Zur Verteidigung von David Alaba

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Die ersten blasphemischen Kommentare gab es beim Juventus-Spiel.

Nach dem CL-Aus gegen Atletico Madrid wurden weitere Zweifel am Fußballgott laut.

Kaum erfüllte David Alaba in zwei Spielen, die im österreichischen Free-TV zu sehen waren, einmal nicht die hohen Erwartungen, drehte sich der Wind. Plötzlich gehörte es zum guten Ton, sich kritisch über den Nationalhelden zu äußern.

Mittlerweile ist die Stimmungslage endgültig gekippt. Mit seinem kuriosen Eigentor gegen Malta sowie zwei unterdurchschnittlichen Leistungen bei der EURO trug Alaba selbst dazu bei. All jene, die in den letzten Jahren noch in höchsten Tönen von ihm schwärmten, gehen nun auf ihn los. Everybody’s Darling war einmal. Auf einmal sieht sich der 23-Jährige mit einem Shitstorm konfrontiert.

Angesichts seiner bescheidenen Leistung gegen Portugal ist sachliche Kritik am Bayern-Star freilich berechtigt. Teilweise nehmen die Kommentare aber unfaire Ausmaße an. Die österreichische Öffentlichkeit scheint sich so sehr an überragende Leistungen des zweifachen Sportler des Jahres gewöhnt haben, dass eine kleine Formkrise zur Alarmstufe Rot hochstilisiert wird.

VIDEO: Die LAOLA1-Dreierkette diskutiert das Portugal-Spiel


Von Alaba werden Wunderdinge erwartet, momentan präsentiert er sich aber nur wie ein etwas besserer Durchschnittsspieler. Das reicht aus, um die Fans zur Weißglut zu bringen, obwohl sich sein Output im Vergleich zu jenem seiner Teamkollegen durchaus sehen lassen kann.

Von allen Österreichern kam er bei der EURO einem Torerfolg am nächsten. Einerseits mit seinem Stangenschuss gegen Ungarn, andererseits mit dem Freistoß gegen Portugal, als Vieirinha per Kopf auf der Linie klärte.

Dazu kommt das Positionsproblem. Sogar ein Anpassungs-Genie wie Alaba hat Probleme, wenn es plötzlich als offensiver Mittelfeldspieler in einem Konter-System aufläuft, nachdem es die ganze Saison als Abwehrspieler einer Mannschaft mit extremem Ballbesitzfußball agierte.

Unter diesem Aspekt erscheinen seine Passschwierigkeiten in einem anderen Licht. Immerhin erledigte er seine defensiven Aufgaben gegen Portugal recht ordentlich. Er stopfte Löcher, indem er sich neben die Sechser fallen ließ – etwas, das ihm in der öffentlichen Nachbetrachtung zu wenig angerechnet wurde.

Es war also nicht alles schlecht, was Alaba bisher bei dieser EURO ablieferte. Natürlich läuft er seiner Bestform hinterher, aber die Kritiker sollten wieder auf die Bremse steigen. Selbst ein Alaba in der Krise ist für das ÖFB-Team besser als kein Alaba. Gegen Island braucht man ihn nun mehr als je zuvor - als Standardspezialist, Spielgestalter und defensiven Kämpfer. Deswegen sollten auch die Fans wieder hinter ihm stehen.



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