Peterhansel macht Dutzend perfekt

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Stephane Peterhansel (Peugeot) und die Rallye Dakar passen einfach zusammen: Der Franzose gewinnt am Samstag zum zwölften Mal (6 x Motorrad, 6 x Auto) die prestigeträchtigste Rallye der Welt.

In der Motorrad-Kategorie feiert der Australier Toby Price seinen ersten Erfolg und sichert dem österreichischen Hersteller KTM den bereits 15. Sieg in Serie.

Peterhansel und Price geben ihre jeweils klaren Vorsprünge auf der Schlussetappe nach Rosario nicht mehr her.

Sieg unter Vorbehalt

Peterhansel lag im Gesamtklassement mit 45:22:10 Stunden 34:58 Minuten vor dem Vorjahressieger Nasser Al-Attiyah aus Katar im Mini und mehr als eine Stunde vor dem Südafrikaner Giniel de Villiers.

Wegen eines Protestes von Al-Attiyahs X-raid-Team wegen angeblich illegalen Nachtankens in der achten Etappe ist Peterhansels erneuter Erfolg allerdings unter Vorbehalt.

Die Rennkommissare der Dakar hatten entschieden, dass bei Peterhansel und dessen Beifahrer Jean-Paul Cottret alles mit rechten Dingen zugegangen war, X-raid war damit aber nicht einverstanden. Somit muss das Berufungsgericht erst noch entscheiden.

"Letztes großes Ziel erreicht"

Vorerst aber darf sich Peterhansel für seine historische Leistung feiern lassen.

"Einige meiner Siege zählen mehr als andere, aber dieser gehört sicher zu den Top 3", sagte der Franzose, der sich den Kopf vorerst nicht über Kommendes zerbrechen will.

 "Es ist noch zu früh, um über die Zukunft nachzudenken, aber eines ist sicher: Genauso viele Siege auf dem Motorrad wie im Auto zu haben war das letzte große Ziel meiner Karriere", betonte der 50-Jährige. "Das ist geschafft, und ich denke nicht, dass es noch viele Dinge gibt, die mich motivieren können."

Dem französischen Hersteller Peugeot bescherte er ein Jahr nach der Rückkehr den ersten Sieg seit 1996. Seit die Dakar nach der Absage wegen einer Terrordrohung 2008 seit 2009 in Südamerika ausgefahren wird, gewannen bisher entweder VW oder Mini.

Den Tagessieg sicherte sich sein Landsmann und Marken-Kollege Sebastien Loeb vor dem Finnen Mikko Hirvonen und Al-Attiyah. Für den Rallye-Rekordchampion Loeb war es der vierte Tageserfolg beim diesjährigen Marathon-Klassiker. In der Gesamtwertung wurde er Neunter.

KTM unschlagbar

Price ist der erste Australier, der die Rundfahrt gewann. Der 28-Jährige, der im Vorjahr bei seiner ersten Teilnahme Dritter war, bescherte KTM den 15. Dakar-Triumph in Folge.

Seit 2001 ist der Motorrad-Hersteller aus Mattighofen ungeschlagen (2008 war die Rallye wegen Terrorgefahr abgesagt worden). Price setzte sich nach 48:09:15 Stunden vor dem Slowaken Stefan Svitko (KTM) und dem Chilenen Pablo Quintanilla (Husqvarna) durch.

"Ich bin geschockt, ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Rennen bei meinem zweiten Antritt gewinnen könnte", jubelte der 28-Jährige. "Der erste australische Sieger zu sein, ist verrückt."

Tragödien überschatten Rallye

Auch die 38. Auflage der Dakar, die am 2. Jänner in Argentiniens Hauptstadt gestartet worden war, war von einigen einschneidenden Zwischenfällen überschattet.

Quer durch die Wüste. Die spektakulärsten Bilder der wohl berühmtesten Rallye der Welt. Bild 1 von 50
Das legendärste Wüsten-Abenteuer, die Rallye Dakar, wird 2016 zum 37. Mal ausgetragen (auch wenn es die 38. Ausgabe ist). Bild 2 von 50
 Start ist am 3. Januar 2016 in Buenos Aires, die Rallye endet am 16. Januar in Rosario, Chile ist 2016 nicht teil der Wüsten-Rallye. Bild 3 von 50
 9.332 Kilometer stehen auf dem Programm, darunter 4.701 Wertungsprüfungs-Kilometer. Bild 4 von 50
Auf die Teilnehmer warten Temperaturen zwischen vier und 45 Grad Celcius. Bild 5 von 50
4.000 Höhenmeter müssen überwunden werden, allerdings nicht alle auf einmal wie noch 2015, als sogar erfahrene Fahrer über körperliche Beschwerden klagten. Bild 6 von 50
Erstmals wird es als Teil der Etappe von Belen nach La Rioja eine Super-Special-Stage geben, bei der je zehn ausgewählte Autos und Motorräder sowie fünf Trucks gleichzeitig losgeschickt werden. Bild 7 von 50
Die erste Ausgabe der Wüstentour fand 1978 statt: Am schnellsten bewältigten der Franzose Francois Genestier bei den Autos sowie Cyril Neveu bei den Motorrädern damals die Strecke von Paris nach Dakar. Bild 8 von 50
Etliche Todesfälle, Sandstürme und prominente Teilnehmer machen unter anderem den Reiz und den Mythos der Dakar aus. Bild 9 von 50
2008 sorgte eine Terror-Drohung dafür, dass die Rallye am Abend vor dem Start abgesagt werden musste. Bild 10 von 50
Seither führt die Rallye nicht mehr von Paris nach Dakar, sondern unter dem Namen Dakar durch Südamerika. Bild 11 von 50
LAOLA1 hat für euch die besten Bilder des Wüsten-Abenteuers: Bild 12 von 50
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Gleich ein Unfall beim Prolog forderte zwölf Verletzte. Bei einem Unfall auf der siebenten Etappe war ein 63-jähriger Zuschauer vom Wagen des Franzosen Lionel Baud tödlich erfasst worden. Als der Wagen zurück nach Frankreich gebracht werden sollte, wurde er auf dem Weg zum Hafen in einen weiteren Unfall verwickelt, bei dem ein Mensch starb.


Für Österreichs Motorrad-Hoffnung Matthias Walkner endete seine zweite Dakar ebenfalls mit der siebenten Etappe. Bei einem Sturz hatte der KTM-Werksfahrer einen Oberschenkelbruch erlitten und musste dadurch aufgeben.

Der 29-jährige Salzburger wird vermutlich 2017 einen weiteren Anlauf bei dem legendären Offroad-Spektakel unternehmen.

Wertungen der Rallye Dakar nach der 13. und letzten Etappe am Samstag von Villa Carlos Paz nach Rosario:

Autos:
1. Sebastien Loeb/Daniel Elena (FRA/MON) Peugeot 1:46:51 Std.
2. Mikko Hirvonen/Michel Perin (FIN/FRA) Mini +01:13 Min.
3. Nasser Al-Attiyah/Matthieu Baumel (QAT/FRA) Mini +1:36
4. Cyril Despres/David Castera (FRA) Peugeot +1:36
5. Leeroy Poulter/Robert Howie (RSA) Toyota +2:04

Gesamtwertung:
1. Peterhansel 45:22:10 Std.
2. Al-Attiyah +34:58 Min.
3. Giniel de Villiers/Dirk von Zitzewitz (RSA/FRA) Toyota +1:02:47 Std.
4. Hirvonen +1:05:18
5. Poulter +1:30:43
6. Nani Roma/Alex Haro (ESP) Mini +1:41:06

Motorräder:
1. Pablo Quintanilla (CHI) Husqvarna 1:51:27 Stunden
2. Kevin Benavides (ARG) Honda +1:41 Min.
3. Helder Rodrigues (POR) Yamaha +2:37

Gesamtwertung:
1. Toby Price (AUS) KTM 48:09:15 Std.
2. Stefan Svitko (SVK) KTM +39:41 Min.
3. Quintanilla +48:48.

Siegerliste Dakar seit 2000:

Autos:
2000: Jean-Louis Schlesser (FRA/Buggy)
2001: Jutta Kleinschmidt (GER/Mitsubishi)
2002: Hiroshi Masuoka (JPN/Mitsubishi)
2003: Masuoka (Mitsubishi)
2004: Stephane Peterhansel (FRA/Mitsubishi)
2005: Peterhansel (Mitsubishi)
2006: Luc Alphand (FRA/Mitsubishi)
2007: Peterhansel (Mitsubishi)
2008: nach Terrorwarnung abgesagt
2009 (erstmals in Südamerika): Giniel de Villiers (RSA/VW)
2010: Carlos Sainz (ESP/VW)
2011: Nasser Al-Attiyah (QAT/VW)
2012: Peterhansel (Mini)
2013: Peterhansel (Mini)
2014: Nani Roma (ESP/Mini)
2015: Al-Attijah (Mini)
2016: Peterhansel (Peugeot)

Motorräder:
2000: Richard Sainct (FRA/BMW)
2001: Fabrizio Meoni (ITA/KTM)
2002: Meoni (KTM)
2003: Sainct (KTM)
2004: Joan Nani Roma (ESP/KTM)
2005: Cyril Despres (FRA/KTM)
2006: Marc Coma (ESP/KTM)
2007: Despres (KMT)
2008: nach Terrorwarnung abgesagt
2009 (erstmals in Südamerika): Coma (KTM)
2010: Despres (KTM)
2011: Coma (KTM)
2012: Despres (KTM)
2013: Despres (KTM)
2014: Coma (KTM)
2015: Coma (KTM)
2016: Toby Price (AUS/KTM)

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