Pöltl vollzieht nächsten Entwicklungsschritt

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Fünf Spiele haben die Utah Utes im neuen College-Basketball-Spieljahr absolviert.

Auch wenn noch eine lange Saison bevorsteht, eines kann man jetzt schon feststellen: Jakob Pöltl hat den nächsten Schritt in seiner Entwicklung erfolgreich gemeistert.

Im Vorjahr hat er in seiner Freshman-Saison alle Experten überrascht und sich schnell zu einem NBA-Kandidaten gemausert.

Der große Fokus der Team-Offense lag allerdings nicht auf dem Wiener Freshman-Center, er nahm eine komplementäre Rolle ein und war viertbester Scorer in einer der besten 16 Mannschaften.

Top-Leistungen

Nachdem Pöltl sich dazu entschlossen hatte, den Sprung in die NBA noch nicht im heurigen Jahr zu wagen, war klar, dass im Sophomore-Jahr eine weit größere Veranwortung auf ihn warten würde.

Point Guard Delon Wright, Dreh- und Angelpunkt des Teams, verabschiedete sich in die NBA zu den Toronto Raptors. Center-Routinier Dallin Bachynski fiel ebenso aus Altersgründen weg, mit Jeremy Olsen hörte ein weiterer Big Man aus gesundheitlichen Gründen auf.

Pöltl ist seit heuer folgerichtig die Nummer-eins-Option im Team, und der 20-Jährige honoriert dieses Vertrauen mit Top-Leistungen wie zuletzt mit einer Karrierebestleistung von 32 Zählern gegen Temple.

Selbst an Tagen, an denen nicht alles leicht von der Hand läuft, erzielt er bislang nicht weniger als 15 Zähler.

Saison Min Feldw. % Freiw. % OR DR TR AST BLK STL F TO PKT
14/15 23,3 3,8/5,5 68,1 1,6/3,6 44,4 2,7 4,1 6,8 0,7 1,9 0,4 2,4 1,6 9,1
15/16 30,2 7,0/10,4 67,3 6,8/9,6 70.8 3,6 6,2 9,8 1,2 2,0 0,6 2,2 2,0 20,8

Mehr als 20 Punkte pro Spiel

Der ÖBV-Nationalspieler bekommt durchschnittlich um sieben Minuten mehr als in der vergangenen Saison und hat seine Punktausbeute auf 20,8 im Schnitt mehr als verdoppelt.

Obwohl er deutlich öfter als 2014/15 schwierigere, selbst kreierte Würfe nehmen muss und sich die gegnerische Defense auf ihn fokussiert, ist seine Feldwurfquote beinahe gleich hoch geblieben.

Mit vielseitigeren, vor allem aggressiveren Moves zum Korb hat Pöltl genau den Schritt vollzogen, den er, die Coaches und auch die NBA-Scouts von ihm erwartet hatten.

"Ich hätte diese Bewegungen von den Skills her auch schon im Vorjahr draufgehabt", meint Pöltl selbst, doch heuer trete er mit mehr Selbstvertrauen und Aggressivität auf.

Extreme Steigerung an der Freiwurflinie

Eine drastische Verbesserung stellte sich vor allem von der Freiwurflinie ein.

Gegenüber ganz schwachen 44 Prozent als Freshman, trifft Pöltl nun für einen 2,13 Meter großen Spieler sehr respektable 71 Prozent. Dies ist heuer umso wichtiger, da er bislang auf fast zehn Versuche von der Linie pro Spiel kam.

Umstellungen in seinem Ablauf - er dribbelt nun vor dem Freiwurf nicht mehr - und kleine Adjustierungen in der Technik haben geholfen, in erster Linie führt Pöltl die Steigerung aber auf mentale Gründe zurück.

Gegner Score Min Feldw. Freiw. REB AST BLK STL F TO PKT
Southern Utah 82:71 33 10/13 6/10 11 2 4 0 1 3 26
San Diego St. 81:76 32 4/7 7/11 12 2 1 1 3 2 15
Texas Tech 73:63 25 4/9 7/9 9 0 1 0 4 1 15
Miami 66:90 25 7/11 2/4 6 1 1 0 2 1 16
Temple 74:68 36 10/12 12/14 11 1 3 2 1 3 32

Spieler der Woche vermeidet Fouls

Honoriert wurden die Leistungen mit der Auszeichnung zum "Player of the Week" in der Pac-12 Conference. Der Österreicher gilt unumstritten zu den absolut besten Centern im College-Basketball.

In den NBA-Mock-Drafts der wichtigsten Seiten für 2016 liegt er durchwegs unter den Top-12.

Wie wichtig es - auch angesichts mangelnder Alternativen unter dem Korb - für seine Utes ist, dass Pöltl möglichst wenig auf der Bank sitzt, zeigt die Tatsache, dass er Fouls heuer bewusst aus dem Weg geht.

"Ich agiere vorsichtiger, gehe nicht mehr auf jeden Block und versuche, ohne Foul gut zu verteidigen und Würfe zu erschweren", meint er. Das Vermeiden der Fouls funktioniert besser als im letzten Jahr.

 

Heute wurden wir für unseren Einsatz mit einem Sieg gegen Temple und dem 3. Platz beim Turnier in Puerto Rico belohnt....

Posted by Jakob Poeltl on Sunday, November 22, 2015

Team mit Steigerungspotenzial

Obwohl die Utes vier Siege aus fünf Spielen auf dem Konto haben, ist die Mannschaft insgesamt (noch) nicht auf dem Level des Vorjahres und rutschte auch aus den Top 25 des Rankings heraus.

Die Trefferquote von außen schwankt, sollte sich aber auf einem höheren Niveau einpendeln. Mehr Sorgen bereitet die Defense, die bislang ungewohnt löchrig ist.

Nach vier Spielen innerhalb einer Woche kamen da ein paar Trainingstage gerade recht. "Wir konnten an unseren Grundlagen arbeiten", sagt Larry Krystkowiak.

Der Head Coach schätzt die Situation nüchtern ein: "Was die Bilanz betrifft, stehen wir ganz gut da, aber wir wissen, dass wir uns stark verbessern müssen."

Anfangsschwierigkeiten vorausgesagt

Das motiviert auch Pöltl, den individuelle Errungenschaften zwar ehren, der aber den Fokus auf die Mannschaftsziele Pac-12-Titel und NCAA Tournament nicht verloren hat.

"Wir haben auf jeden Fall das Potenzial dazu, noch besser als im letzten Jahr zu sein. Wie wir es im Match umsetzen, werden wir erst sehen. Am Anfang wird es wahrscheinlich schwieriger, aber wir werden uns mit der Zeit verbessern. Wir sind auf einem guten Weg, ich bin wirklich optimistisch", sagte er im Interview vor Saisonbeginn.

Diese Vorhersage traf bis jetzt zu. Jetzt gehen die Utes daran, die angesprochene Verbesserung mehr und mehr auf das Parkett zu bringen. An Pöltl wird es wohl nicht scheitern.


Hubert Schmidt

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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