"Sausage Kerbs" als Ärgernisfaktor

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In den ersten Trainings der Formel 1 in Spielberg sorgen neue Randsteine für negative Aufmerksamkeit.

Die gelben "Sausage Kerbs", wie die korrekte Bezeichnung lautet, sollen Abkürzungen mit Zeitgewinn unterbinden, stellen aber ein Risiko dar. So ruinierte sich Max Verstappen bereits die Radaufhängung und den Frontflügel, wonach der Niederländer die Streckenbegrenzungen als "unglaublich" und "wirklich gefährlich" bezeichnete.

Bei einer Besprechung soll nun über die Entfernung entschieden werden.

Abbau vor Motorrad-WM

Im Zuge der Renovierungsarbeiten auf der Strecke sind heuer in jeder der offiziell neun gezählten Kurven neue Randsteine installiert worden. 10 Zentimeter hohe Extra-Begrenzungen wurden in den Kurven eins (Castrol Edge), zwei (Remus) und neun (Red Bull Mobile) angelegt.

50 Millimeter hohe "Sausage Kerbs" kamen jeweils an den Ausgang der ersten und der zweiten Kehre. Zudem wurden in allen Kurven außer der moderaten vierten neue gerippte "negative Kerbs" eingebracht.

Vor dem Gastspiel der Motorrad-Weltmeisterschaft im August müssen die zusätzlichen Hindernisse wieder abmontiert werden. "Für die MotoGP ging es überhaupt nicht. Das war eine Maßnahme, die ausschließlich für die Formel 1 war", informiert Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff.



Wolff: "Zu hart"

Für Wolff überschreiten die gelben Gebilde den grünen Bereich. "Wir haben schon Belastungen gesehen auf der Aufhängung, die über das Maß hinausgehen, wie wir es eigentlich haben sollten", erklärt der Österreicher.

"Natürlich sollte man bestraft werden, wenn man zu weit rauskommt, aber das ist vielleicht etwas zu hart", meint Red-Bull-Teamchef Christian Horner gegenüber "SkySports F1". Die schlauchartigen "Sausage Kerbs" waren auf anderen Kursen in der Vergangenheit schon für Unfälle verantwortlich gewesen.

"Ich denke, nach der Fahrerbesprechung werden sie darüber diskutieren, ob es überhaupt sinnvoll ist, sagt Wolff. Nachsatz: "Ich wäre eher dafür, dass sie es wegmachen."


Eine Runde in Spielberg mit Nico Hülkenberg:


Es gibt auch Befürworter

Es gibt aber auch andere Stimmen. Williams-Hoffnung Felipe Massa begrüßt die neuen Begrenzungen.

"Das macht die Strecke schneller, weil man mehr Platz hat", sagt der Brasilianer. Die zusätzlichen gelben Randsteine sollte man eben tunlichst vermeiden. Und Ferrari-Pilot Sebastian Vettel merkt lapidar an, dass Red Bull einfach stärkere Frontflügel bauen sollte.

Aufgrund der großzügigen Auslaufzonen des Red Bull Rings tendieren die Fahrer dazu, mit ihren Autos sehr weit auszuholen und dafür später bremsen zu können. 2014 strichen die Stewards aus diesem Grund bei einigen Fahrern Qualifying-Rundenzeiten, u.a. jene von Lewis Hamilton. Kerbs sind nicht Teil der Strecke, heißt es im Regulativ.

Zwei Woche nach Baku wird in der Formel 1 damit schon wieder über Randsteine diskutiert. Beim Premieren-Rennen auf dem Stadtkurs in Aserbaidschan hatten sich einige dieser Kerbs gelockert und mussten deshalb durch "aufgemalte" Versionen ersetzt werden.

Meklau: "Das bleibt!"

Einige Zeit nach den Beschwerden erteilt Andreas Meklau, Rennleiter am Red-Bull-Ring, dem Wunsch nach Entfernung eine Absage.

"Das bleibt", so der Steirer gegenüber dem "ORF". In der Nachbesprechung seien die neuen Hindernisse unter den Fahrern kein heiß diskutiertes Thema gewesen, meint Meklau.

"Ich habe noch nie einen Kerb gesehen, der eine Radaufhängung beschädigt", wundert sich Niki Lauda über die "Baguettes".

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