Das Rendezvous mit dem Ball beginnt

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Das ÖFB-Team trotzt der Euphoriebremse und für das Turnier bleibt in erster Linie zu hoffen, dass Fußball im Vordergrund stehen wird. Startschuss für die EURO 2016 und den begleitenden EURO-12 Meter.

Heute geht es also los. Gastgeber Frankreich eröffnet die EURO 2016 gegen Rumänien. Und irgendwie steht das Turnier im Vorfeld unter keinem besonders guten Stern. Terrorangst, Überflutungen in Frankreich und Streikdrohungen rund um das Großereignis. So recht Vorfreude und bedingungslose Fußballeuphorie mögen nicht aufkommen. Irgendwie befreiend, dass es endlich losgeht und man weiß, woran man ist. In erster Linie bleibt also zu hoffen, dass alles glatt über die Bühne geht und es die folgenden Wochen tatsächlich nur um Fußball sowie seine Begleiterscheinungen geht, und sonst nichts.

Eine fußballerische Begleiterscheinung soll im Vorfeld schon nicht unerwähnt bleiben: Österreich spielt mit. Zuletzt hat sich das heimische Nationalteam 1998 sportlich für ein Großereignis qualifiziert und auch damals hob der Mannschaftsflieger nach Frankreich ab. Und Team Austria spielt nicht nur mit, es wird ihm auch einiges zugetraut. Neo-ManUtd-Coach Jose Mourinho sprach sogar vom Geheimfavorit in Rot-Weiß-Rot. Und auch abseits davon hat die Qualifikation mit neun Siegen und einem Remis Spuren in der Wahrnehmung hinterlassen.

"Gleich mit aller Kraft ins Verunsicherungs-Horn zu stoßen, ist wohl eine Themenverfehlung"

Die von einem sehr großen Teil der Medienwelt zusammengebraute Euphorie nach der Qualifikation schien das Team auf Wolke sieben zur EURO zu tragen. Zwei Testniederlagen gegen Holland und die Türkei sowie ein eher mühsamer Kick gegen Malta (2:1-Sieg) haben die ergebnisgeilen Sportjournalisten aber kurz vor Beginn des Turniers dazu veranlasst, eine Verunsicherung im ÖFB-Team herbeizuschreiben. Wie seit jeher, werden nicht besonders viele Buchstaben für eine solide Analyse des Gezeigten aufgewendet. Zwei Mal verloren, gegen Malta nur 2:1 gewonnen – da passt was nicht. Fertig ist die Schlagzeile.

Mit stoischer Vehemenz stellen sich aber sowohl Spieler als auch Marcel Koller gegen diese Entwicklung. Demonstrativ wird Ruhe ausgestrahlt und gesagt, es sei alles in Ordnung. Gegen Ungarn werde man voll da sein. Ruft man sich die letzten Auftritte in Erinnerung, ist das auch der einzig vernünftige Weg, so kurz vor dem Auftakt in Bordeaux. Ja, einige Leistungsträger suchen nach ihrer Form und ein gewisser Schlendrian war da und dort zu erkennen. Deshalb aber gleich mit aller Kraft ins Verunsicherungs-Horn zu stoßen, ist wohl eine Themenverfehlung. Das Gefüge des Nationalteams scheint stabil genug zu sein, das nicht an sich heranzulassen. Auch ein Novum, blickt man nur ein paar Jahre zurück. Marcel Koller und Co vermitteln den Eindruck: Wir sind ready.

Die LAOLA1-Redaktion ist auch ready. Neben dem Team vor Ort und den Redakteuren in Wien wird auch der 12 Meter in den nächsten Wochen im Dauereinsatz sein. Diese Zeilen werden sich immer wieder mit Beobachtungen der besonderen Art auseinandersetzen. Was tut sich in Frankreich zwischen 10. Juni und 10. Juli auf dem Feld neben dem Offensichtlichen? Was gibt es an Auffälligkeiten aus der Coaching-Zone und dahinter zu berichten, und was spielt sich unter den Fans auf der Tribüne ab? Europa hat ab heute ein "rendez-vous avec le ballon", möge der vierwöchige Ausnahmezustand mit einer Überdosis Fußball beginnen.

Jürgen Pucher war Gründungsmitglied der Plattform „sturm12.at“ und hat dort über Jahre hinweg mit seiner Kolumne „12 Meter“ die Diskussionen rund um den Grazer Verein und den österreichischen Fußball extrem bereichert. Nun beschäftigt er sich als Betreiber der Podcast-Plattform "blackfm.at" mit den Geschehnissen bei den Schwarz-Weißen. Bei LAOLA1 verfasst er in regelmäßigen Abständen Gastkommentare zum Geschehen im heimischen Kick und nun speziell zur EURO 2016.


Fünf Fakten zum Eröffnungsspiel:




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