Lauda: "Irgendwann hört der Spaß auf"

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Nach dem Crash in Spielberg kehrt bei Mercedes so schnell keine Ruhe ein. Am Donnerstag vor dem GP von Großbritannien steht bei den Silberpfeilen noch ein Rapport an.

"Toto wird mit Nico und Lewis Klartext reden. Wir wollen die zwei frei fahren lassen", meint Niki Lauda bei "auto, motor und sport".

Allerdings würde man nicht ewig zusehen: "Wenn es nicht klappt und zu den bisherigen Unfällen noch einer hinzukommt, behalten wir uns alle Schritte vor. Irgendwann hört der Spaß auf."

 

Welche Konsequenzen es dann hageln könnte, führt der Dreifachweltmeister nicht aus: "Da lassen wir uns alles offen."

Kampf nur, wenn es um nichts mehr geht

Angesichts seiner eigenen Titel weiß Lauda, wie es optimal zugehen sollte: "Wenn du Weltmeister werden willst, musst du als Fahrer auch einmal nachgeben können. Wir brauchen zwei Teamfahrer, die sich nach allen Regeln der Kunst bekämpfen, aber gerade so, dass sie nicht zusammenkrachen. Ich kann von erwachsenen und intelligenten Fahrern erwarten, dass sie das hinkriegen."

"Stellt euch vor, der Vettel ist bis auf zehn Punkte dran, und unsere beiden Herren fahren sich so in die Kiste, dass beide liegenbleiben", zeichnet Lauda ein dramatisches Beispiel.

Eine Ausnahme kann er sich dann aber doch vorstellen. Sollten Fahrer- und Konstrukteurstitel im letzten Rennen bereits für Mercedes feststehen, darf gekämpft werden: "Dann, und nur dann, könnte ich akzeptieren, dass es zwischen den beiden kracht. Aber auf keinen Fall auf dem Weg dorthin."


Die Fans hatten in Spielberg ihren Spaß:


Stallorder nicht gern gesehen

Chefvermarkter Bernie Ecclestone hält eine Stallorder ohnehin für das falsche Mittel. "Ich denke, wir sollten sie fahren lassen", empfiehlt der 85-Jährige im "Telegraph".

"Wenn sie etwas Dummes machen, haben wir dort die Rennkommissare, um die Sache zu klären. Die Leute wollen nicht, dass das Team eingreift." Es sei "nicht gut für den Sport", betone Ecclestone, der nach eigener Aussage Wolff in einem persönlichen Gespräch von einem Einbremsen abgeraten habe.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner hält sogar eine Sprengung des explosiven Duos für nicht ausgeschlossen. "Wie lange ist es für Mercedes tragbar, mit dieser Paarung weiterzumachen?", stellt der Brite die brisante Frage sicher nicht uneigennützig in den Raum.

Horner weiß aus eigener Erfahrung mit Vettel und Mark Webber, wie kompliziert und sensibel Fahrerkonstellationen sein können. Die Ausbalancierung der Interessen sei "enorm schwierig. Denn egal wie sehr die Fahrer beteuern, sie seien Teamplayer und Vertragspartner, sind sie doch in erster Linie Rennfahrer in eigener Sache."

Vor allem vor dem Hintergrund des WM-Kampfes steht für Horner fest: "Am Ende des Tages werden sie nur machen, was gut für sie selbst ist."

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