Die Mär von der Entpolitisierung

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Rudolf Hundstorfer steht vor der Wahl zum Präsidenten der Bundes-Sportorganisation (BSO). Gelernte Österreicher überrascht nicht, dass der ehemalige Gewerkschafts-Boss sowie Bundespräsidentschafts-Kandidat der traditionell roten Institution vorstehen wird.

Doch in Wahrheit ist es traurig, dass Österreich auch aus den zweiten (fast) schief gegangenen Olympischen Spielen offensichtlich nichts gelernt hat.

Als vor 33 Tagen das Feuer in Rio erlosch, hatte die Bronzene von Tanja Frank und Thomas Zajac eine Wiederholung der London-Nullnummer verhindert. Da gab es nichts schönzureden, weshalb Sportminister Hans Peter Doskozil die seit Jahrzehnten geforderten „Entpolitisierung des Sports“ versprach.

Endlich, dachten sich viele.

Dass der Burgenländer in der Zwischenzeit betonte, dass er damit nicht die Einstampfung der drei Dachverbände ASKÖ, Union und ASVÖ meinte, ließen bereits viele Hoffnungen verfliegen. Er sei da falsch verstanden worden, hieß es. Na wenigstens soll der Förder-Wildwuchs dran glauben müssen.

Doch die Wahl von Hundstorfer, einem Partei-Kollegen Doskozils, degradierte die angepriesene Entpolitisierung endgültig zum losen Blabla. Wenn der Wille zur Kursänderung keine paar Wochen überlebt, dann sieht es für Österreichs Sport auch in Zukunft finster aus.

Schön, dass mit Gegen-Kandidat Michael Eschlböck zumindest ein Mann gewillt war, trotz aussichtsloser Ausgangslage eine Alternative zum immergleichen Fahrwasser anzubieten.


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