Auch der "Begleit-Tross" muss EM-tauglich werden

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Österreichs Fußball-Nationalteam hat also – so wie im Vorjahr gegen Brasilien – das abschließende Länderspiel des Jahres mit 1:2 verloren. Bitter, aber kein Beinbruch!

Die Niederlage gegen die Eidgenossen, immerhin war im Happel-Stadion die Nummer 11 der Welt bei der Nummer 10 zu Gast, hat gezeigt, dass die Bäume für die ÖFB-Auswahl nicht in den Himmel wachsen. Eine zwischenzeitliche Euphorie-Bremse, noch dazu in einem Testspiel unter besonderen Umständen, kann die Truppe nicht aus der Bahn werfen.

Auch für das Umfeld des ÖFB-Großkaders und die Fans kommt so ein Dämpfer zur rechten Zeit vielleicht gar nicht ungelegen. Die Auswahl blickt der Aufgabe EURO 2016 in Frankreich dennoch optimistisch entgegen.

Das Aushängeschild des Landes ist für die EM gerüstet, ob es der ÖFB ist, das wird sich erst weisen. Der hochbezahlte "Pensionist" Gigi Ludwig gibt als Generaldirektor weiter die Linie vor. Diverse Berichterstatter sowie Verlagshäuser knurren ob der rigorosen Medienpolitik von Marcel Koller. Der Schweizer geht mit öffentlichen Terminen äußerst sparsam um. Seine Pressestelle kann nur einen Bruchteil der Anfragen erfüllen. Das wiederum sorgt für Unzufriedenheit bei den Journalisten und schürt Gerüchte.

Der Druck auf den inneren Zirkel wird in den kommenden 250 Tagen weiter ansteigen. Vorbereitung auf die Endrunde, Quartier der Mannschaft, erhöhte Sicherheits-Fragen sowie das Spielprogramm bis hin zum Start der EURO sind ebenso offen, wie die Verlängerung des Vertrages mit dem populären und gefragten Teamchef.

Sportlich hat der ÖFB zuletzt alles richtig gemacht, in den nächsten Wochen und Monaten wird sich zeigen, ob auch die Zentrale und die Vielzahl der (Landes)Funktionäre mitziehen können. Auch sie werden angesichts von Sonder-Prämien für den Verband (UEFA-Gelder, zusätzliche Sponsoren-Einnahmen), der anstehenden Frankreich-Reise (alle wollen möglichst nahe an ihren "Lieblingen" dran sein) und ihrer neu gewonnenen regionalen "Wichtigkeit", aufgrund der Erfolge und der Attraktivität des Teams, ihre Ansprüche anmelden.

Politiker, ehemalige Funktionäre und diverse Eitelkeiten werden in den Vordergrund drägen. Auch davor droht Marcel Kollers Truppe große Gefahr. Auch diesbezüglich ist ab sofort höchste Professionalität gefragt. Nicht unbedingt von den Spielern und ihren Betreuern, sondern vielmehr von den Verantwortlichen, Funktionären und dem "Begleit-Tross" der Nationalmannschaft.

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