"Horror-Nacht" - Le-Mans-Drama für Toyota

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Toyota und Le Mans - das ist eine Liebes-Beziehung, der kein Happy End gegönnt ist.

Den Japanern ist der Gesamtsieg einfach nicht vergönnt. Trotz teilweise dominater Autos steht ein zweiter Rang als bestes Ergebnis in den Rekordlisten. Auch die 2017er-Auflage des Langstrecken-Rennens endet für die Japaner mit einer Pleite. Ein Drama in drei Akten: Zunächst verliert #8 viel Zeit durch einen defekten Elektromotor. In der Nacht scheiden innerhalb weniger Minuten der Führende #7 und kurz darauf #9 aus.

"Albtraum für Toyota", "Horror-Nacht" oder "Drama in drei Akten" - die Schlagzeilen gehören Toyota. So hat man sich das aber sicherlich nicht vorgestellt.

Für die Japaner ist es nicht das erste Mal, dass man am Ende mit leeren Händen dasteht.

Rückblick:

2014 - Aus in der Nacht: Als klar schnellstes Auto geht Toyota leer aus. Bis zur 14-Stunden-Marke läuft für Alexander Wurz, Stephane Sarrazin und Kazuki Nakajima alles nach Plan. Doch um 5-Uhr-Früh schlägt der Defekt-Teufel zu: Auf Arnage ist plötzlich der Antrieb weg. Nakajima muss das Auto neben der Strecke parken. Nach verzweifelten Versuchen, das Auto wieder in Gang zu bringen, ist das Aus besiegelt. "Es ist herzzerreißend. Ich hatte das Gefühl, dass wir es diesmal packen können, dann passiert das", kommentiert Nakajima das Aus.

2016 - Aus in der letzten Runde: Noch brutaler endet der Siegtraum für Toyota bei der Auflage 2016. Und wieder ist Kazuki Nakajima der unmittelbar Betroffene. Mit eineinhalb Minuten Vorsprung auf Porsche ist das Toyota-Trio Buemi/Davidson/Nakajima bis wenige Minuten vor Schluss auf Siegkurs. Unmittelbar auf der Start-Ziel-Gerade nimmt das Drama seinen Lauf: Wenige Meter nach der Start-Ziel-Linie bleibt der Toyota in der letzten Runde stehen. Nakajima bringt das Auto zwar wieder in Gang - letztlich vergeblich. Nicht nur der Sieg ist weg, auch der Podestplatz. Denn er absolviert die letzte Runde zu langsam, um in die Wertung zu kommen. Das Reglement schrieb vor, dass die letzte Runde unter 6 Minuten absolviert werden muss - Nakajima benötigte fast doppelt so lange. Wäre er also vor der Start-Ziel-Linie gestrandet, hätte er mit einer Runde Rückstand Rang zwei belegt!

2017 - "Horror-Nacht": Ein Drama in drei Akten. Zunächst erwischt es #8: Buemi meldet per Funk zunächst ein verdächtiges Geräusch. Wenig später kommt Hektik auf, der Schweizer wird in die Box beordert. Wo das Auto etwa eineinhalb Stunden wegen eines Defekts am vorderen Elektromotor verbringt. Nach Mitternacht platzen dann alle Träume: Nach Ende der ersten Safety-Car-Phase kann der Führende Kamui Kobayashi nicht mehr beschleunigen. Der Japaner versucht, sich irgendwie über die Runde - der Defekt tritt auf der Start-Ziel-Geraden auf - zu retten. In langsamer Fahrt rollt er mit dem Elektro-Antrieb über die Strecke - letztlich muss er seinen Versuch abbrechen - das Aus! Kurz darauf erwischt es dann auch die letzte Hoffnung - Toyota #9. Nicolas Lapierre kollidiert mit einem LMP2, dabei erleidet er links hinten einen Reifenschaden - und noch schlimmer, einen Hydraulik-Defekt. Als Flammen aus dem Heck schlagen, muss er das Auto abstellen. Nach wenigen Minuten scheint er doch noch einen Weg gefunden zu haben, zurück an die Box zu kommen. Aber nach den Porsche-Kurven ist es dann zu Ende: Die Energie in der Elektro-Batterie ist zu Ende, Lapierre muss abstellen und aussteigen!

Alex Wurz, der 2014 selbst vom Ausfall betroffen war, ist 2017 als Stratege Teil des Teams - und leidet auf Twitter:

Textquelle: © LAOLA1.at

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