Berger übt Kritik: "Das versteht kein Mensch"

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Gerhard Berger ist mit der aktuellen Situation in der Formel 1 unzufrieden.

Der Tiroler übt Kritik an den Entwicklungen: "Auch früher hat es Überlegenheiten gegeben. Aber auch eine Menge Ausfälle. Heute bleibt kein Auto mehr stehen, es gibt keine Überraschungseffekte. Kein Spritmangel, keine Motorschäden, keine Bremsdefekte."

Und auch das - zu komplizierte - Reglement bekommt sein Fett ab. "Da bekommen McLaren und Alonso 100 Plätze Strafversetzung. Das versteht doch kein Mensch mehr."

"Mercedes verdient jeden Respekt"

Die besten Bilder vom F1-Showrun in Kitzbühel:
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Der ehemalige Grand-Prix-Pilot (210 Starts, 10 Siege) wähnt die Formel 1 vielmehr in einer Einbahnstraße. "Wir haben eine echt schwierige Zeit. Mercedes hat seine Hausaufgaben natürlich gut gemacht und verdient jeden Respekt. Aber als Fans wünschen wir uns mehr Zweikämpfe, mehr Spannung", sagte der 56-jährige Tiroler jüngst beim spektakulären Showrun von Max Verstappen auf dem schneebedeckten Gipfel des Kitzbüheler Hahnenkamms.

"Zu meiner Zeit", so Berger, "war die Formel 1 noch ein Ritt auf der Kanonenkugel. Heute ist nach der ersten Kurve klar, wer das Rennen gewinnen wird."

"Fahrfehler wurden bestraft"

Früher sei bis zur letzten Runde gar nichts sicher, heute sei die Spannung hingegen für raus.

Und, so Berger: "Zu meiner Zeit wurden Fahrfehler noch bestraft. Heute sind Auslaufzonen betoniert. Mit Glück verlierst du bei einem Ausritt nicht einmal eine Position."

Berger trauert PS-Monstern nach

Zudem, so Berger, seien die aktuellen Fahrer zu wenig gefordert. "In den 80er-Jahren fuhren wir Autos mit bis zu 1.400 PS, und das ohne automatisches Getriebe, Elektronikhilfen oder heutiger Aerodynamik. Heute haben sogar Straßensportwagen so viel PS wie ein Formel 1", moniert der ehemalige Ferrari-Pilot, der 1989 bei einem Feuerunfall in Imola knapp dem Tod entkommen war.

"Ich hoffe sehr, dass Ferrari zu Mercedes aufschließt und Red Bull als vielleicht immer noch bestes Team punkto Motoren Fortschritte macht."

MotoGP muss Vorbild sein

Berger verwies auf die spektakuläre MotoGP als Gegenbeispiel. "Die haben 270 PS und 160 Kilo und kleine Auflageflächen. Das ist genau der Ritt auf der Kanonenkugel. Dort muss man wieder hin, nämlich dass der Pilot wieder der entscheidende Faktor ist, dass nur vier oder fünf Fahrer überhaupt in der Lage sind, das auch zu beherrschen", fasste Berger zusammen, was er vermisst. Er ist überzeugt: "Es muss sich etwas ändern, wenn man die Fans langfristig am Bildschirm halten will."

Ob sich tatsächlich etwas ändert, wird man frühestens am Monatsende wirklich wissen. Laut einigen Fach-Websites wie "auto, motor und sport" bleibt es nach den jüngsten Strategiesitzungen bei den aktuellen Antrieben, auch wenn sie etwas lauter und günstiger werden sollen. Nachtanken werde es demnach aber ebenso wenig geben wie den "unabhängigen" Motor, den sich u.a. auch Red Bull wünschte.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang»
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