TT: Hat es Manning noch drauf?

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Und da sind wir auch schon wieder!

Die NFL-Ergebnisse sind euch allen freilich wie immer bekannt, doch die größte und teuerste Profiliga der Welt hat viele Stories zu erzählen.

Wie gewohnt widmet sich LAOLA1 den Auffälligkeiten des Spieltages.

Wer ist Winner? Wer ist Loser? Wer oder was war awesome? Wer oder was war awful? Wer sorgte noch für Aufsehen? 

Das ist der Touchdown Tuesday - die Endzone von LAOLA1 - Episode 10:

Einige Schritte für Andre Ellington, ein großer für die Cardinals in Richtung Playoff! Wir denken, "mundafinga" stimmt uns zu, wenn wir sagen: Die Cardinals sind am Weg zum Division-Titel in der NFC West. Denn wer soll sie auch stoppen? Nach dem 39:32-Sieg in Seattle haben die Cards nun eine Bilanz von 7-2, führen gegenüber den Rams (4-5), die sich gegen die Bears extremst schwach präsentierten, und den Seahawks (4-5) um jeweils drei Siege. San Francisco ist in dieser Saison außen vor. St. Louis hat zwar aktuell gegenüber den Cards den Tiebreaker, weil sie in Week 4 in Arizona gewonnen haben, Seattle allerdings nicht und noch dazu nun das Heimspiel verloren. Aber auch egal: In Summe sind die Cardinals in dieser Division in einer eigenen Liga, was sie auch im Sunday Night Game vor allem in Hälfte eins gezeigt haben. Die war nahezu perfekt. Ja, im vierten Viertel wurde es noch einmal eng, aber das kann gegen Seattle immer passieren. Ellington machte mit seinem 48-Yards-TD-Run alles klar. Carson Palmer zerlegte über weite Strecken die früher so gelobte Seattle-D. Richard Sherman ist längst nicht mehr unbezwingbar. Nach dem Heimspiel gegen die Bengals kommt es zu zwei Gastspielen in San Francisco und St. Louis. Spätestens dann wird alles klar sein - und dann wird Drew Stanton wohl wieder so jubeln dürfen. Einfach köstlich!

Ja, die Packers sind in der Krise! Auch wenn viele Teams gerne in dieser Krise wären, schließlich hat Green Bay immer noch eine 6-3-Bilanz stehen. Aber die letzten drei Partien wurden allesamt verloren. Gut, auswärts gegen Denver und Carolina kann man das dieser Tage noch nachvollziehen, aber zu Hause gegen Detroit (2-7) ist das eine andere Sache. Wenngleich es die Lions gut gemacht haben, dazu weiter unten mehr. Aber die Art und Weise, wie sich die Packers über weite Strecken in Carolina und am Sonntag präsentiert haben, bereitet den Fans schon Sorgen. R-E-L-A-X war einmal! Weil Rodgers auch nicht auf der Höhe scheint (nur 35 seiner 61 (Rekord-)Passversuche kamen an), weil ihm die O-Line zu wenig hilft, weil das Laufspiel schlichtweg nicht existiert und die Defense verwundbar ist. Wie in Carolina kamen sie am Ende noch einmal zurück, es gelang sogar der Onside-Kick, sie hätten via Kicker Mason Crosby das Sieges-Field-Goal schießen können. Aber bezeichnenderweise ging es in die Hose. Zum ersten Mal seit 24 Jahren gewannen die Lions in Green Bay - und das durchaus verdient. Nächste Woche treffen die Packers auf die Vikings (7-2). Ein absolutes Schlüsselspiel in der NFC North und man darf schon jetzt gespannt sein, wie sich die Packers da präsentieren. HC Mike McCarthy wird übrigens nicht wieder das Playcalling der Offense übernehmen...

Natürlich gab es spektakulärere Plays an diesem Wochenende. Das wissen wir und würdigen sie auch noch weiter unten. Aber Giants gegen Patriots muss einfach auch oben einen Platz finden, oder? Eben! Zumal Stephen Gostkowski mit seinem Game-Winning-Field-Goal Adam Vinatieri als Franchise-Leader an Field Goals (264) überholt hat. Und dann ausgerechnet gegen die Giants. Gegen den Angstgegner der Patriots. Jenes Team, das sie davor das letzte Mal 2007 geschlagen haben. In der Regular Season. Als man auch das letzte Spiel gewann und mit 16-0 in die Postseason einzog. Und erst in der Super Bowl verlor. Eben, gegen die Giants. Die New Yorker gewannen auch Super Bowl XLVI gegen die Patriots. Brady verlor zwei seiner Endspiele - und zwei Mal gegen Eli Manning. Am Sonntag war es fast wieder so weit. Aber 1:47 Minuten reichten dem Superstar, auch ohne Timeouts. Danny Amendola wurde zum Slot Receiver a la Julian Edelman, der sich im Spiel den Fuß brach. Den Rest besorgte Gostkowski aus 54 Yards - und für die Patriots fühlte sich der erste Sieg gegen die Giants seit acht Jahren wie ein kleiner Super-Bowl-Sieg an. Geile Partie, die man gerne auch in der Super Bowl wieder sehen würde! Brady und Gronk sowie Eli und Beckham - NFL-Herz, was willst du mehr?

Ein Rekord-Tag zum Vergessen! Das tat weh, aber so richtig. Peyton Manning war ausgerechnet an jenem Tag, als er Brett Favres Career-Passing-Yards-Rekord brach, ein Schatten seiner selbst. Nur 35 Yards, nur fünf Completions, dafür vier Interceptions und im dritten Viertel dann das Ende. Wenn eine spielende Legende wie Peyton Manning dann für Brock Osweiler (!) gebencht wird, ist das wirklich schlimm. Das hat allen in der Football-Welt weh getan (Mehr dazu weiter unten...). Oh Boy! Die Broncos verloren gegen die Chiefs sang und klanglos und machten erst im vierten Viertel ihre Punkte - in der so genannten Garbage Time. Da stand Manning längst an der Seitenlinie und musste an seinem Rekord-Tag tatenlos zusehen, wie die Broncos ihre zweite Niederlage in dieser Spielzeit einstecken mussten. In Folge. Vielleicht konnte der 39-Jährige aber doch noch einmal lachen, nämlich als er sich die Video-Botschaft seines Rekord-Vorgängers Brett Favre ansah. Wir haben zumindest laut gelacht!

Congrats #PeytonManning! https://sqor.com/posts/08385704-7d19-48ea-b368-44890a86ab79/uid/39229

Posted by Brett Favre on Sonntag, 15. November 2015

                                   ANNO DAZUMALS...

 
So, Kollegen Kastler in der Fantasy-Liga wieder überholt, damit können wir dieses Thema (vorerst) wieder ruhen lassen (Du traust dich hier den ESC zu erwähnen? Really?!?). Oder? Nein, doch nicht! Ich meine, den Wunsch nach einer eigenen TT-Liga durchzuhören. Diese Idee gefällt mir. Am einfachsten wäre wohl eine Salary-Cap-Variante, da unbegrenzte Teilnehmer-Zahl. Erinnert uns, vielleicht lässt sich ja etwas auf die Beine stellen für kommende Saison. Ich verrate gleich mal, dass ich Ben Roethlisberger vielleicht unter Umständen möglicherweise eventuell nach reiflichster Überlegung einmal aufstellen würde. Gut, jetzt wissen wir also: Er ist nicht nur einer der besten Quarterbacks der Liga, sondern auch der beste Backup-QB der NFL. Meine Herren! Von der Bank kommend für 379 Yards und drei TDs zu werfen, kann schon was. Und ich habe ihn in unserer Salaray-Cap-Liga - logischerweise - verkauft und in der jährlichen Draft-Liga - logischerweise - auf der Bank gelassen. Mit Super-Receivern wie Antonio Brown und Martavis Bryant kann man schon mal so eine Show abziehen. Irgendwie war dieses Duell mit Cleveland aber so oder so komisch. Gemeinsam "brachten" es beide Teams in Halbzeit eins auf minus 3 Rushing Yards. Eh nachvollziehbar, dass das Laufspiel egal ist, wenn zuerst Backup Landry Jones spielt, dann der angeschlagene Starter und man "nur" DeAngelo Williams zur Verfügung hat, oder? Schräg! Noch zwei Gedanken: Pittsburgh pfeift so aggressiv wie kein anderes Team auf die Extrapunkte und geht auf die zwei Punkte. Seit diese Regeländerung vor zwei Jahren angedacht wurde, widmen sich die Steelers im Training vermehrt den Two-Point-Conversions, weil man zuversichtlich ist, mehr als 50 Prozent aller Versuche verwerten zu können. Das hat den angenehmen Nebeneffekt, dass man auch im regulären Spielverlauf kurz vor der Goalline effektiver ist. Nicht unclever, dieser Mike Tomlin. Der Gedanke zu Cleveland: Vielleicht etwas weit hergeholt nach einem 9:30, aber war das eines der ersten Spiele, in denen man wirklich erkennen konnte, zu was Johnny Manziel fähig sein kann? Ich habe ja immer noch meine Zweifel, aber wer weiß, was da geht, wenn - und das ist ein großes Wenn - sich "Johnny Football" endlich mehr auf den "Football" als auf den "Johnny" konzentriert...
 
Peyton Manning spielt im oberen Bereich und bei Kollegen Kastler eine Hauptrolle, deswegen fasse ich mich kurz. Mir blutet ohnehin das Herz. Aber ganz einfach: Er ist alt + er ist verletzt = keine gute Kombination. Lasst den guten Herren gesund werden, erspart ihm das Duell mit Tom Brady und schaut euch an, was ihr an Brock Osweiler habt, liebe Broncos! Ich habe bei diesem Backup kein schlechtes Gefühl. Und ja, ich glaube immer noch an Peyton, sofern er fit ist. Nächste Woche geht es nach Chicago, und die Bears sind auch die eigentlichen Hauptdarsteller dieses "Awesomes" - Connection zu den Broncos inklusive. Und damit ist auch, aber nicht nur Ex-Denver-QB Jay Cutler gemeint. Sind wir uns ehrlich: Eine blöde Aktion und kaum ein QB dieser Liga wird derart intensiv gebasht wie der 32-Jährige aus Santa Claus. Derzeit spielt er - in einem maximal durchschnittlichen Team mit einer über weite Strecken nicht fitten Passempfänger-Riege - so gut wie vielleicht noch nie in seiner Karriere. Und keinen interessiert's!! 95,3 beträgt derzeit sein QB-Rating. Zuvor hat er in seiner Laufbahn die 90 am Ende der Saison noch nie überschritten. Vor allem die Leistung beim überraschenden Kantersieg in St. Louis war richtig gut. 19 von 24 Pässen an den Mann zu bringen, spricht für Präzision. Dazu kein Turnover - mit der Zahl der Ballverluste hat er seine vielleicht größte Schwäche bislang in dieser Saison ohnehin deutlich minimiert. Das führt uns zur zweiten Denver-Connection, auf die ich eigentlich hinaus will. Sein Offensive Coordinator ist in dieser Spielzeit Adam Gase, der gemeinsam mit John Fox aus Colorado nach Illinois übersiedelte. Gase begleitete Peyton Manning erst als QB-Coach und in den vergangenen beiden Saisonen als OC durch seine guten Broncos-Jahre. Zufall, dass Manning plötzlich nicht mehr funktioniert, und Cutler plötzlich dank deutlicher Steigerung nicht mehr wie gewohnt im Kreuzfeuer der Kritik steht? Möglich. Vielleicht aber auch nicht. Gase war vergangenen Jänner verdammt nah dran an einem Head-Coach-Job, San Francisco wählte schließlich doch Jim Tomsula. Nach dieser Saison wird es bestimmt ein Team geben, das Gase vorhin erwähnte Entwicklungen zuschreibt und ihn 37-jährig zum Head Coach macht. Ist dieses Trainer-Talent wirklich so gut, wie es scheint, darf sich sein neuer Arbeitgeber jetzt schon freuen.

Ich bin ganz ehrlich, aus der NFC East werde ich in diesem Kalenderjahr nicht mehr schlau. Aber da mir sehr viel daran liegt, dass Kollegen Kastlers unten stehender Super-Bowl-Pick nicht aufgehen kann (so charmant er zugegeben ist - also der Tipp, nicht Kollege Kastler), drücke ich ab sofort einfach den Washington Redskins die Daumen, hehehe. Kann man aus den Redskins schlau werden? Natürlich auch nicht. Aber für mich sind sie eine der größten Spaß-Truppen dieser Saison. Das bringt wohl ihre Unberechenbarkeit mit sich. Glaubt man, sie haben den Dreh heraußen, streuen sie unter Garantie eine nicht nachvollziehbare Leistung ein - und umgekehrt. In diesem Wechselbad der Gefühle brachte der Kantersieg gegen New Orleans selbstredend ekstatischen Jubel, wobei ich den Anteil der Saints-"Defense" nicht unerwähnt lassen möchte. Eigentlich eine Überraschung, dass DC Rob Ryan erst jetzt gefeuert wurde. Dennoch, Ehre wem Ehre gebührt: Kirk Cousins mit einem Perfect Rating, das Laufspiel funktionierte auch wieder einmal und bis auf Brandin Cooks ließ man auch defensiv wenig zu, und das ist gegen den zuletzt stark aufspielenden Drew Brees schon eine Hausnummer. Cousins ist zwar die gleiche Wundertüte wie das restliche Team, er hat es jedoch immerhin geschafft, dass "RGIII" bestensfalls noch eine Randnotiz ist. Immerhin.


Die St. Louis Rams benchen Nick Foles und machen Case Keenum zum neuen Starting-QB. Philadelphia-Spielmacher Sam Bradford tut sich gegen Miami weh und fällt vorerst aus. Keine gute Woche für die beiden Protagonisten eines der interessantesten Trades der Offseason. Oder soll man eher sagen: Keine gute Saison von beiden? Ausgezahlt hat sich der Tausch bislang für beide Teams nicht. Die Rams bewahren ihre notorische Anfälligkeit für Ausrutscher (gegen Chicago muss man als Playoff-Anwärter gewinnen. Punkt.), und dies liegt sicherlich auch am wenig berauschenden Spiel von Foles. Ob Keenum die bessere Wahl ist, sei jedoch dahingestellt. Ich persönlich finde, dass man sich langsam wirklich Gedanken machen muss, ob Jeff Fisher der richtige Head Coach ist. Seit seiner Super-Bowl-Teilnahme mit Tennessee im Jahr 2000 (ironischerweise gab es eine Niederlage gegen St. Louis) kommt mir vor, dass er als eine Art Heiliger in der Trainergilde gilt. Aber schon bei den Titans hat er unter dem Strich nicht mehr allzu viel Zählbares zustande gebracht, und diesen talentierten Rams-Roster nicht deutlicher auf die nächste Stufe zu heben, erscheint mir ein Kunststück zu sein. Mit so einer Defense darf man sich nicht so anstellen wie gegen die Bears. Und Philadelphia? Tja. "Haste Scheiße am Fuß..." Und so weiter. Der letztlich siegbringende TD von Jarvis Landry bei Miamis 20:19-Erfolg wird wohl als einer der kuriosesten dieses Jahres in vielen Rückblicken vorkommen. Wäre Week 10 nicht so ereignisreich gewesen, wäre es wohl ein Fixstarter als Play dieses Spieltags gewesen. Ich tue mich zugegeben schwer, die richtigen Worte für diese Eagles-Saison zu finden. Auf eines bin ich aber definitiv gespannt: Wie die Bosse am Ende der Saison über Chip Kelly urteilen. Denn ich gehe mal davon aus, dass diese Hochschaubahn munter weiter gehen wird.

Anzukündigen, sich bis zu den Playoffs und dem erfolgten Beweis, dass Andy Dalton und Co. ihre Lektion gelernt haben, kaum über die Cincinnati Bengals zu äußern und sie jetzt nach der ersten Niederlage zu erwähnen, passt gar nicht zusammen. Das ist a bisserl unfair, diesen Vorwurf stecke ich auch gerne ein. Aber vor genau solchen Trauerspielen wie im Monday Night Game gegen Houston habe ich in der Postseason Angst. Fast hätte ich den Bengals abgekauft, dass sie in dieser Spielzeit wirklich für Stabilität stehen, dann kam diese nur schwer verdaubare Drop-Orgie. Und das gegen eine Texans-Defense, die in den vergangenen Wochen zu Genüge bewiesen hat, dass sie überwindbar ist (Der Glaube an eine Wunderheilung fehlt mir, dafür brauche ich weitere Beweise). Und ja, ein wenig graut mir vor dem Gedanken, dass Brian Hoyer, TJ Yates oder wer auch immer ein Playoff-Heimspiel haben könnten. Aber egal, zurück zu Cincinnati. Sehen wir es mal positiv und sagen: Besser im November solch eine Darbietung als im Jänner. Aber Green Bay und Denver zeigen gerade, wie schnell man als lange Zeit unbesiegtes Team ins Trudeln kommen kann. Bei den Packers etwa heißt es jetzt statt "R-E-L-A-X" eindeutig "P-A-N-I-C". Und für die Bengals steht nun die eher unangenehme Dienstreise nach Arizona an. Hmmmmm.

Ein wenig off-topic ist es mir ein Anliegen, mal wieder zu schwärmen, wie verdammt gut dieser Wide-Receiver-Jahrgang des Drafts 2014 ist. Daran erinnerte in dieser Woche nicht nur der TD-Doppelpack von Brandin Cooks oder Odell Beckhams längster TD in der Geschichte gegen Bill Belichick. Die Erstrunder Sammy Watkins, Mike Evans, Beckham, Cooks und der in dieser Saison leider verletzte Kelvin Benjamin avancierten schon in ihrem Rookie-Jahr zu Säulen ihrer Teams und werden wohl noch auf Jahre für Schlagzeilen sorgen, gleiches gilt - teilweise mit Abstrichen - für die später gedrafteten Jarvis Landry, Allen Robinson, Jordan Matthews, Martavis Bryant, Davante Adams (21 Targets diese Woche! Wow! Leider nur 10 Catches für 79 Yards. Weniger wow!), John Brown oder Donte Moncrief. Und der eine oder andere könnte sich abseits davon noch entwickeln. Was für eine Dichte! Warum ich darauf komme? Weil der Vergleich zum Jahrgang 2015 sicher macht: Amari Cooper ist eine Sensation! Oaklands Jungstar steckt jedoch seine Erstrunden-Kollegen im Alleingang in die Tasche. Und das locker. Denn ansonsten kommt da wenig. Kevin White (Chicago) ist verletzt, DeVante Parker spielt trotz immensen Potenzials in Miami bislang nur eine Nebenrolle, Nelson Agholor (Philadelphia) enttäuschte vor seiner Verletzung und hofft nun endlich von Chip Kellys WR-freundlichem System profitieren zu können - auch seine Performance ist ein Mosaiksteinchen der Eagles-Probleme. Breshad Perriman (Baltimore) ist ebenfalls verletzt und fehlt den Receiver-losen Ravens natürlich an allen Ecken und Enden, und Philip Dorsett hätte Indianapolis wohl nicht wirklich gebraucht, da gibt es andere Löcher. Auch einige Herren aus den Runden dahinter wie Dorial Green-Beckham (Tennessee), Devin Funchess (Carolina) oder Devin Smith (Jets) kommen eher langsam in die Gänge. Wie gut, dass es Fünftrunder Stefon Diggs (Minnesota) und Viertrunder Jamison Crowder (Washington), die bislang einen wirklich guten Job machen, gibt. Auch Tyler Lockett (Seattle) war kein schlechter Griff. Dennoch: So weit, so ungewöhnlich. Gerade auf der Receiver-Position ist das Rookie-Jahr kein leichtes. Die Anlaufschwierigkeiten des heurigen Klasse zeigen jedoch umso mehr, wie außergewöhnlich der "Jahrhundert-Jahrgang" von 2014 ist.

Einen Gedanken zum kuriosen Ende bei Baltimore gegen Jacksonville muss ich los werden. Ja, die Ravens hätten als Sieger vom Platz gehen müssen. Das war eine Fehlentscheidung der Refs, die den False Start der Jaguars vor dem Facemask-Penalty übersahen. Aber: Der Sieger dieser Partie wird am Ende halt dennoch Baltimore heißen. In dieser Saison ist die Niederlage eh herzlich egal, ihre Draft-Position ist dadurch eine bessere und wir wissen, wie gut die Ravens potenzielle Talente evaluieren. Im Moment ist es egal, aber gerade Spiele und Fehlentscheidungen wie diese sind es, die extrem langfristig gesehen sehr interessante Auswirkungen auf die Kräfteverhältnisse in der NFL haben können. Wer weiß, ob Jacksonville 2016 nicht neidisch ob eines Rookies nach Baltimore blickt. Einfach zum Nachdenken. PS.: Sagte ich ja, dass diese Partie interessant wird, haha.

Ich fange diese Woche mit den Detroit Lions an und das wird wohl auch "neo" freuen, denn nachdem links ein grüner Pfeil zu sehen ist, wird nicht gebasht sondern gratuliert. Denn endlich haben die Lions ihr Potenzial auch am Platz gezeigt. Viel wird freilich über die Packers gesprochen, die ihr drittes Spiel in Folge verloren haben, doch sie haben an diesem Tag auch gegen einen guten Gegner verloren. Das muss man einfach auch anerkennen. Die Defensive, vor einem Jahr die zweitbeste der Liga, war sehr präsent, wirkte nach der Bye-Week ausgeruht und ließ erst im vierten Viertel Touchdowns zu. Die Offense machte nach dem Wechsel des Coordinators (von Joe Lombardi zu Jim Bob Cooter/zuvor QBs-Coach) weniger Fehler als zuvor, also vor allem Matt Stafford. Das Laufspiel hat noch immer viel Luft nach oben, aber dieses Mal hat es auch in Green Bay gereicht. Nach 24 Jahren war es auch an der Zeit. Groß wird die Lions-Saison nicht mehr, aber der eine oder andere Sieg ist sicher noch drin. Bezüglich Green Bay mache ich mir weiterhin noch keine allzu große Sorgen. A-Rod hat Probleme, aber die müssen auch dem MVP einmal zugestanden werden. Das Talent ist unbestritten. Der nächste Gegner heißt aber Minnesota und auch der bringt eine gute Abwehr mit. Plus immenses Laufspiel und auch sonst guter Offensive. Hätte Rodgers nur annähernd ein Laufspiel, es würde deutlich besser aussehen...

Dann mache ich die NFC North doch komplett und sage: Liebe Bears, das hat ja mal sogar nach Football ausgesehen! Respekt! Glasklarer 37:13 Sieg bei den Rams. Das ist nicht selbstverständlich, schon gar nicht für Chicago in dieser Saison. Und ohne Matt Forte. Jeremy Langford machte seine Sache ganz toll, war sowohl Rushing als auch Receiving Leader und fing so wie so jeweils einen Touchdown. Jay Cutler warf insgesamt drei TD-Pässe und machte keinen Fehler. Zach Miller ist auch dick da, machte mit 87-Yard-TD den längsten eines TEs seit 1999. Die Defense erledigte den Rest. Ja, wird das noch was mit den Bears in dieser Saison? Schwierig, aber das war ein Sieg mit Statement-Charakter in der Mittelschicht. Wir haben in jedem Fall weiterhin genau ein Auge drauf.

Ich habe mich ehrlich für die Jaguars gefreut. Wie Kollege Altmann finde ich auch, dass dieses Team etwas hat. Wird wohl mein Lovable-Loser-Symptom wieder eine Rolle spielen. Denn ob die Jaguars jetzt in der Liga mitspielen oder nicht, ist ja eigentlich unerheblich. Interessiert keinen Menschen, ob die dabei sind oder nicht. Ob sie in Florida spielen oder in London. Aber das macht sie schon wieder sympathisch, eben zu einem charmanten Außenseiter. Auch weil das Team unter HC Gus Bradley Schritt für Schritt macht. Manchmal braucht man etwas länger. Und ich habe Blake Bortles in meinen beiden Keeper-Ligen aufgestellt. War okay, aber Eli Manning hätte wohl mehr gebracht. Egal. Die Jags haben es in letzter Sekunde gedreht, auch weil Elvis Dumervils Face Mask sehr blöd war - oder "04gruenp"? (Obwohl ja dennoch die Ravens hätten gewinnen müssen, denn die Refs haben einen Fehler gemacht, wie die NFL am Montag zugab (Hier ausführlich). Aber die vier Turnovers waren sicher auch blöd, passt irgendwie zur Ravens-Saison, die zu vergessen ist. (Sollte man schon an den frühen Draft-Pick denken, oder?) Die Jags liegen nur einen Sieg hinter den Colts. Mit der Offensive um Bortles, Hurns, Robinson, Thomas etc. und der Defensive, die noch Potenzial hat, ist die faustdicke Überraschung noch möglich, wenngleich die Colts das Rennen blind machen sollten. Aber ja, ich würde mich freuen!


Es war nicht anzusehen. Glücklicherweise habe ich es mir auch nicht live angesehen, sondern parallel die Partie Giants-Patriots. Aber es tut einem Sportherz einfach weh, wenn man eine Legende so sieht. Peyton Manning. Autsch. Allen Stars dieses Sports tat es weh. Deion Sanders brachte einen interessanten Vergleich auf den Tisch: Muhammad Ali liebten auch alle, aber er tat auch allen leid, als er nicht mehr gut boxte. Ich glaube dennoch, dass es Peyton noch draufhat. Sicher mehr als für Osweiler gebencht zu werden. HC Gary Kubiak meinte ja auch, dass es sein Fehler war, Manning wegen dessen Fußverletzung überhaupt spielen zu lassen. Deswegen bekommt der auch gegen die Bears nun eine Pause, Osweiler darf sich beweisen. Aber auch das nährt die Hoffnung, dass Manning deswegen nicht auf der Höhe ist. Klar, die Zahlen sind erschreckend: 17 Interceptions, fünf mehr als jeder andere QB in dieser Liga. Das hatte er zuletzt in seiner ersten Saison (18), nun in seiner letzten? Ich bin aber ehrlich gespannt auf die nächsten Wochen, glaube weiter an einen Turnaround seiner Saison. Apropos nicht anzusehen: Die Defensive der Saints. In den vergangenen drei Partien kassierten sie 130 (!!!) Punkte. DC Rob Ryan wurde wenig überraschend entlassen.

Jetzt wird es für die Cowboys richtig eng. In Tampa Bay kann man auch schon mal ohne Tony Romo gewinnen. Taten sie nicht. Eine Strafe machte den Game-Winning-Fumble zunichte, dann lief Jameis Winston in die Endzone. Gut, die Cowboys hatten danach noch eine Mini-Chance. Backup-QB Cassel warf einen weiten Pass in die Endzone Richtung Dez Bryant. Intercepted. Ende des Spiels. Der wollte eine PI-Flag, bekam sie aber nicht. Gut, McDougald hatte ihn leicht berührt. Aber die wichtigere Frage: Hätte Bryant nicht einfach mehr um diesen Ball kämpfen müssen? War das am Ende des Tages zu wenig? Was war die Leistung? Unter der Woche stänkerte Bryant einen Journalisten an, der negativ über ihn berichtet. Am Wochenende selbst gab er diesem wieder neuen Stoff. Es ist einfach zu wenig. Man kann nicht alles auf Romo aufhängen. Die Steelers haben es in ähnlicher Situation auch hinbekommen, die Cowboys offenbar nicht. Schade.

Gab es am Donnerstag eigentlich einen Sieger? Die Jets waren es nicht, weil sie das Spiel ja verloren haben. Farbenblinde ob der (meiner Meinung nach coolen Trikots) leider auch nicht. Rex Ryan eigentlich schon, aber irgendwie auch nicht. Das hat jetzt weniger mit seinem Jubel mit Spielende zu tun, als er sich - wie man ihn eben kennt - emotional über den Sieg gegen sein Ex-Team freute, das er sechs Jahre lang coachte. Meiner Meinung nach hätte es das nicht zwingend gebraucht, weil er ja auch selbst sagte, es ginge nicht um ihn und er auch bis kurz vor Beginn deswegen nicht am Feld erschien. Dann tanzt er sich doch wieder in den Mittelpunkt. Das war schon lustig, ok. Aber das Bittere: Er hätte es ja fast noch vercoacht gegen die Jets. Die hatten ja trotz dreier Turnover (der vierte beendete das Spiel) noch die Chance auf den Sieg. Die Bills hatten da schon längst ihre Timouts allesamt geburnt. Alle drei. Das ist so Rex. Er lernt leider dort wie da nicht dazu. Das ist schade. Weil er es eben defensiv draufhat, aber durch die Emotion sich fehlleiten lässt. Sie sind im Playoff-Rennen, das müssen sie nun bleiben. Und defintiv ein Sieger: Karlos Williams, der in seiner Rookie-Saison schon sechs TDs zu Buche stehen hat.

Wir picken jede Woche die Teilnehmer der Super Bowl 50, die am 7. Februar kommenden Jahres in Santa Clara, Kalifornien, stattfinden wird.

Das Levi's Stadium der 49ers liegt eine gute Autostunde von San Francisco entfernt, wo auch die Events rund um die Bowl sein werden.

Wir sind in jedem Fall zuversichtlich, in irgendeiner Woche richtig zu liegen - spätestens nach den Conference Finals...

BERNHARD KASTLER und sein Super-Bowl-Pick nach Week 10:

NEW YORK GIANTS vs. NEW ENGLAND PATRIOTS

Easy one! Die Patriots haben in ihrer Fast-Perfect-Season 2007/08 auch die Giants knapp geschlagen (38-35), der Rest ist Geschichte wie gleichermaßen bekannt... - plus haben die Giants trotz ihrer fünf Niederlagen das Potenzial dazu. Sie machen es Big-Blue-klassisch: Sich irgendwie in die Playoffs reinkämpfen und dann den Weg bahnen. Hat schon zwei Mal funktioniert. Und aller guten Dinge sind bekanntlich drei...

Week NFC Team AFC Team
1 Seattle Seahawks Indianapolis Colts
2 Dallas Cowboys Denver Broncos
3 Minnesota Vikings Buffalo Bills
4 Green Bay Packers New York Jets
5 Green Bay Packers New England Patriots
6 Carolina Panthers New England Patriots
7 Seattle Seahawks New England Patriots
8 Carolina Panthers Cincinnati Bengals
9
Green Bay Packers Denver Broncos

PETER ALTMANN und sein Super-Bowl-Pick nach Week 10:
 
ARIZONA CARDINALS vs. PITTSBURGH STEELERS
 
Ab auf den Cardinals-Bandwagon, liebe Leute! Und die Steelers-Saison ist wahrlich keine leichte. Aber mit "Big Ben" als Ersatz-Punter, drittem Waterboy, viertem Platzsprecher und fünftem Cheerleader erscheint alles möglich.

Week NFC Team AFC Team
1 Seattle Seahawks New England Patriots
2 Green Bay Packers New England Patriots
3 Arizona Cardinals New England Patriots
4 New York Giants New England Patriots
5 Green Bay Packers New England Patriots
6 Green Bay Packers Pittsburgh Steelers
7 Green Bay Packers New York Jets
8 Green Bay Packers Denver Broncos
9
Carolina Panthers New England Patriots

  • First things first: Peyton Manning hat Brett Favres Career-Passing-Yards-Rekord (71.838) gebrochen und führt diese Liste aktuell mit 71.871 Yards an. Es war der einzige schöne Moment an diesem Sonntag für Peyton...
  • Denn Manning war der erste QB seit Warren Moon 1986 für Houston, der fünf oder weniger Completions erzielte, aber vier oder mehr Interceptions warf.
  • Die meisten Interceptions nach neun Spielen eines Teams in einer Saison in den vergangenen 20 Jahren: Peyton Manning (17/2015), Jay Cutler (17/2009), Peyton Manning (18/1998).
  • Die Detroit Lions haben zum ersten Mal nach 24 Spielen wieder auswärts bei den Packers gewonnen. Zum ersten Mal seit 1991, seit 8137 Tagen!
  • Stephen Gostkowski (264) hat Adam Vinatieri (263) als Kicker mit den meisten Field Goals in Patriots-History abgelöst. Gostkowski brach den Franchise-Rekord mit dem Gamewinner in New Jersey. Standesgemäß.
  • Was haben Adrian Peterson und O.J. Simpson gemeinsam? Richtig, abseits des Feldes nicht allzu viele Freunde, aber auch jeweils sechs Spiele mit 200 oder mehr Yards. Rekord!
  • Jeremy Langford ist der erste Bear seit 1977, der in einem Spiel für mehr als 100 Yards Pässe gefangen sowie einen Touchdown jeweils gefangen und erlaufen hat. Sein Vorgänger ist ein gewisser Walter Payton.
  • Ben Roethlisberger mit 379 Yards nach Pässen: NFL-Rekord für einen QB, der von der Bank kommt. Davor: Wade Wilson, 374 - 1990 für Minnesota.
  • Cam Newton hat 31 Spiele mit zumindest einem TD-Pass sowie einem TD-Run. Auf den Rekord von Steve Young (32) fehlt nur noch eine Partie.
  • Die Cowboys haben die längste Negativserie seit 1989 zu Buche stehen - sieben Niederlagen in Folge.

In dieser Kategorie lassen sich die NFL-Redakteure von LAOLA1 zu "Bold Predictions" für Woche 11 hinreißen - wie immer ohne Gewähr!

BERNHARD KASTLER über Week 11

  • Jacksonville gegen Tennessee zum Start: Dieses Thursday Night Game hat zum einen nicht die wenigsten Einschaltquoten der Saison und bietet zum anderen großartige Unterhaltung in Form von Punkten und Spannung - und den Farben der Trikots.
  • Minnesota gegen Green Bay - Packers geigen in Hälfte eins auf, gewinnen durch Laufspiel und einem souveränen Aaron Rogders ohne Mühe. Witzig, wie schnell so etwas "bold" sein kann...
  • Erst ein Sieg bei den Jets, nun bei den Patriots: Rex Ryan fügt mit den Bills den Patriots die erste Saisoniederlage zu und springt beim Jubel Belichick ins Gesicht.
PETER ALTMANN über Week 11
  • Brett Favre soll an Thanksgiving in Green Bay geehrt werden. Da die Packers derzeit jedoch eher zum Schämen sind, schaut er bei Minnesota gegen Green Bay lieber im Vikings-Dress zu einer Spontan-Zeremonie zu seinen Gunsten in Minneapolis vorbei. #EbensoBandwagon
  • Der Sieger aus Jacksonville gegen Tennessee landet in den Playoffs. Come on, Jaguars! Auf ein Achtes, Allen Hurns!
  • Ping Pong! Bei Tampa Bay gegen Philadelphia klatscht ein Pass von Jameis Winston gegen den Helm eines D-Liners, von dort gegen den Helm eines O-Liners, von dort gegen den Fuß von Mike Evans, von dort gegen die Brust eines Eagles-Defenders, von dort in die Hände von Doug Martin, der unberührt in die Endzone läuft. Also der ganz normale Touchdown gegen Philadelphia eben.

HEUTE NACH WEEK 10

Egal, was in diesem Spiel war, Peyton Manning, du bist eine spielende Legende!

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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