Darum explodieren die NBA-Gehälter

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Die NBA-Gehaltsstruktur gerät seit 1. Juli aus den Fugen.

Timofey Mozgov, der es in der abgelaufenen Saison für die Cleveland Cavaliers auf gerade einmal 6,3 Punkte und 4,4 Rebounds brachte und in den Playoffs mit 1,2 Punkten pro Spiel überhaupt kein Faktor war, bekommt von den Los Angeles Lakers 64 Millionen Dollar für vier Jahre.

Mike Conley, Point Guard der Memphis Grizzlies, der noch nicht einmal All-Star war, unterschreibt bei seinem Stammverein für fünf Jahre und unglaubliche 153 Mio. Dollar.

Der 28-Jährige erhält den zu diesem Zeitpunkt größten Vertrag in der Liga-Geschichte und ist der erst dritte Spieler der NBA-Historie nach Michael Jordan und Kobe Bryant, der mehr als 30 Mio. pro Jahr verdient.

NFL-Spieler verdienen weniger

NFL-Star Andrew Luck unterschreibt gerade einen Rekord-Vertrag über garantierte 87 Mio. Dollar für sechs Jahre und 23,3 Mio. Jahresgehalt. Der Colts-Quarterback ist damit der bestbezahlte Spieler der Football-Liga.

Luck hat aber eine geringere Summe sicher als beispielsweise Chandler Parsons, der in Memphis 95 Mio. verdienen wird, aber 2015/16 für Dallas gerade einmal 13,7 Punkte pro Spiel erzielt hat.

No-Name Solomon Hill, der in der vergangenen Saison ganze 4,2 (!) Zähler pro Partie schaffte, bekommt garantierte 48 Mio. Dollar von den New Orleans Pelicans und lässt mit seinem Jahresgehalt fast alle NHL-Stars hinter sich.

Die Liste der Verträge, bei denen man sich die Augen reiben muss, ließe sich fast beliebig verlängern. Kein Wunder, dass sich NFL-Spieler auf Twitter so ihre Gedanken machen:



Salary Cap explodiert

Was ist passiert? Sind die NBA-Teams verrückt geworden, dass sie so freizügig mit Geld um sich schmeißen?

Die Ursache der großen Beträge liegt im 2014 von der NBA unterzeichneten TV-Vertrag über neun Jahre und 24 Milliarden Dollar. Dadurch erhöhte sich der Salary Cap, also die Gehaltsobergrenze pro Jahr, für die einzelnen Teams gegenüber letzter Saison von 70 Mio. auf rund 94 Mio. Dollar.

Das ist nicht nur der höchste Salary Cap der Geschichte, sondern auch die mit Abstand größte Steigerung.

Die "normalen" Gehaltskategorien für gewisse Spielerklassen werden somit gerade neu erfunden. Eine Steigerung des Salary Cap um 30 Prozent zieht auch eine dementsprechende Steigerung der Spielerverträge mit sich - weil es der Markt einfach hergibt.



Niedrigverdiener Curry vor Mega-Vertrag

Durch die enorme Erhöhung des Salary Cap, steigt auch die Mindestsumme, die ein Team in einer Saison für Spielergehälter ausgeben muss (90 Prozent des Salary Cap).

Die Strafe, sollte ein Team diese Mindestsumme nicht erreichen, ist zwar nicht besonders abschreckend, aber es macht für die Klubs dennoch Sinn, sie zu erreichen und daher auch den weniger großen Stars am Spielermarkt hohe Gehälter zu bieten.

Der Wahnsinn geht weiter: Bereits in der darauf folgenden Saison 2017/18 wird der Cap auf schätzungsweise 107 bis 110 Mio. emporschnellen.

Dann wird auch MVP Stephen Curry, der im abgelaufenen Spieljahr mit weniger als 12 Mio. Jahresgehalt nur der fünftbeste Verdiener in seinem eigenen Team war, endlich seiner Spielstärke entsprechend entlohnt werden. Ein Fünfjahresvertrag über 175 Mio. Dollar scheint möglich.

Hubert Schmidt

 

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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