Zwei "Überflieger" am Tiefpunkt ihrer Karriere

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Die ehemaligen "Könige der Lüfte" möchten an Tagen wie diesen am liebsten im Boden versinken. Zwei der größten Skispringer aller Zeiten durchleben das größte Wellental ihrer Karriere.

Die einstigen "Super-Adler" Gregor Schlierenzauer und Simon Amman fliegen der Konkurrenz hinterher. Der Tiroler "Schlieri" ist von Trainer Heinz Kuttin vor dem Finale der Vierschanzen-Tournee in Bischofshofen aus dem Kader genommen worden. "Simi" wird von Schweizer Medien gar der Rücktritt nahe gelegt. Ammann ist vor einem Jahr in Salzburg schwer gestürzt. Der 34-Jährige landet seither wie ein Anfänger. Die Verunsicherung beim viermaligen Olympia-Goldmedaillen-Gewinner ist spürbar.

Gregor Schlierenzauer, mit 53 Siegen der erfolgreichste Weltcup-Springer aller Zeiten, landet zwar sicher, aber viel zu früh. Am Bergisel, seiner absoluten Lieblingsschanze, verpasste der "Überflieger" nach einem schwachen Sprung sogar den Final-Durchgang. Ratlosigkeit machte sich breit.

"Mir fallen keine Antworten mehr ein. Die Trainer nehmen mir eine Last von den Schultern, die zuletzt immer größer geworden ist", erklärt der Tiroler auf seiner Homepage. Der brutale Absturz der Ausnahmekönner unterstreicht die Komplexität der Sportart. Beim Skispringen muss – ähnlich wie in der Formel 1 - das Gesamt-Paket passen.

Das perfekte Setup ist von besonderer Bedeutung. Ein Rad muss ins andere greifen. Fehlt ein Mosaikstein, ist das Gesamtbild unbefriedigend. Das Fluggefühl geht verloren. Mental bedeuten die Sprünge von den diversen Monsterschanzen ohnehin einer Wahnsinns-Belastung.

Die Vorstellung davon bleibt Otto-Normalverbraucher verborgen. Wie in der Formel 1 ist es auch beim Skispringen nur einer absoluten Minderheit vorbehalten, das Hochgefühl sowie die Tücken der Extremsportart zu erleben. Es gibt aktuell wohl niemanden, der das besser fühlen und beschreiben kann als "Schlieri" und "Simi". Es wäre schade, wenn ihre großartigen Karrieren ausgerechnet an ihrem Tiefpunkt ein jähes Ende finden sollten.

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