Dies kann und darf nur der erste Schritt sein

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„Manchmal im Leben ist es wichtig, einen kleinen Schritt zurück zu gehen, um dann einen großen nach vorne zu machen.“

So leitete Bundesliga-Präsident Hans Rinner seine Ausführungen zur Liga-Reform ein und sprach damit exakt jenen Punkt an, an dem der Erfolg dieser Revolution in einigen Jahren gemessen werden wird.

Denn dies kann, darf und muss nur der erste Schritt sein.

Eine Rettungsmaßnahme. Meinetwegen sogar eine Wiederbelebung. Jedenfalls nur eine – aufgrund der mancherorts völlig verfehlten Vereinspolitik und des drohenden Finanz-Kollapses der Ersten Liga leider notwendige - Zwischenlösung.

Wenn Österreichs höchste Spielklasse jedoch 2030 nach wie vor im 12+16-Format spielt, kann man diesen Einschnitt getrost als kapitalen Fehlschlag betrachten. Und 2030 ist hier bereits sehr großzügig bemessen.

Es ist gut, dass die Liga-Spitze auch keinen Hehl aus dem mittelfristigen Wunsch einer 16er- oder gar 18er-Liga macht. Ebenso gut ist es, dass Rinner die (eh viel zu späte) Vision einer höchsten Spielklasse zeichnet, die ausschließlich aus Vereinen mit in der Moderne angekommener Infrastruktur besteht.

Man könnte es noch wesentlich deutlicher formulieren: Vereine, bei denen Stillstand das oberste Gebot zu sein scheint, müssen gnadenlos aus dem Rennen um eine Teilnahme in der Profiliga eliminiert werden.

Es sind Klubs wie der SV Mattersburg oder der Wolfsberger AC, die ihr Geld lieber in die Mannschaft als in das Umfeld stecken, die sich als Bremse des österreichischen Liga-Betriebs erwiesen haben.


Der Sport ist jedoch nur die eine Säule. Die Wirtschaftlichkeit und die Infrastruktur sind die beiden weiteren – und dass es hier vielerorts kracht, weiß jeder Fan nur zu gut.

Auf sportlichem Gebiet wurde in Österreich in den vergangenen 15 Jahren vieles richtig gemacht. Wurden heimischen Talenten rund um die Jahrtausendwende in Folge des Bosman-Urteils noch viel zu oft von Legionären mit fragwürdiger Tauglichkeit die Plätze verstellt, zählen rot-weiß-rote Kicker heute selbst zu den großen Exportschlagern.

In der heimischen Liga spielen zu einem guten Teil jene, die (noch) nicht die Klasse für einen Auslands-Transfer haben. Das ist völlig okay, nicht jeder wird es in eine der finanzstarken Ligen schaffen.

Dass sie auch in der Heimat gute Chancen auf einen Arbeitsplatz haben, ist dem Österreicher-Topf zu verdanken, der den Ausländer-Anteil in der Bundesliga gering hält. Dieses Anreiz-Modell wurde fraglos zu einem Erfolg, zu dem man der Bundesliga nur gratulieren kann.

Mit dem „Lizenz-Bonus“ versucht die Liga nun auf ähnlich kreative Art und Weise, Schwung in die Infrastruktur-Offensive zu bringen. Eine löbliche Initiative, die zumindest die Chance, dass sich so mancher Klub in Richtung tatsächlichem Profitum weiterentwickeln möchte, erhöht.

Das Schlüsselwort hierbei ist Weiterentwicklung. Der Ball hierfür liegt nun bei den Vereinen selbst. Sie müssen entscheiden, ob sie die Chance, die ihnen die Bundesliga bietet, nutzen wollen, ihre Infrastruktur in Ordnung bringen und ihren Profibetrieb in eine Kapitalgesellschaft ausgliedern, oder ob sie für immer in der Unterklassigkeit verharren möchten.

Auch Letzteres wäre in Ordnung. Ebenso wie dieses Stoppschild in der höchsten Spielklasse für das „Nichtstun“ von so manchem Dorf-Kaiser oder Wald-und-Wiesen-Mäzen. Denn die wollen sich nur für ihre sportlichen "Erfolge" feiern lassen. Wie ihr Sportplatz dabei ausschaut, ist ihnen leider viel zu oft egal.


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