Ruder-Streit: Wer wirklich schuld ist

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Das gibt es nicht! Typisch Österreich! Oder einfach nur: Na Oida!

Der Kleinkrieg um das Ruderzentrum in Wien wirkt ermüdend – und zugleich so vertraut.

Verbände mit unterstellten GmbHs, in die öffentliche Gelder fließen. Im Bürokratie-Dickicht feststeckende Rahmenbedingungen. Abgerundet durch das immerwährende Klagelied von der Knappheit heimischer Sport-Infrastruktur.

Ja, es ist tatsächlich typisch österreichisch.

Ohne auf die Positionen der zwei Konflikt-Parteien, die aus dem Kanu- bzw. Ruder-Lager kommen, im Detail einzugehen, ist das Auftauchen dieser Auseinandersetzung am Ende gar nicht verwunderlich. Denn jeder Verband für sich versucht in Wahrheit das Gleiche: das Meiste für sich herausholen. Also der dem Sport immanente Wettkampf-Gedanke – nur eben auf einer anderen Ebene.

Opportunismus einem Verbands-Funktionär vorzuwerfen, funktioniert demnach nicht. Als gewählter Würdenträger ist es vielmehr seine Pflicht, den Verband nach vorne zu bringen.

Auch wenn es auf den ersten Blick lobenswert erscheint, dass Sportminister Hans Peter Doskozil im konkreten Fall dazwischenschlägt, ist die Schuld am Ende des Tages dennoch bei der Politik oder respektive im Mangel an Führung zu suchen. Denn nach wie vor hat Österreichs Sport keine klare Ziel-Definition und daraus abgeleitet auch keine Strategie. Und solange es keine Richtung sowie Koordinierung gibt, wird es weiterhin einzelne Verbände geben, die sich im verständlichen Streben nach Umfeld-Optimierung gegenseitig behindern.

Österreichs Sport als eine Gruppe Ertrinkender, die sich lieber gegenseitig unter Wasser taucht, anstatt gemeinsam ans Ufer zu schwimmen.


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