Gelb-Frage sorgt für verbales Nachspiel

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Die Eiszeit zwischen WM-Leader Lewis Hamilton und Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg ist nach dem Grand Prix von Ungarn spürbar.

Bei der Pressekonferenz holt Hamilton zu einer Brandrede aus. Anlass ist aber nicht das Rennen, sondern die Pole-Runde von Nico Rosberg, die er unter gelben Flaggen gefahren und dafür nicht bestraft worden ist.

"Wenn es doppelte gelbe Flaggen gibt, muss man dafür bereit sein, anzuhalten. Nico hatte an der Stelle den gleichen Speed wie ich in der Runde davor", so Hamilton.

"Wenn da wirklich noch ein Auto gestanden hätte oder ein Marschall über die Strecke gelaufen wäre, wäre es für ihn sehr schwierig geworden, abzubremsen", fährt Hamiton fort.

Die gefährliche Message

Die Tatsache, dass Rosberg für das Verhalten nicht bestraft wurde, sieht der Brite als gefährliche Botschaft für den gesamten Sport.

"Die Message, die wir damit nicht nur zu den Fahrern hier, sondern vor allem zu denen in den Nachwuchsserien senden, ist, dass es jetzt möglich ist, nur eine Zehntelsekunde unter doppelten gelben Flaggen zu verlieren - was eine der gefährlichsten Situationen sein kein. Das muss geklärt werden."

Hamilton verlor die Pole Position in letzter Sekunde und konnte aufgrund des Drehers von Fernando Alonso seine Zeit nicht mehr verbessern.

Rosberg tat "das, was verlangt wird"

Rosbergs Antwort an den Weltmeister lässt nicht lange auf sich warten: "Ich bin 20 km/h langsamer in die Kurve gefahren - das ist eine Welt in einem Formel-1-Auto, das ist richtig langsam und sicher. Ich bin bereits 20 Meter vor meinem Bremspunkt vom Gas gegangen."

Er sieht kein Fehlverhalten: "Ich habe meine Geschwindigkeit merkbar reduziert - und das ist es, was verlangt wird. Das haben auch die Stewards so gesehen."

Die schnelle Rundenzeit habe außerdem auch mit den Wetterbedingungen zu tun gehabt. "Auf einer abtrocknenden Strecke ist es egal, wie die Sektorenzeit zuvor war, weil man bei jedem Mal schneller wird", so Rosberg.

Der Weltmeister legt aber noch einmal nach.

Vettel auf Hamiltons Seite

"So wie Nico es besprochen hat, war es nicht wirklich exakt. Es geht nicht darum, dass er keine Strafe bekommen hat, sondern darum, die Regel klar zu machen. Es geht darum, bereit zu sein, rechtzeitig zu verlangsamen, wenn da ein Hindernis oder Ähnliches steht. Niemand von uns will einen Marshall oder einen Piloten anfahren", sagt er bei "Sky Sports F1".

Für ihn ist die Sache auch nicht abgeschlossen. Am kommenden Freitag will er das Thema beim Fahrer-Briefing vor dem Grand Prix von Deutschland ansprechen.

Auf seiner Seite wird Sebastian Vettel sein. 

"Ich bin kein Fan davon, jeden für alles zu bestrafen. Wir müssen schließlich noch Rennen fahren. Aber am Samstag haben wir kein gutes Vorbild abgegeben", sagt der Deutsche.

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