logisch, dass wir auch nicht alle Anbieter kennen. Und noch ein kleiner Programmhinweis in eigener Sache: Das ist wie gehabt der letzte Touchdown TUESDAY in dieser Saison, ab sofort übersiedeln wir auf den Montag. Wobei ich mal schätze, dass wir nach Green Bay gegen Minnesota ein bisserl Schlaf brauchen und nächsten Montag eher erst in den Abendstunden fertig sein werden, haha.

Bravo Redskins! Taugt mir - und zwar ganz unabhängig davon, dass mir alle anderen drei NFC-East-Teams in der 2015er-Variante aus den unterschiedlichsten Gründen auf die Nerven gingen. Dann ist mir schon lieber, wenn die Overachiever mit einem Playoff-Ticket belohnt werden. Sofern die Redskins das überhaupt sind. Am Ende haben sie tendenziell eine Bilanz eingefahren, die man ihnen zutrauen konnte - reicht in dieser Division ja. Zudem gibt es in Washington auch ein Leben abseits von QB Kirk Cousins, den wir schon zu Genüge diskutiert haben. Diesmal soll es um zwei andere Herrschaften gehen. Einerseits Jordan Reed. Dazu muss ich eine kleine Episode aus dem November-Camp des ÖFB-Teams in Spanien erzählen - mir wird heute noch schlecht wegen meiner Fehleinschätzung. Kollege H. von einer in Österreich nicht unbekannten Nachrichtenagentur (Beim TT anonymisieren wir gerne bis zur Unkenntlichkeit, haha) fragte mich, ob er das Trade-Angebot Eddie Lacy für Reed annehmen soll (mit Tyler Eifert verfügte er über einen zweiten starken TE). Ich habe ihm in der Annahme, dass Lacy früher oder später aus seinem Tiefschlaf erwachen würde, dazu geraten. Tja, deswegen gebe ich ungern Fantasy-Tipps. Lacy blieb lazy und wie sehr Reed gerade in den letzten Wochen aufdrehte, muss man nicht erläutern. Kollege H. hat Gott sei Dank auf den Trade verzichtet. Andererseits sei der Vollständigkeit halber festgehalten, dass sich Jay Gruden in dieser Saison wohl für längere Zeit in der Riege der NFL-Head-Coaches etabliert hat. Das macht nicht nur Bruderherz Jon stolz, sondern ist auch mehr als verdient. Denn nach seinem wackligen Debüt-Jahr wäre er angesichts des riskanten Cousins-Manövers wohl seinen Job los gewesen, wenn dieses nicht funktioniert hätte. Und ob dann so schnell eine zweite Chance kommt? So bewies er nicht nur Eier und Leadership, sondern er vertraute vor allem seinen Augen und weniger diversen Business-Interessen. Er sah, dass Cousins im Camp besser war als Robert Griffin III und ließ ihn spielen. Eine der mutigsten - und vor allem besten - Entscheidungen dieses Jahres. Coach of the Year wird er wohl dennoch nicht. Aber in der Trainer-Hackordnung der NFL hat ihn diese Saison definitiv nach oben katapultiert. Noch ein Wort zu "RGIII": Ich schließe mich dem Kollegen Kastler an, er wird fix seine zweite Chance bekommen - und ich bin eigentlich recht optimistisch. Vielleicht tat diese Auszeit gut, er hat sich tadellos benommen und als Teamplayer profiliert. Bei seiner Teamwahl sollte er halt weniger auf das Geld sondern vielmehr darauf achten, einen Coach zu finden, bei dem er ins System passt. Soll es in der NFL ja geben...

Drei wahllose Blicke in die Secondaries dieser Liga. 1.) Darrelle Revis interceptet Tom Brady. Wer musste da nicht grinsen? 2.) Was für ein Goldstück haben sich die Kansas City Chiefs eigentlich mit Marcus Peters geangelt? Höchste Zeit den Rookie mal vor den Vorhang zu holen. Acht Interceptions in dieser Saison, vier alleine im Dezember - der Bursche wird immer besser! 3.) Wir wollen hier zwar keinen Charles-Woodson-Fanklub gründen, so oft wie er in dieser Saison im TT vorkommt, aber auch ich möchte diese fantastische Karriere würdigen. Am Donnerstag bestritt er sein letztes Heimaspiel für Oakland und die Raiders wollten ihn noch mal richtig ins Rampenlicht stellen - schade, dass dieser Offensivspielzug in die Hose ging. Wäre ein genialer Abgang mit einem Highlight auf der anderen Seite des Balls gewesen. Mit einem Sieg verabschiedete er sich trotzdem - und mit persönlichen Worten über das Stadion-Mikro. Was für ein Moment! Und ich schließe mich dem alten Haudegen an: Ich glaube bekanntlich auch, dass den Raiders gute Jahre bevorstehen. Fragt sich nur wo in Kalifornien...

 

Bill Belichick ist also auch nur ein ganz normaler Mensch, dem Fehler unterlaufen. Gut zu wissen! Wobei war es ein so schwerer Fehler? Wir hatten in dieser Saison schon einmal die Diskussion, ob es nicht schlauer ist, in der Overtime zuerst der eigenen Defense zu vertrauen (sofern man eine hat), den Gegner zu stoppen und dann "nur" ein Field Goal kicken zu müssen. Der Vorteil vergangener Jahre, den Münzwurf zu gewinnen, ist längst nicht mehr so groß. Also irgendwo kann ich den Schachzug nachvollziehen, wenngleich halt der Worst Case passierte und man sich selbst matt setzte. Die Verschwörungstheorie, dass man von den Schwierigkeiten Pittsburghs wusste und die Chance, in den Playoffs auf die - im Normalfall - gefährliche Steelers-Offense zu treffen, minimieren wollte, kann und will ich indessen nicht nachvollziehen (wenngleich ich nur einem Coach zutrauen würde, so zu denken). Das viel gröbere Problem der New England Patriots erscheint mir ohnehin ein anderes zu sein: Jetzt, wo sich mit dem Deutschen Sebastian Vollmer der gefühlt 83. O-Liner in dieser Saison verletzt hat, wird es mit dem Schutz von Tom Brady immer haariger. Teilweise war das ja wirklich nicht mehr mitanzusehen, wie der lebende QB-Gott unter Druck gesetzt wurde. Gerade die Left-Tackle-Position ist eine grobe Baustelle. Belichick und seine Coaches haben bezüglich der Line in diesem Jahr aus wenig wirklich viel gemacht, aber langsam muss er zaubern. Und ja, er ist der Coach, dem ich das zutraue...

Bevor mich diese Partie in den viel zu frühen Schlaf getrieben hat (und das passiert mir bei der NFL selten), musste man sich wirklich die Augen reiben. Das war schon Green Bays Offense in Glendale, oder? Also nicht, dass der Packers-Angriff in dieser Saison so famos gewesen wäre, aber so schlecht? "Piefke1", "sportfan_1990" und "Red_Flash" hatten im letzten TT eine interessante Diskussion über die Receiver-Riege. Ich schließe mich der Meinung an, dass Randall Cobb eine der ganz großen Enttäuschungen dieser Saison ist. Ich hätte auch gedacht, dass er mehr ist als eine klassische Nummer zwei. Aber wie "Red_Flash" richtig schreibt, macht es eben einen Unterschied, ob der Star-Cornerback auf dich aufpasst oder ein anderer. Den Sprung zur Nummer eins hat er in Abwesenheit von Jordy Nelson nicht geschafft, Davante Adams nicht jenen zur Nummer zwei, lediglich James Jones hielt - mit Höhen und Tiefen -, was man sich von dieser Rückhol-Aktion versprechen konnte. Es wäre jedoch, auch wenn es Gotteslästerung gleichkommt, falsch, in jedem Mannschaftsteil die Gründe für Green Bays Einbruch nach dem 6-0-Start (Super-Bowl-Prognosen Anfang Oktober machen echt Sinn, oder?) zu suchen, aber Aaron Rodgers zu verschonen. Der Superstar-Quarterback spielt - gerade für seine Verhältnisse - einfach keine gute Saison. Das muss man einmal klar so feststellen - Nelson hin oder her. Diese Ausrede zieht ohnehin nur bedingt. Denn Cam Newton spielt ohne Kelvin Benjamin und mit einer Ansammlung an Durchschnitts-Receivern wie Ted Ginn (Durchschnitt wäre vor einem Jahr noch ein Ritterschlag für ihn gewesen) die Saison seines Lebens, nur als Beispiel. Tom Brady fehlen am laufenden Band Anspielstationen (Mehrzahl!). Rodgers mangelte es in dieser Saison bisweilen schlichtweg an Präzision, zudem wirkt er zögerlicher als gewohnt - ja, vieleicht mangelndes Vertrauen in die Anspielstationen. Dazu eine schwache O-Line. Ein Teufelskreis. Wie auch immer: Dass sich die Packers inzwischen mit im Schnitt 225,3 Passing Yards pro Spiel lediglich auf Rang 26 der NFL befinden, ist definitiv nicht im Sinne des Erfinders. Nicht mit dem immer noch amtierenden MVP als Quarterback. Dass Rodgers in den Playoffs heiß läuft, kann jederzeit passieren. Dort könnte seine Erfahrung Gold wert sein. Aber die Hoffnung war schon mal größer... PS.: Kleines und einfaches Quiz für alle, die am Wochenende gut aufgepasst haben: Welcher Spielzug feierte am 28. Dezember seinen 40. Geburtstag?

Gegen Baltimore mit Ryan Mallett verlieren? Really, Steelers? Mir fehlen die Worte! Da hat wohl jemand die eigenen Gesetze einer Rivalry unterschätzt... Für mich die absurdeste Niederlage dieser Saison. Da widme ich mich lieber meiner wahllosen Serie an Fazits zu Nicht-Playoff-Teams. Bleiben wir zuerst in der AFC North. Für die Cleveland Browns war es wieder einmal eine verlorene Saison. Zu den Johnny-Football-Jüngern gehöre ich bekanntlich auch nicht. Hype um Typen, die sich für die beste Erfindung seit geschnittenem Brot halten (um ein altes Aaron-Rodgers-Zitat auszupacken), ist mir meist suspekt. Aber ich kann mir nicht helfen: Wenn ich Johnny Manziel in letzter Zeit bei der Arbeit zusehe, meine ich schon entdecken zu können, dass man etwas aus ihm machen könnte. Rein sportlich gesehen. Alleine die 108 Rushing Yards gegen K.C. sind aller Ehren wert, aber auch durch die Luft waren schon brauchbare Aktionen dabei. Ja, er hat noch viele Schwächen, aber dieses gewisse Etwas ist nicht abzustreiten. Wenn man in Cleveland bloß das Wort Kontinuität buchstabieren könnte. Immer neue Verantwortungsträger, immer neue Coaches. Das bringt stetig wechselnde Philosophien und Personalvorstellungen mit sich. Sieben (!) Erstrunden-Picks hatten die Browns seit 2012. Mit diesem Fundament könnte das Team ganz anders dastehen, aber Trent Richardson und Brandon Weeden lassen grüßen... Ob mit Manziel einer dieser Erstrunder abseits des Felds die Kurve kriegt, weiß kein Mensch. Erwachsen ist er geistig offenkundig noch nicht. Aber vielleicht sollte man ihm bei diesem Potenzial die Zeit geben und mit ihm Head Coach Mike Pettine. Der hat zwar keine glückliche Spielzeit hinter sich, ist aber kein Schlechter. Der nächste Strategiewechsel könnte den Aufbau jedoch wieder zurückwerfen. Apropos Strategiewechsel. Den Worten von "muehli17" im letzten TT zu den San Francisco 49ers ist wenig hinzuzufügen. Er spricht einen ganz wesentlichen Punkt an: Für ihn ist es das schlimmste Jahr, und zwar nicht, weil er verzweifelt, sondern weil es ihn emotional gar nicht mehr so packt. Die Traditions-Franchise muss tatsächlich aufpassen, nicht wieder in der Lethargie der Nuller-Jahre zu versinken. Dass dieses Jahr schwierig werden würde, war klar. Talent wäre trotzdem vorhanden. Aber Owner Jed York und GM Trent Baalke müssen wohl oder übel eher flott liefern, ehe der Volkszorn ein großer wird. Denn ihre fehlende Chemie mit Jim Harbaugh hat vieles zerstört. Ausbaden muss es derzeit Jim Tomsula. Entscheidungen stehen in der Offseason einige an, allen voran auf der QB-Position: Ein neuer Versuch mit Colin Kaepernick? Blaine Gabbert als "Brücke", bis man einen neuen Franchise-QB gefunden hat? Oder jetzt schon im Draft in Runde 1 zuschlagen? Das könnte spannend werden.


Im Osten freute sich Todd Bowles, im Westen Bruce Arians. Beide waren vergangene Saison noch in Arizona vereint, ehe sich DC Bowles in der Offseason den Head-Coach-Job bei den Jets sicherte. Arians blieb freilich bei den Cards und steigerte sich von Jahr zu Jahr. 2013 mit 10-6 auf bittere Weise nicht für die Postseason qualifiziert, 2014 nach 11-5 im Wild-Card-Game in Carolina ausgeschieden. Nun schon bei 13-2, Division-Sieg und erste Bye für Arizona in den Playoffs seit 1990. Was für eine Machtdemonstration gegen Green Bay! Als gesamtes Team einen Playoff-Teilnehmer auseinandergenommen! Arians musste lange auf einen Head-Coach-Job warten und macht jetzt das Beste daraus, im wahrsten Sinne des Wortes. Er ist echt kein Diplomat, deswegen hat er vielleicht so lange auf diese Chance warten müssen, aber jetzt zeigt er jene Arbeit, der andere Teams vielleicht nun nachtrauern. Die Cardinals wirken in allen Phasen reif. Und um den Kreis zu schließen: Vielleicht trifft Arians in der Super Bowl auf Bowles. Wäre das nicht super? Ja, ich wollte mir nur gleich mal das Wortspiel "Super Bowles" hier sichern...

Willkommen in den Playoffs, Denver Broncos! Und sie haben es sich wahrlich verdient, die weißen Pferde aus Colorado! Zum vierten Mal in Folge eine 11-Siege-Saison, chapeau! Im Monday Night Game kamen sie zurück: Ein 0:14 gegen Cincinnati aufzuholen, das gelingt in dieser Saison auch nicht jedem Team. Aber die Gastgeber haben sich mit Fortlauf der Partie gesteigert. Brock Osweiler hat de facto zwei Winnings Drives hinter sich, führte sein Team in die Overtime und dort zum Sieg. Natürlich half es, dass Bengals-QB McCarron dann bei Ballbesitz das Leder nicht festhalten konnte... egal, Playoffs - und da sind die Broncos dabei. Die Bye-Week kann man mit einem Sieg gegen San Diego klarmachen. Und danach macht die Defense den Rest? Sie wirkte gegen Cincy in manchen Phasen schon wieder so, als dass man den Eindruck gewinnen könnte. Mal sehen. Für Osweiler ist dieser Sieg in jedem Fall immens wichtig. In solchen Phasen wird man zu einem Winner.

Ein Blick gilt der neuen Saison und ich freue mich echt schon wieder auf die Jaguars-Offense. Sie war für mich eine der spannendsten, attraktivsten, effizientesten dieser Saison. Nicht nur, weil mich Blake Bortles Fantasy-mäßig am Leben hielt (juhu, meine erste Final-Teilnahme in einer Keeper League). Aber der junge Mann hat ja auch dieses gewisse Etwas. Ja, er macht noch billige Fehler, wenn er etwa erst nach Übertreten der Line of Scrimmage wirft. Aber er verlängert vor allem auch viele Plays mit seinen Moves, kauft sich Zeit und hat einen tollen Arm, der die Robinsons, Hurns und Thomas' dieser Welt bedienen kann. Die Jags haben diese Saison einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Nächste Saison Playoffs? Fantasy-mäßig absolut nichts dagegen!

Ja, Bill Belichick ist ein Genie. Aber in diesem Fall hat er sich vertan und er muss es auch einmal zugeben können. Und nicht bei der Pressekonferenz danach den üblichen Zwei-Wörter-als-Antwort-reicht-Head-Coach mimen. Ich rede natürlich von der folgenschweren Entscheidung, nach dem gewonnenen Münzwurf den Ball an die Jets abzutreten, die danach per Touchdown in der Overtime gewannen. Ich kann es ja irgendwo nachvollziehen - wenn man die Jets schnell stoppt, hat man eine gute Feldposition für das siegbringende Field Goal - aber verstehen will ich es dennoch nicht. Warum? Weil die Patriots zu diesem Zeitpunkt des Spiels on fire waren, sie einen gewissen Tom Brady in ihren Reihen haben und offensichtlich die Jets-Offense doch ein wenig unterschätzten. Es war ein Fehler, und den kann man auch einfach mal zugeben. An die Steelers-Theorie glaube ich auch nicht (seit dem "Butt Fumble" hatten die Pats mit den Jets immer ihre Mühe, verloren zudem das letzte Playoff-Duell in einem ähnlichen Kräfteverhältnis...), obwohl es schon wieder so Patriots-mäßig wäre. Egal, die Auswirkungen hielten sich für New England ja in Grenzen. Ein Sieg in Miami und sie sind die Nr. 1 der AFC. 

Mutmaßlich werden wir im kommenden TT schon einige Trainer-Entlassungen bekanntgeben müssen, schließlich heißt Black Monday nicht umsonst Black Monday. Und mutmaßlich könnte die Ära von Tom Coughlin in New York nach zwölf Jahren zu Ende gehen. Unter anderem auch, weil sich sein bester Spieler vergangene Woche dermaßen aufführte und auch der Coach nichts dagegen tat. Aber wie auch immer. Denn was stehen bleiben wird von der Coughlin-Ära? Richtig, das sind zwei Super-Bowl-Titel. Jeder Fan, der nicht gerade aus New England kommt, weiß, wie schwer es ist, dass sein Team in die Super Bowl einzieht und diese dann auch gewinnt. Coughlin hat es zwei Mal geschafft. Zwei Mal gegen New England pikanterweise. Er wird seinen verdienten Platz in der Geschichte einnehmen, vielleicht in der HOF. Mal sehen, in jedem Fall ein mir sympathischer Coach, auch wenn ich ihn in dieser Saison öfters kritisieren musste. Und apropos Super-Bowl-Champions - KORREKTUR zu vergangener Woche: Warum auch immer wurde Big Ben Roethlisberger von mir als zweifacher Super-Bowl-MVP bezeichnet, dabei ist er - wie wir alle (inklusive mir) wissen - "nur" Super-Bowl-Champ. Dank an User "kasuinix", der gleich die MVPs Hines Ward und Santonio Holmes nannte. Auch deswegen schätzen wir unsere User sehr!

Sieger am Spieltag, aber dennoch Loser! Die St. Louis Rams haben in dieser Saison zwei Mal gegen die Seattle Seahawks und einmal gegen die Arizona Cardinals (noch dazu auswärts) gewonnen. Und trotzdem mischten sie nicht ansatzweise im Kampf um die Playoffs mit? Klingt komisch, ist aber so. Es ist wirklich ein komisches Team (Case Keenum statt Nick Foles bleibt mir dennch ein Rätsel), das aber jedes andere in der NFL scheinbar schlagen kann. Doch was bringt es, wenn man nicht mit den Großen im Jänner mitmischt? Gut möglich, dass sich diese Frage bald anderorts klären wird. In jedem Fall sollen sie hier von mir noch einmal eine Würdigung erfahren und gleich der Wunsch deponiert werden, dass wir von Spielern wie Tavon Austin, Kenny Britt und (für Kollegen Altmann natürlich) Todd Gurley mehr denn weniger Positives hören. Weil das Talent einfach da ist!

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl 50, die am 7. Februar kommenden Jahres in Santa Clara, Kalifornien, stattfinden wird.

Das Levi's Stadium der 49ers liegt eine gute Autostunde von San Francisco entfernt, wo auch die Events rund um die Bowl stattfinden werden.

Wir sind in jedem Fall zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Week-16-Pick:

VIKINGS vs. CHIEFS

(Super Bowl) IV gewinnt! Auch weil ihn Kollege Altmann natürlich nicht auf seiner Rechnung hatte, hehe.

Week

NFC Team AFC Team
01 Seattle Seahawks Indianapolis Colts
02 Dallas Cowboys Denver Broncos
03 Minnesota Vikings Buffalo Bills
04 Green Bay Packers New York Jets
05 Green Bay Packers New England Patriots
06 Carolina Panthers New England Patriots
07 Seattle Seahawks New England Patriots
08 Carolina Panthers Cincinnati Bengals
09 Green Bay Packers Denver Broncos
10 New York Giants New England Patriots
11 Green Bay Packers Kansas City Chiefs
12 Washington Redskins Denver Broncos
13 San Francisco 49ers Cincinnati Bengals
14 Seattle Seahawks Carolina Panthers
15 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers

PETER ALTMANN und sein Week-16-Pick:
 
CARDINALS vs. JETS
 
Kollege Kastlers Wortspiel gehört honoriert. Arians vs. Bowles! Lehrmeister vs. Schüler. Das hätte etwas!

Week

NFC Team AFC Team
01 Seattle Seahawks New England Patriots
02 Green Bay Packers New England Patriots
03 Arizona Cardinals New England Patriots
04 New York Giants New England Patriots
05 Green Bay Packers New England Patriots
06 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers
07 Green Bay Packers New York Jets
08 Green Bay Packers Denver Broncos
09 Carolina Panthers New England Patriots
10 Arizona Cardinals Pittsburgh Steelers
11 Seattle Seahawks Denver Broncos
12 Carolina Panthers Denver Broncos
13 Seattle Seahawks Pittsburgh Steelers
14 Carolina Panthers Pittsburgh Steelers
15 Seattle Seahawks Kansas City Chiefs

In dieser Kategorie lassen sich die beiden NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 17 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 17

  • Rex Ryan tritt beim Münzwurf vor der Overtime persönlich an, entscheidet ihn für sich und die Bills, die den Ball haben wollen und mit dem ersten Drive (5 Plays) die Jets aus dem Playoff-Rennen werfen.
  • Davon profitieren wiederum die Pittsburgh Steelers, die dank eines Defensive-Plays in Cleveland gewinnen.
  • Und eine Tampa-Bay-Hail-Mary sorgt für den Sieg gegen Carolina, das Platz 1 in der NFC an Arizona abtritt. Verrückte NFL.
PETER ALTMANN über Week 17
  • Die Indianapolis Colts schlagen die Titans, die Texans unterliegen den Jaguars, die Bengals den Ravens, die Jets den Bills, die Saints den Falcons. Die Broncos besiegen die Chargers, die Dolphins die Patriots, die Chiefs verlieren gegen die Raiders und die Steelers gegen die Browns und schwuppdiwupp, der eh ganz realistische Weg der Colts in die Playoffs geht auf. Wirklich verrückte NFL!

  • Peyton Manning schluckt am Neujahrs-Tag eine Kopfweh-Tablette. Die Welt ist empört.

  • Der bessere QB bei Green Bay gegen Minnesota hört auf den Nachnamen Bridgewater, der Matchwinner jedoch auf Lacy.

 

In diesem Sinne wünschen wir euch, lieben Lesern des Touchdown Tuesday, einen guten Rutsch! Mögen 2016 alle eure Träume und Wünsche in Erfüllung gehen. Und ja, das darf gerne auch ein Super-Bowl-Triumph eures Teams sein - der eine oder andere wird dieses Gefühl erleben.

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