ÖBV-Herren wollen die Niederlande erneut besiegen

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Am Samstag (20.20 Uhr in Schwechat, LIVE bei LAOLA1.tv) starten Österreichs Basketball-Herren mit einem Heimspiel gegen die Niederlande in die Rückrunde der EM-Qualifikation.

Die Gruppe B ist nach dem überraschenden Sieg der Oranjes in Deutschland die spannendste: In keiner anderen der insgesamt sieben Gruppen haben bereits alle Teams zumindest eine Niederlage einstecken müssen.

In den Niederlanden gewannen Rasid Mahalbasic und Co. 75:72, beide Teams halten wie Deutschland bei 2:1 Siegen.

Die Gruppensieger und die vier besten Gruppen-Zweiten qualifizieren sich für die EM 2017, die von 31. August bis 17. September in der Türkei, Rumänien, Finnland und Israel ausgetragen wird.

Ausfall bei den Niederländern

Beim Hinspiel in Leiden überzeugte das ÖBV-Team spielerisch voll, die Gastgeber konnten sich durch Einzelaktionen, Athletik und Offensiv-Rebounds hervortun.

Den Rückschlag verarbeiteten Worthy de Jong und Co. aber schnell, nach einem 90:72 in Dänemark und einem 75:71 in Deutschland sind die Niederländer weiter voll im Rennen.

In Schwechat werden die Teilnehmer an der EM 2015 auf Mohamed Kherrazi verzichten müssen: Der Power Forward, der in den ersten beiden Partien der Qualifikation in der Starting Five stand, fällt mit einer gebrochenen Nase aus.

Optimismus im ÖBV-Lager

Die ÖBV-Herren selbst haben sich nach der unglücklichen Niederlage gegen Deutschland schnell erfangen und gegen Dänemark den erhofft souveränen Pflichtsieg eingefahren. Vor dem dritten Heimspiel in Folge herrscht Optimismus vor.

Man zeigt Respekt vor den Holländern, aber um sich erstmals seit 40 Jahren für eine Endrunde qualifizieren können, ist ein Erfolg fest "eingeplant".

"Die Niederländer müssen zu Hause geschlagen werden", sagt Power Forward Davor Lamesic, nicht ohne vor dem Gegner zu warnen.

Deutschland-Niederlage ein Vorteil

"Es ist ein wichtiges und möglicherweise entscheidendes Spiel für beide Teams", stellt Teamchef Kestutis Kemzura, der gegenüber dem Hinspiel bessere Arbeit am Rebound fordert, fest.

Auch wenn Rasid Mahalbasic, mit 14,7 Punkten pro Spiel wieder einmal Topscorer des ÖBV-Teams, sagt: "Wir haben die beste Ausgangsposition seit Jahren" - ob sich die Niederlage der Deutschen positiv oder negativ für Österreich herausstellen wird, darüber ist sich niemand so recht im Klaren.

Rein mathematisch sollte sie ein kleiner Vorteil sein: Hatte man zuvor damit rechnen müssen, - neben Siegen gegen die Niederlande und in Dänemark - in Bamberg mit mindestens drei Punkten Differenz gewinnen zu müssen, reichen nun drei Siege in jeder Höhe auf jeden Fall zum 1. Platz.

Bei einem Erfolg gegen die Niederlande und einem mit mindestens drei Zählern Unterschied in Deutschland, könnte Österreich sogar das letzte Spiel in Dänemark verlieren und wäre trotzdem Gruppensieger.

Offizielle Tabelle:

Team S N Differenz Punke
1. Deutschland 2 1 +25 5
2. ÖSTERREICH 2 1 +21 5
3. Niederlande 2 1 +19 5
4. Dänemark 0 3 -65 3

Deutschland ab sofort ohne Pleiß

Kestutis Kemzura
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Die Deutschen stehen nun jedenfalls im Heimspiel gegen Österreich unter besonderem Druck.

Die relativ unroutinierte Truppe muss zudem ab sofort auf Tibor Pleiß verzichten. Der Center, der in der abgelaufenen Saison für die Utah Jazz auflief, danach nach Philadelphia getradet und dort entlassen wurde, nimmt Einladungen zu NBA-Trainings-Camps wahr und wird um einen Verbleib in der Liga kämpfen. Für ihn wurde Ludwigsburgs Johannes Thiemann nachnominiert.

Mathematisch negativ für das ÖBV-Team ist die Tatsache, dass man nun selbst mit einem zweiten Erfolg gegen die Niederlande noch nicht fix unter den Top-Zwei der Gruppe steht. Sollte das Punkteverhältnis aus den vier Duellen gegen Deutschland und die Niederlande negativ sein, könnte man trotzdem nur Gruppen-Dritter werden.

Interne Tabelle der direkten Duelle:

Team S N Differenz Punkte
1. Österreich 1 1 +1 3
2. Niederlande 1 1 +1 3
3. Deutschland 1 1 -2 3

Rechenstift benötigt

Sollten alle drei Teams am Ende mit 4:2 Siegen dastehen, ist selbst das seltene Szenario nicht ausgeschlossen, dass auch das Punkteverhältnis bei allen drei Teams in den direkten Duellen auf +/- 0 steht.

Unter anderem in diesem Falle würde die Höhe der Siege gegen Dänemark doch noch schlagend werden. Denn zur Berechnung der besten vier Gruppen-Zweiten werden die Ergebnisse gegen den Gruppen-Vierten (aller Voraussicht nach Dänemark) wieder gestrichen - weil es eine Dreier-Gruppe gibt, ist ein fairer Vergleich somit gewährleistet.

Aus diesen Überlegungen heraus machte es also durchaus Sinn, dass Teamchef Kemzura seine Starter in der Schlussphase gegen Dänemark auf dem Parkett ließ, obwohl das Spiel längst entschieden war.

Eigentlich Gruppen-Erster

Dass die Österreicher derzeit nicht an erster Stelle liegen, ist übrigens der Regel geschuldet, dass bei gleicher Punkteanzahl die direkten Duelle erst berechnet werden, wenn alle Spiele absolviert worden sind.

Würde jetzt schon abgerechnet werden, wäre das ÖBV-Team vor den Niederlanden und Deutschland Erster.

Vor dem Samstag-Spiel macht das Rechnen aber noch wenig Sinn. Eine echte Vorentscheidung kann erst am Mittwoch in Bamberg fallen, den Abschluss der Qualifikation bildet das Gastspiel in Naestved am 17. September.

Ein Sieg gegen die Niederlande würde auf jeden Fall einen großen Schritt in Richtung EM bedeuten.

 

Hubert Schmidt



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