Auswärtsfans müssen zu viel bezahlen

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Als Auswärtsfan ist man ein armes Schwein. Seinen Verein quer durch Österreich zu begleiten, ist kein Picknick. Die stundenlangen Busfahrten sind oft mühsam, die Behandlung durch die Exekutive und so manchen übermotivierten Ordner lässt oft zu wünschen übrig, diverse Schikanen stehen an der Tagesordnung. Respekt für jeden, der sich das regelmäßig antut.

Hinzu kommt, dass es kein billiges Unterfangen ist, rund alle zwei Wochen eine solche Reise anzutreten. Das hat – nicht nur, aber auch – mit den Kartenpreisen zu tun. 21 Euro musste man beispielsweise als Austria-Fan bezahlen, um sich das Spiel in der Südstadt im Auswärtssektor anzusehen. Eine unüberdachte Stehplatztribüne, wohlgemerkt! Zum Vergleich: Für vier Euro mehr bekommt man in der Volksoper einen Logenplatz.

Die FAK-Fans haben auf kreative Art und Weise gegen die hohen Kartenpreise protestiert. „21 € für den Oasch Block? Da haut’s uns aus die Bock!“, stand auf zwei Spruchbändern, die nach 60 Minuten präsentiert wurden, geschrieben. Gleichzeitig warfen die FAK-Anhänger zu Dutzenden ihre Schuhe auf den Rasen.

Kein Zufall, dass es Anhänger der Austria sind, die die Problematik thematisieren. Das haben übrigens auch Rapid- und Sturm-Fans in der Vergangenheit schon getan. Fans dieser Vereine werden nämlich nicht selten „Opfer“ der Top-Spiel-Zuschläge, die kleinere Vereine für Spiele gegen Groß-Klubs verlangen.

Es mag bei den Klubs der Bundesliga kein übermäßig populäres Thema sein, den Auswärtsfans ihr Dasein angenehmer zu gestalten – in manchen Fällen gewinnt man sogar den Eindruck, so mancher Verein wäre froh, wenn gar keine Gästefans kommen würden. Wichtig ist es jedoch allemal. In einer Liga, deren Zuseherzahlen nicht gerade durch die Decke gehen, muss praktisch jeder Fan gerne gesehen sein.

Und gerade jene jungen Menschen, die sich so sehr mit einem österreichischen Verein identifizieren, dass sie viel Freizeit und Geld opfern, um ihn auch auswärts zu unterstützen, sind die finanzkräftigen Kunden von morgen. Warum also nicht einheitliche – und vor allem günstige – Ticketpreise für Auswärtsfans einführen? Es wäre eine Investition in die Zukunft.

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