"Wie ein Verrückter" - Vettel geht auf Kvyat los

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Für den einen war es das Manöver zum Podium, für den anderen eine völlige Rücksichtslosigkeit.

Sebastian Vettel hatte Daniil Kvyat vor der Siegerehrung beim GP von China einiges zu sagen. Der Russe schoss in der ersten Kurve am Ferrari-Piloten vorbei, woraufhin Vettel mit seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen zusammenkrachte.

"Wenn ich weitergefahren wäre, hätten wir einen Unfall gebaut!", warf ein erzürnter vierfacher Champion dem Red-Bull-Piloten vor.

Der entgegnete: "Dann fahr eben nicht weiter!"

Vettel ließ seiner Wut weiter freien Lauf: "Wenn du attackierst wie ein Verrückter, musst du damit rechnen, dass du dein Auto kaputt fährst. Diesmal hast du Glück gehabt." 

Kvyat bleibt unbeeindruckt

"Ich bin am Podium, also ist es okay", entgegnete Kvyat staubtrocken und ließ sich von den Worten seines erfahreneren Kollegen nicht einschüchtern.

Während er infolge des hektischen Auftakts den zweiten Podestplatz seiner Karriere holte, fiel Vettel nach dem Crash mit seinem Teamkollegen vorübergehend zurück.

Experten konnten die Aufregung des Ferrari-Piloten nicht nachvollziehen - im Gegenteil.

 

"Da war eine Lücke, Kvyat hat sie gesehen und er fährt hinein und holt sich die Kurve. Ich verstehe, dass Seb enttäuscht ist, aber das war ein Riesenmanöver von Kvyat", meinte SkyUK-Experte und Ex-Pilot Johnny Herbert.

Der Brite fühlte sich bestens unterhalten: "Das ist Racing, das sind die Rad-an-Rad-Duelle, die ich sehen will und liebe!"

"Worüber Vettel sich aufgeregt hat, war, dass Kvyat mit so hohem Tempo in die Mitte der Kurve kommt, aber er ist fair vorbeigefahren. Vettel will sich schützen und dann kommt es zum Kontakt mit Kimi", analysierte sein Kollege Anthony Davidson.

Entschuldigung bei Räikkönen

Erst nach der Fahrerpressekonferenz hatte sich Vettel ein wenig beruhigt: "Für ihn hat es gereicht, aber für uns war es nicht ideal. Aber es ist so, wie es ist. Angesichts der Umstände war es noch ein starkes Rennen danach."

Sein erster Weg nach dem Rennen führte ihn zum Teamkollegen, der sich noch bravourös auf Platz fünf nach vorne kämpfte: "Ich bin sofort zu Kimi und habe mich entschuldigt."

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Essenzielles Risiko

Kvyat zeigte sich auch nach dem hitzigen Wortgefecht gelassen und nahm die Aufregung seines Kontrahenten gelassen: "So ist das eben, wenn die Emotionen hochgehen. Wenn du auf das Podium willst, musst du kämpfen. Für mich war es essenziell, dass ich dieses Risiko eingehe."

"Man könnte stundenlang reden, aber ich bin auf dem Podium. Wo wäre ich sonst? Ich habe nur Augen für zwei Autos, also war es auch sein Business, mit Kimi fertig zu werden", sah der 21-Jährige das Problem nicht auf seiner Seite.

Großartiges zu erwarten

So wie Kvyat mit seiner gelasssenen Reaktion beeindruckte, sorgte auch Red Bull Racing für Staunen bei der Konkurrenz. Nach den Riesenproblemen mit dem Antrieb in den letzten beiden Jahren, scheint heuer ein Aufwärtstrend erkennbar.

"Das Chassis war immer großartig, es ist fantastisch zu fahren. Mit einem weiteren Schritt im Motorenbereich können wir Großartiges erwarten", kündigte Kvyat an.

Teamchef Christian Horner, am Samstag völlig perplex nach dem starken Qualifying, war auch am Sonntag überrascht: "Dritter und Vierter zu werden, einen Ferrari zu schlagen - das ist mehr, als wir so früh in der Saison erwarten konnten."

 

Andreas Terler

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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