Top 10: Die denkwürdigsten GP von Europa

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PLATZ 10: 1983 - BRANDS HATCH || Sieger: Nelson Piquet (BRA)

Alles begann mit einem Zufall. Eigentlich sollte in diesem Jahr erstmals ein Grand Prix im Flushing Meadows Park in New York stattfinden. Zehn Wochen vor dem Rennen wurde dieser aber abgeblasen. In einer Hau-Ruck-Aktion einigte sich die Formel 1 mit Brands Hatch als Ersatz-Ort. Da aber schon in Silverstone der Grand Prix von Großbritannien ausgetragen wurde, brauchte man eine andere Bezeichnung. Prompt war der Grand Prix von Europa geboren. Den gab es zwar auch schon davor, allerdings nur als Zusatztitel, der ehrenhalber Jahr für Jahr an ein anderes Rennen vergeben wurde. Nelson Piquet (Brabham) holte sich den Sieg, mit dem er entscheidend an seinen Titel-Rivalen Alain Prost (Renault) heranrückte. Mit Platz drei beim Finale in Südafrika krönte sich Piquet schließlich zum zweiten Mal zum Weltmeister.

PLATZ 9: 1984 - NÜRBURGRING || SIEGER: Alain Prost (FRA)

Der erste Grand Prix von Europa war ein voller Erfolg. Ein Jahr später war Brands Hatch Austragungsort des britischen Grand Prix, weshalb man an den Nürburgring wechselte. Es war dort das erste Rennen seit Niki Laudas Feuerunfall 1976. Die Strecke wurde daraufhin sicherer gemacht und das Layout stark verändert. Wahnsinnig gut kam das bei den Fans nicht an, gleichzeitig lobten die Fahrer, allen voran Lauda selbst, die Sicherheit. Der Sieger hieß am Ende Alain Prost, allerdings ging der Grand Prix aus einem anderen Grund in die Geschichte ein: Es war das bislang letzte Rennen, bei dem die schnellste Rennrunde von zwei Piloten gefahren wurden. Michele Alboreto (ITA) und Nelson Piquet (BRA).

PLATZ 8: 2010 - VALENCIA || Sieger: Sebastian Vettel (GER)

Wie sicher die Königsklasse ist, konnte man am 27. Juni 2010 glücklicherweise sehen. Während Vettel das Rennen gewann, wird Teamkollege Mark Webber sein Leben lang dankbar sein, dass er nach einem spektakulären Crash unverletzt blieb. In Runde neun wollte der Australier an Heikki Kovalainen vorbeifahren. Sein Red Bull krachte ins Heck des Lotus, hob spektakulär ab, überschlug sich und schoss mit Tempo 300 in einen Reifenstapel. Die Formel 1 hielt den Atem an, aber Webber stieg unversehrt aus. "Kleine Schwellungen an verschiedenen Stellen, aber ich werde in Silverstone wieder fit sein", kündigte er an. So war es auch. Beim GP von Großbritannien fuhr Webber zum Sieg.

PLATZ 7: 1995 - NÜRBURGRING || SIEGER: Michael Schumacher (GER)

Eine Sternstunde für alle Schumi-Fans! Vor eigenem Publikum (90.000) startete der Benetton-Pilot bei nasser Strecke als Dritter fulminant und ging an seinem WM-Rivalen Damon Hill vorbei. Es entwickelte sich ein dramatischer Schlagabtausch. Ganz vorne baute Jean Alesi den Vorsprung zwischenzeitlich auf 45 Sekunden aus, da er auf Slicks gestartet war und sich dadurch einen Stopp sparte. Schumacher holte sukzessive auf, musste aber ein drittes Mal an die Box. Was danach passierte, beschrieb der englische Journalist Alan Henry später wie folgt: "Er hat heute die Linie überschritten, die die Guten von den Besten trennt." Schumacher war bis zu 1,7 Sekunden pro Runde schneller als Alesi. Der Ferrari-Pilot zeigte Nerven, patzte beim Überrunden. Und zwei Runden vor Ende passierte es. Schumacher setzte das entscheidende Manöver. Damon Hill schied aus. Die deutsche Glückseligkeit war perfekt.

PLATZ 6: 2005 - NÜRBURGRING || Sieger: Fernando Alonso (ESP)

Mit Siegen in Spanien und Monaco im Gepäck kam Kimi Räikkönen an den Nürburgring und insgeheim hat er wahrscheinlich auch bei diesem GP von Europa schon an den eiskalten Sieger-Schampus gedacht. Der Finne fand am besten ins Rennen und sah eigentlich wie der sichere Sieger aus. Dann begannen die Reifen abzubauen. Der "Iceman" verbremste sich im McLaren mehrmals und räuberte durch die Botanik. Doch auch sein Verfolger Fernando Alonso kämpfte mit den Pneus. In der vorletzten Runde der Schock: Räikkönens rechtes Vorderrad löste sich, die Aufhängung brach und der Bolide rauschte in Kiesbett ab. Alonso holte den Sieg und baute den WM-Vorsprung auf 32 Punkte aus. Am Ende wurde der Spanier bekanntlich Weltmeister. 

Und hier geht es zu den Plätzen 5-1:

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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