Vettel spottet über RBR-Cockpitschutz

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Der geplante Cockpitschutz ist durch die Testrunde von Red Bull mit dem hauseigenen System "Aeroscreen" (zunächst "Canopy" genannt) im Training für den Sotschi-GP wieder ein Thema.

Sebastian Vettel zeigt sich wenig begeistert von der "Windschutzscheibe". Auf den Schutz angesprochen meint der Ex-Red-Bull-Pilot schmunzelnd: "Man muss da erstmal die Fliegen wegkratzen."

Eine Schutzvorrichtung befürwortet Vettel aber. Optische Kritik am von Ferrari getesteten Halo-System lässt er nicht gelten.

"Wenn es die Sicherheit erhöht und Leben retten kann, wären mindestens noch zwei Fahrer unter uns", sagte Vettel schon zu Saisonbeginn mit Blick auf die tödlichen Unfälle von Formel-2-Fahrer Henry Surtees 2009 und Justin Wilson 2015.

Zum Design des "Halo"-Modells meinte Vettel: "Es kann hässlich sein, aber nichts rechtfertigt es, dass die beiden Männer nicht mehr bei uns sind."

"Dann lieber wie bei einem Kampfjet"

Weltmeister Lewis Hamilton ist hingegen kein Fan eines Cockpitschutzes.

"Wenn es eingeführt werden sollte, hoffe ich, dass man es sich aussuchen kann, ob man es einsetzt oder nicht, weil ich es ganz bestimmt nicht nutzen werde", äußerte der Brite seine Abneigung. "Als Fahrer muss man selbst entscheiden, wie viel Risiko man eingeht."

Der "Aeroscreen" überzeugt Hamilton ebenso wenig. Das Konzept sei nicht ausgegoren, meinte er. "Man sollte dann lieber das Cockpit wie in einem Kampfjet schließen."

Sowohl "Halo" als auch "Aeroscreen" sollen die Fahrer vor umherfliegenden Trümmerteilen schützen. Beide Modelle wurden auch Sicherheitstests unterzogen. Red Bull veröffentlichte zeitgleich mit der Ausfahrt von Ricciardo Videos solcher Versuchsanordnungen.

In einem der Ausschnitte ist zu sehen, wie bei Tempo 225 ein Rad auf die Windschutzscheibe gefeuert und, ohne sichtbaren Schaden an dem "Aeroscreen" anzurichten, abgelenkt wird. Am Ende entscheidet die Formel-1-Kommission über das Modell.

Sichtbehinderungen als Problem

Einer der strittigen Punkte ist noch die Sicht. Die Konstruktionen an sich oder etwa Lichtreflexe könnten die Fahrten beeinträchtigen, so die Bedenken einiger Piloten.

Nach dem Testlauf mit "Halo" auf dem Circuit de Catalunya sprach Räikkönen aber nur von geringfügigen Einschränkungen. Red Bull hofft beim "Aeroscreen" mit entsprechenden Folien und Beschichtungen, Widrigkeiten trotzen zu können.

Red Bull Racing testet im Rahmen des F1-GP von Russland ein Modell eines Cockpitschutzes.

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Das System hört auf den Namen "Canopy" (Vordach) - erinnert an eine Windschutzscheibe. Im Gegensatz zum System "Halo" kommt es ohne Strebe im vorderen Bereich aus.

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