Touchdown Tuesday: Danke, Brett Favre!

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Und da sind wir auch schon wieder!

Die NFL-Ergebnisse sind euch allen freilich wie immer bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 12: 

Ja, das war ein ganz wichtiger Sieg für unsere Freunde aus Seattle. Und einer, der hart erarbeitet war. Ging es doch gegen die Steelers hin und her, hin und her, hin und her, hin und her... Insgesamt sieben Führungswechsel gab es im Nordwesten, ehe Doug Baldwin mit seinem dritten Touchdown an diesem Tag alles klar machte. Russell Wilson warf fünf Touchdown-Pässe - so viele wie noch nie in seiner Karriere in einem Spiel. In der ersten Saisonhälfte brachen die Seahawks noch gegen Ende gerne ein, dieses Mal machten sie den Sack zu. Die Steelers warfen vier Interceptions, je zwei durch "Big Ben" Roethlisberger und Landry Jones, eine davon bei einem durch und durch verunglückten Field Goal Fake. Allesamt wurden mit Touchdowns der Gastgeber bestraft. Und jö, Richard Sherman durfte seine erste Interception in dieser Saison bejubeln. Wenn auch billig, weil Antonio Brown ins Stolpern geriet, lasst die Tauben (oder in dem Fall Fischadler) steigen! Denn die Seahawks (6-5) haben im NFC-Wildcard-Race einen ganz wichtigen Sieg gelandet!

Ja, das Bild oben trifft es eigentlich eh ganz gut. Tom Brady und die Patriots sind leicht enttäuscht. Oder viel mehr verärgert. Oder angepisst, wie er es selbst sagen würde. Kein Wunder. Denn die Perfect Season ist dahin. Nach zehn Siegen folgte in Denver die erste Niederlage. Was für viele kein Beinbruch wäre, ist es für diesen leidenschaftlichen Perfektionisten. Denn auch wenn er es nie sagen würde, nach dem Deflate-Gate-Sommer wollte es der vierfache Champion mit einer Perfect Season und dem fünften Ring allen noch einmal zeigen, was sie ohnehin schon wissen. Nun, zumindest die Perfect Season ist dahin. "Ich war noch nie so sichtlich angepisst, wie nach dieser Niederlage", meinte Brady am Montag, auch weil einige - what else in dieser Saison - zweifelhafte (Non-)Calls gegen die Pats gingen. Und ja, wir haben nicht nur deswegen Verständnis. Denn zwingend muss man dieses Spiel nicht verlieren. Vor allem, wenn man im vierten Viertel 21:7 führt, der Punt Returner Chris Harper patzt (und tagsdrauf den Job verliert), am Ende der Gegner mehr als ein Field Goal zurückliegt und man sich nach der Two-Minute-Warning knapp in der eigenen Häflte befindet. Aber so ist Football. Die gute Nachricht: Rob Gronkoswki hat sich nicht schlimmer verletzt.

Und er hat es schon wieder getan. Odell Beckham Junior fängt Pässe, die einfach nicht zu fangen sind. Gut, eines gleich vorneweg, falls irgendwelche Diskussionen aufkommen sollten: Natürlich war der Catch vergangene Saison gegen Dallas der "Catch of the Century". Den macht er einmal und nie wieder. Den vom Sonntag vielleicht öfters, aber auch nicht jeden verdammten Sonntag. Hätten sich die Giants nicht gegen die Redskins so ins Nest gesetzt, hätte sich OBJ auch etwas mehr darüber freuen können. So oder so ist er einfach eine Augenweide, was das Fangen von Pässen betrifft. Jeder, der sich mal ein Giants-Spiel ansehen wird, sollte früh ins Stadion gehen und ihm alleine beim Aufwärmen zuschauen. Das ist schon ein Erlebnis für sich selbst. Hier also das Sequel zum vergangenen Jahr. Popcorn raus und viel Vergnügen!

Oh Boy, Tevin Coleman! Da brichst du durch, ziehst das Feld hinunter - und verlierst den Ball. Und wie! Er wird dir einfach hinterhältig rausgepoppt, wie man im Football-Englisch sagen würde. Wieder ein kostbarer Fumble. Wieder die Partie verloren. Nach dem 5-0-Start liegt man nun bei 6-5. Man ist zwar im NFC-Wildcard-Rennen dabei, wäre aber aktuell nicht auf einem Playoff-Platz. Matt Ryan leistete sich auch wieder zwei Interceptions und wird hinterfragt. Schwierige Situation für die Falcons, die von Adrian Peterson niedergelaufen wurden. Aber solche Fumbles sind dann eben doppelt und dreifach bitter. Deswegen Falcons-Fans, schaut weg, die anderen hin. Das sieht man nämlich auch nicht aller Tage.

 
DER MOMENT, WENN DIE PERFECT SEASON DAHIN IST

DER ARME! EINE RUNDE MITLEID! UND DANKE
WALTER REITERER FÜR DEN RETWEET

 

Liebe Leute, nach dem Link von der "alten" hier natürlich herzlich Willkommen auf der "neuen" Seite! Wie gesagt: Wäre großartig, wenn ihr eure Weltklasse-Postings, bei denen ihr euch so viel Mühe gebt, dass es uns Woche für Woche aufs Neue erstaunt und sprachlos macht, in dieser Woche bereits hier tätigen könntet, damit sie nicht verloren gehen! Das wollen wir natürlich nicht. Dann bleiben sie gesammelt und wir können in der kommenden Woche auch darauf eingehen. Gleich vorweg: Die neue Seite wird cool, in vielen Bereichen können wir unsere Inhalte in Zukunft viel geiler darstellen. Aber wir wissen selbst, dass die Optik des neuen TT noch nicht ganz ideal ist. In der Football-Sprache kämpfen wir da eher noch um den Playoff-Einzug als um eine Perfect Season, haha. Aber das hat leider technische Gründe, mit denen ich euch gar nicht langweilen möchte - so ist es eben in diesem Medien-Biz. Daher haben wir vorerst die Grafiken aus dem "alten" TT ins neue System hinüberkopiert. Das wird demnächst besser gestaltet, versprochen! Und "mundafinga", hahaha, ja, soooo alt ist das bisherige Kolumnen-Foto eh noch nicht, da hast mich bei einer "leichten" Übertreibung erwischt. Aber auch die werden neu, ich komme gerade vom Fotoshooting. Zweieinhalb Stirnfalten und 37 graue Haare sind leider hinzugekommen - alle wegen der Frechheiten von Kollegen Kastler. Auch in dieser Woche ist wieder eine dabei (er hat seinen Text früher geschrieben). Als Strafe werde ich die Partie aussuchen. Wovon ich rede? Lest unten selbst! PS: Aber danke für die Einladung, lieber Herr Kastler! Ich tät dann auch gleich einen Vorschuss auf mein Thanksgiving-Butterbrot entgegennehmen. Schlimmer versemmeln kann man ein Tippspiel ja nicht als du letzte Woche.

So, nach diesem etwas technischen Start brauchma in aller Kürze fix ein bisserl was fürs Herz. Was waren das für Emotionen in Green Bay - also zumindest in der Halbzeitpause! Gänsehaut war das! (Über die Gänsehaut-Momente des Spiels wird ja vermutlich "Go-Bears" berichten! Denn wir wollen dich ja selbstverständlich gar nicht erst los werden!!!) Es ist gut und richtig, dass Brett Favre und die Green Bay Packers ihren Frieden miteinander gemacht haben. Es hat wieder zusammengefunden, was zusammengehört. Bei echtem Green-Bay-Wetter - und Favre liebt das zurecht! - wurde er in den Ring of Honor aufgenommen, seine Nummer 4 wird nicht mehr vergeben (wer hätte auch ernsthaft mit ihr spielen wollen im Lambeau?). Der mittlerweile 46-Jährige begleitete mich durch meine ersten Jahre als NFL-Fan, sein Triumph in Super Bowl XXXI gegen New England war die erste, die ich live im TV sehen konnte. Und einer der unvergesslichsten NFL-Momente meines Lebens wird für mich immer das Monday Night Game am 22. Dezember 2003 gegen Oakland bleiben, als er einen Tag nach dem Tod seines Vaters eine erste Halbzeit mit absurd-magisch-fantastischen Würfen hinlegte, die selbst mich als nicht so richtig gläubigen Menschen vermuten ließen, dass es so etwas wie überirdische Kräfte gibt. Und das in einem Jahr, in dem mir derselbe Schicksalsschlag passierte. Danke dafür!

Gibt es eigentlich schon Stimmen, die behaupten, dass Touchdowns von Calvin Johnson an Thanksgiving traditioneller sind als der Truthahn selbst? Wird dieser Feiertag in Bälde "Thanks-Megatron" heißen? Man weiß es nicht, aber in Detroit wird dieser Antrag bestimmt noch gestellt. Kurzer Faktencheck: Zum siebten Mal in Folge scorte der Superstar-Receiver an Thanksgiving einen Touchdown. Nach seinem "Hattrick" gegen Philadelphia sind es inzwischen deren elf - natürlich ein Rekord. Ich finde auch, dass der 30-Jährige nicht mehr die Dominanz vergangener Jahre ausstrahlt. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass Johnson immer noch einer der allerbesten Passempfänger der Liga ist. Und bravo Lions! Drei Siege in Folge - allerhand! Die weitläufigen Personal-Rochaden haben offenkundig Wirkung gezeigt. Ausgenommen blieb Head Coach Jim Caldwell. Nun bin ich ja bekanntlich nicht der Meinung, dass er der idealste Chef auf Erden ist. Ich habe leichte Zweifel an seinen Leader-Qualitäten. Ich sehe ihn eher als Coordinator, denn fachlich kann man ihm wenig vorwerfen. Aber: In Detroit sind sie natürlich näher dran und werden ihn nicht umsonst verschont haben. So gesehen lasse ich mich natürlich gerne eines Besseren belehren!

In dieser Woche gab es richtig viele direkte Duelle mit Relevanz im Hinblick auf die Playoffs. Eines, das diesbezüglich ein wenig unterging, ist Indianapolis gegen Tampa Bay. Ich möchte kurz auf jeweils eine Personalie beider Teams eingehen. Matt Hasselbeck hat also auch sein viertes Saison-Spiel als Ersatz von Andrew Luck gewonnen, was wieder einmal die Wichtigkeit eines vernünftigen Backup-QBs unterstreicht. Vor allem für einen 40-Jährigen ist dies keine schlechte Bilanz, auch wenn gerade im Team-Sport Football die Statistik "Quarterback-Wins" nur eine nachrangige Bedeutung hat. Dass Luck im Gegenzug bei einer 2-5-Bilanz hält, ist so gesehen eine interessante Fußnote, aber nicht mehr. Die Frage, wer nach Lucks Genesung starten soll und wird, stellt sich ohnehin nicht. Aber, und das ist entscheidend: Hasselbeck übergibt nach derzeitigem Stand ein Team mit voll intakten Playoff-Chancen, und das zählt. Auch Tampa Bay hätte bei einem Sieg bei einer 6-5-Bilanz gehalten, was für ein Team, das in der Vorsaison "gut" genug für den Einser-Draft-Pick war, aller Ehren wert ist. Die Playoffs kämen vielleicht noch ein wenig zu früh, die Richtung unter Lovie Smith stimmt jedoch inzwischen. Dieser Aufschwung liegt auch an einem Mann, dem ein bisschen zu wenig Beachtung geschenkt wird. Running Back Doug Martin ist in meinen Augen eine der positivsten Überraschungen dieser Saison. Aktuell ist er mit 1038 Rushing Yards hinter Adrian Peterson (1164) die Nummer zwei in der Rushing-Liste, nur die beiden haben mehr als 1000 Yads erlaufen. Dies erleichtert natürlich auch den Job von Jameis Winston. Kein Rookie-QB sagt Nein zu funktionierender Unterstützung auf dem Boden. Wie auch immer: Die Bucs fliegen vielleicht noch ein wenig unter dem Radar, aber hier entwickelt sich ein interessantes Team mit jungen Playmakern - Mike Evans sowieso und Austin Seferian-Jenkins wird ja hoffentlich auch irgendwann wieder einmal gesund sein.

Ich liebe die Spannung, die dieses Playoff-Rennen bietet und noch bieten wird. Da erwarte ich mir noch den einen oder anderen Thriller. Der NFL-Postseason-Arithmetik sei Dank. Denn nach Woche 12 können wir schon mal so ehrlich sein und sagen: Die qualitativ beste Saison aller Zeiten wird das ganz knapp nicht mehr. Ich kann mich an Jahre erinnern, in denen ich zum aktuellen Zeitpunkt schätzungsweise rund zehn Mannschaften ohne zu zögern die Super-Bowl-Teilnahme zugetraut hätte, vielleicht manchmal sogar mehr. Alleine von der Qualität und ihrem Auftritt her. In diesem Jahr ist dies definitiv anders. Selbst an den absoluten Spitzenteams könnte man herummäkeln. Bei New England wegen des Verletzungspechs, aber auch davor wirkte die Defense nicht komplett sattelfest. So richtig will man immer noch nicht glauben, dass Carolina das durchziehen kann, auch wenn ich immer mehr zum Believer werde. Die Sorgen in Green Bay, Denver oder Seattle haben wir ohnehin schon zur Genüge diskutiert. Und Cincinnati, Playoffs - eh schon wissen. Aber darum geht's eigentlich gar nicht so sehr. Mir geht es um die Riege dahinter. Irgendwie ist die Ausgeglichenheit der NFL aus der Spitzenklasse hinunter ins Mittelmaß gerutscht, wenn ihr versteht, was ich meine. Nur eine Handvoll an Franchises reißt komplett ab, selbst Teams mit wirklich augenscheinlichen Löchern mischen zumindest im Wild-Card-Race voll mit, in der AFC South und der NFC East dürfen sich solche Mannschaften sogar Hoffnungen auf den Division-Titel machen. Nicht, dass es mich extrem stört, ich mag solche Storys wie Washington, Kansas City oder Houston. Aber dass die Texans nach der Art und Weise, wie sie sich zwischenzeitlich vernichten ließen, nach einem Zwischenspurt von vier Siegen inzwischen voll auf Playoff-Kurs sind, ist - sagen wir mal - erwähnenswert. Ob im positiven Sinn? Ich weiß es nicht. Wenn ich daran denke, dass beispielsweise Arizona vor zwei Saisonen oder Philadelphia vergangenes Jahr jeweils mit einer 10-6-Bilanz und mutmaßlich besseren Mannschaften die Playoffs verpasst haben, wird mir ein bisschen anders. Aber: Auch das gehört zur NFL. Es wird offenkundig immer schwieriger, wirklich ausgeglichene Roster zusammenzustellen. Und so lange es der Spannung keinen Abbruch tut, können wir vermutlich alle bestens damit leben.

Einer der lustigsten Momente in Week 12 war fraglos der Touchdown von Carson Palmer. Zuerst wie in Zeitlupe in die Endzone gelaufen (Und das ist bitte ein Lob, gell! Denn: Palmer, Endzone, Gelaufen. Ja, wirklich!) und dann ein derart verhunzter Spike - grandios! Aber den guten Herren möchte ich jetzt gar nicht beleuchten, das habe ich vergangene Woche in aller Ausführlichkeit getan. Ich möchte diese Partie als Gelegenheit benutzen, um "muehli17" herzlich Willkommen zu heißen. Genau wie für "49er Faithful" ist dies natürlich keine leichte Saison in San Francisco, wenn man es mit den gewohnten Ansprüchen der vergangenen Jahre vergleicht. Aber, auch wenn es ein schwacher Trost ist, ich finde, dass dieses Match gegen die Cardinals keine so trostlose Leistung war. Ein Problem in San Francisco erscheint mir (betrachten wir den Status quo und vergessen wir einmal die unzähligen Abgänge und Verletzten), dass immer ein Mannschaftsteil abwechselnd voll auslässt. Versagte in Seattle die Defense an allen Ecken und Enden, schlug sie sich gegen Palmers Super-Offense meiner Meinung nach erstaunlich gut. Daraus machte halt leider die Offense lange Zeit viel zu wenig. Wobei ich auch hier festhalten möchte, dass Blaine Gabbert seine Sache nicht so schlecht macht. Phasenweise sah dies tatsächlich nach Pass-Football aus. Ein bisschen zumindest. Ich bin gerade dabei, meine aus Jacksonville-Zeiten stammende Abneigung gegen ihn Schritt für Schritt abzubauen und zumindest neugierig auf weitere Bewährungsproben zu sein. Aktuell darf er Spielpraxis und somit auch Erfahrung sammeln. Vielleicht ist er ja ein Spätentwickler, der bei den Jaguars einfach zu früh ins sehr, sehr, sehr kalte Wasser geworfen und in der Folge abgeschrieben wurde. Immerhin war Gabbert einst ein Erstrunden-Pick. Zurzeit hat er zumindest die Chance, sich für 2016 zu empfehlen, genau wie viele andere junge 49ers-Backups. Möglicherweise ist das Timing des Rebuildings kein schlechtes. Arizona wäre Division-intern schwer zu knacken und auch Seattle ist, wie man sieht, in der Lage die Probleme zu überwinden. Und St. Louis ist am besten Wege dazu, sich in einigen Jahren darüber zu ärgern, einen guten Roster verschwendet oder zumindest zu spät ausgenutzt zu haben. Das Rebuilding der 49ers wird schon noch ein, zwei Jahre in Anspruch nehmen. Wie gut die NFC-West-Konkurrenz dann noch ist, wird sich weisen.

Eine der oben angesprochenen Partien mit hoher Playoff-Relevanz war Atlanta gegen Minnesota, und es war schon sehr erstaunlich, wie müde sich Atlantas Offense präsentierte. Die Kritik an Matt Ryan wächst spürbar. Ich kann es irgendwo nachvollziehen, dennoch sollten wir eines außer Streit stellen: Schätzungsweise die Hälfte der Liga würde sich alle zehn Finger abschlecken, wenn sie einen Quarterback seiner Klasse in ihren Reihen hätten. Die Formkrise der Falcons (und ein bisschen war ein Einbruch trotz des Traumstarts sehr wohl zu befürchten) ist jedoch eng mit seinen Leistungen verbunden. Alleine in den letzten beiden Partien warf er fünf Interceptions, im Saisonverlauf bereits deren zwölf. Der 30-Jährige ist natürlich zu gut, um sich von ihm zu trennen. Aber ist er auch gut genug, um mit ihm eine Super Bowl zu gewinnen? Zweifel sind erlaubt. Zur Elite-Kategorie, die im Alleingang diverse Schwächen kaschiert, gehört er fraglos nicht. Ryan gehört zur Riege jener Spielmacher, die dann besonders wertvoll sind, wenn die Qualität des Rosters eine gute ist. So wie vor drei Jahren, als nur ein paar Yards auf den Einzug ins "Big Game" gefehlt haben. Dass der Routinier in den kommenden Jahren fürstliche 23,75 Millionen Dollar gegen die Salary Cap zählt, ist so gesehen keine Hilfe. Denn von jemanden, der spitzenmäßig entlohnt wird, erwartet man zurecht auch eine spitzenmäßige Performance. Ich ahne, dass diese Thema in den kommenden ein, zwei Jahren präsenter werden könnte, wenn "Matty Ice" seine Coolness nicht wiederfindet. Andererseits denke ich, dass Atlanta erst am Beginn des Weges mit Dan Quinn steht. Steigert man das Niveau des Kaders weiterhin Schritt für Schritt (und dieses Jahr ist bereits kein Vergleich mit dem letzten), sollten auch die Vorzüge des Quarterbacks wieder besser zur Geltung kommen.

Brock rockt! Wer bei seinem zweiten Start die bis dahin noch ungeschlagenen Patriots schlägt, hat schon einmal mal was gut gemacht. Wer aber bei seinem zweiten Start in der Overtime bei einem wichtigen 3rd and 1 kurzerhand den Play ändert und im nächsten Moment C.J. Anderson in die Endzone laufen sieht - der hat mein Vertrauen. Brock Osweiler ist mehr als ready, diese Broncos zu führen. Bleibt nur noch die Frage: Soll er das auch weiterhin, wenn die spielende Legende Peyton Manning zurückkommt? Pfuh, viel Glück, Gary Kubiak! Ich denke, wenn Peyton wirklich vollends fit ist, dann sollte er die Saison auch fertigspielen. Zumal die Broncos trotz seiner Turnover-Orgie bei 7-0 standen, das sollte man nicht vergessen. Super Defense hin oder her. Osweilers Zeit wird auch noch kommen. Und wie viel wert es sein kann, ein paar Jahre im zweiten Glied zu stehen, hat das Beispiel Aaron Rodgers in Green Bay gezeigt. Da möchte ich auch noch jedem Packers-Fan schnell gratulieren, der zu Thanksgiving im Lambeau Field war. Ich hatte schon mal off-Game das Vergnügen und das war schon ein Traum, aber bei einem Spiel mit Anwesenheit der drei Legenden Bart Starr, Brett Favre und Aaron Rodgers, die alle vier Lombardi Trophys der Packers gewonnen haben, zu sein: Da geht nichts mehr mit R-E-L-A-X.

Kollege Altmann hat es oben schon angesprochen, diese NFL-Saison wird nicht Rekorde an übermäßiger qualitativer Hochwertigkeit brechen. Aber sie bleibt spannend. Ist ja auch schön. Alleine ein Blick auf das Playoff Picture zeigt: In den letzten fünf Wochen der Regular Season ist noch alles für de facto jeden möglich. Fünf Teams in der AFC stehen etwa bei 6-5, selbst die Lions (denen wollten wir fast schon Paperbag 2.0 reichen) können es in der NFC noch locker schaffen. Okay, ich suche mir jetzt einen Sympathieträger jeder Conference aus, der es schaffen soll, weil es heuer "vermöglichbar" scheint. NFC: Cowboys, gewinnt noch die NFC East! AFC: Raiders oder Bills? Hm, dann die Jags, auch wenn sie Spiele wie gegen San Diego verlieren...

 Ein Kumpel von mir, auch ein Football-Fan, hat heute seinen neuen Job in Mannheim angetreten. Und was hat das mit der NFL zu tun, werden sich manche nun zu Recht fragen. Nun, in Mannheim wuchs jener Mann auf, der nach wie vor den Sack-Season-Rekord in der NFL hält: Michael Strahan mit 22,5. Die Giants-Legende hat in der für ihn erfolgreichen Super Bowl XLII sein letztes Spiel bestritten. Wann kommt er endlich zum Punkt, werden sich manche nun zu Recht fragen. Jetzt: Denn es geht mir einmal im Jahr darum, die wunderbaren Dokumentationen rund um die NFL ins Rampenlicht zu stellen. Sie gehören genauso wie die Spiele zum Faszinosum NFL. Ich habe mir etwa in der vergangenen Woche "A Football Life" mit eben Strahan sowie Terrell Owens (natürlich mit dem Dallas-Stern-Jubler, einer meiner Lieblingszenen ever) angesehen - beide via Game Pass. Und sie könnten nicht besser gemacht sein. Für die kalte Jahreszeit einfach ideal. Und der Game Pass hat ja etwa auch Hard Knocks und viele andere Features. Etwa das Super-Bowl-Archiv. Ja, ich werde es tun und mir vor Super Bowl 50 - wenn, wenn nicht jetzt - die 27 verfügbaren ansehen. Sicher auch eine mit Kollegen Altmann, vielleicht eine aus den 70ern, dann kann er mir ja erzählen, wie das damals live so war *hihihihihi*... And. It. Is. On.

Ein Philly-Cheesesteak-Sandwich ist so ziemlich eines meiner Lieblings-Gerichte, vor allem natürlich in Philadelphia. Und das Geschäft von Geno's oder Jim's muss dieser Tage besser gehen als ohnehin schon. Denn die Sportfans in Philly müssen ja Frustessen ohne Ende. Nämlich alle Anhänger ihrer Major-League-Teams. Alle. Fangen wir Football-bezogen mit den Eagles an. Wie peinlich war das bitte wieder? Sich von den Bucs 45 Punkte einzuhandeln ist schon schlimm, aber auch von den Lions ein paar Tage später? Das muss man mal erst hinbekommen. Zwei Problemfelder: Defensiv sind sie offensichtlich ein Schatten ihrer selbst, zumal die Offense in Detroit nur einen Turnover produzierte. Zweitens: Sie haben nie lange den Ball. So wird es schwierig ein Football-Spiel zu gewinnen. Und nun noch zu den anderen Teams: Die Sixers haben die längste Niederlagen-Serie in der NBA inne, die Flyers spielen in der NHL mit Michael Raffl unter dem Radar und in der abgelaudfenen MLB-Saison hatten die Phillys die schlechteste Bilanz von allen. Wenigstens ist das Essen wirklich gut...

Leider wieder einmal etwas zu Ndamukong Suh, der das aber auch irgendwie immer herausfordert. Vor der Partie bei den Jets gab es einen Report von Ian Rapoport - nicht verwandt oder verschwägert - dass Suh sich vor seine Defense-Kollegen gestellt und sinngemäß gesagt haben soll: Er ist die Defense, er ist der Anführer und werde noch lange hier sein und wenn das andere auch wollen, dann müssen sie gut spielen, tun sie aber nicht und bla bla bla. Am Sonntag verloren die Fins mit 38 Punkten bei den Jets. Bei den Jets. Wie haben die Dolphins reagiert? Offensive Coordinator Bill Lazor entlassen...

Jeff Fisher wird immer weirder. Wer jetzt den Aufwand, den seine Rams betreiben (oder eher nicht), bezweifelt, könne seinen Allerwertesten - eh schon wissen. Alleine die Wortwahl zeigt, dass die Nerven etwas blank liegen, nicht nur weil man sportlich ratlos wirkt. Schade, bei dem vorhandenen Potenzial.

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl 50, die am 7. Februar kommenden Jahres in Santa Clara, Kalifornien, stattfinden wird.

Das Levi's Stadium der 49ers liegt eine gute Autostunde von San Francisco entfernt, wo auch die Events rund um die Bowl sein werden.

Wir sind in jedem Fall zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Super-Bowl-Pick nach Week 12:

WASHINGTON REDSKINS vs. DENVER BRONCOS

Ich bleibe im Re-Bowl-Modus. Dieses Mal Neuauflage von XXII anno 1988. Dieses Mal gewinnen die Broncos! (Weil sie auch eher dabei sein werden...)

Week

NFC Team AFC Team
01 Seattle Seahawks Indianapolis Colts
02 Dallas Cowboys Denver Broncos
03 Minnesota Vikings Buffalo Bills
04 Green Bay Packers New York Jets
05 Green Bay Packers New England Patriots
06 Carolina Panthers New England Patriots
07 Seattle Seahawks New England Patriots
08 Carolina Panthers Cincinnati Bengals
09 Green Bay Packers Denver Broncos
10 New York Giants New England Patriots
11 Green Bay Packers Kansas City Chiefs

PETER ALTMANN und sein Super-Bowl-Pick nach Week 12:
 
CAROLINA PANTHERS vs. DENVER BRONCOS
 
Das scheinen la legendäre Super-Bowl-Historien-Abende im Hause Kastler zu sein, wenn er inzwischen mit dem Jahr 1988 daherkommt. Aber gerade Super Bowl XXII war ja vor allem mit der Symbolik abseits des Platzes keine schlechte, immerhin spielte mit Doug Williams erstmals ein schwarzer QB in der Super Bowl und gewann sie auch noch überzeugend. Heutzutage ist zumindest das - bei allen anderen Problemen bezüglich Toleranz auf dieser Welt - Gott sei Dank kein großes Thema mehr. Was wäre die NFL auch beispielsweise ohne Cam Newton? Ich nominiere ihn wieder einmal für die Super Bowl und paare ihn in einem Matchup mit PeytonManning/Brock Osweiler. Wer New England besiegt, verdient sich natürlich auch in dieser Woche einen Tipp.

 

  • Fangen wir mit einem Hipster-Stat als Wiedergutmachung für das letztmalige Auslassen an: Ryan Fitzpatrick von den Jets hat sich seinen enormen Bart rasiert und vier TDs ohne INT hingelegt. Das letzte Mal, als er seinen Bart signifikant stutzte, kamen sechs TDs für Houston heraus...
  • Brock Osweiler ist der erste QB seit 2009, der die Patriots mit seinem Team schlägt, nachdem man im vierten Viertel +14 zurückliegt. Davor: Peyton Manning mit den Colts.
  • Apropos: Die Patriots haben die 47 Spiele zuvor, in denen sie im vierten Viertel +14 Punkte Vorsprung hatten, alle gewonnen.

  • Doug Baldwin ist der erste Seahawks-Receiver seit Joey Galloway, der drei TDs in einem Spiel fängt. Das war 1997 gegen die Raiders der Fall.

  • Matt Hasselbeck ist der erste QB, der als 40-Jähriger seine ersten vier Starts gewinnt.

  • Phil Rivers hat als 17. QB in NFL-History die 40.000 Yards Marke überworfen.

  • Eli Manning hat sein 20. Spiel mit 3 INTs seit seiner Rookie-Saison hinter sich. Kein anderer QB hat in dieser Spanne mehr als 13.

  • Adrian Peterson hat inzwischen 18 Spiele mit 150 oder mehr Rushing Yards. Nur Barry Sanders, Jim Brown und Walter Payton haben mehr. Keine unprominenten Herren...

  • Apropos Walter Payton. Jeremy Langford ist der erste Rookie-RB der Chicago Bears seit der Legende, der in vier Spielen in Folge einen TD erzielt hat.

Week NFC Team AFC Team
01 Seattle Seahawks New England Patriots
02 Green Bay Packers New England Patriots
03 Arizona Cardinals New England Patriots
04 New York Giants New England Patriots
05 Green Bay Packers New England Patriots
06 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers
07 Green Bay Packers New York Jets
08 Green Bay Packers Denver Broncos
09
Carolina Panthers New England Patriots
10 Arizona Cardinals Pittsburgh Steelers
11 Seattle Seahawks Denver Broncos

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 13 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 13

  • New Yorker Derby: Natürlich gewinnen die Giants, weil Eli statt 3 INTs 7 TDs wirft. Sechs auf ODB. Fünf spektakulär. Einer so la la. Einer steht danach zur Auswahl zum "Catch of the Century."
  • New England gegen XY (in dem Fall Philly): Es verletzt sich kein Receiver/TE.
  • Saints schlagen Panthers. Ich weiß nicht wie, ich weiß nicht warum. Aber es wird passieren. Keine Perfect Season 2015.
PETER ALTMANN über Week 13
  • Peinlich war gestern! Bei Pittsburgh gegen Indianapolis wird ein Trickspielzug funktionieren. Ganz sicher! Traut euch!

  • Spielen Detroit und Green Bay eigentlich nur noch donnerstags? Wurscht. Die Lions werden gewinnen. Jahr zwei in einer 24-jährigen Durststrecke der Packers in Detroit (Long-Term-Bold-Prediction)

  • Game of the week and nobody knows it? Eindeutig Oakland gegen Kansas City! Die Chiefs siegen, weil der achte Running Back zu Höchstform aufäuft. Wie besagter Herr heißt, wissen sie vermutlich selbst noch nicht.

HEUTE NACH WEEK 12

Gute Besserung, Tony Romo! Komm einfach stärker zurück, als du vorher warst!

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