Die merkwürdige Abo-Preis-Politik der Bundesliga

von Christian Frühwald Aufmacherbild

Seit den Lehren von Adam Smith Mitte des 18. Jahrhunderts wissen wir: Der Preis eines Produkts entwickelt sich in erster Linie aus Angebot und Nachfrage.

Fast 300 Jahre später scheint diese Erkenntnis beinahe überall angekommen zu sein. Nur nicht in der heimischen Bundesliga. Anders scheint die Abo-Preispolitik der Vereine fast nicht erklärbar.

Mit dem SV Mattersburg und dem SV Grödig führen zwei Klubs das Ranking der teuersten Saison-Abos an, die nicht unbedingt als Zuschauer-Magneten gelten. Rekordmeister Rapid bietet hingegen die viertbilligste Variante an. Obwohl die Hütteldorfer mit über 17.000 Zuschauern im Durchschnitt doppelt so viele Besucher vorweisen können wie der zweitplatzierte SK Sturm.

Führt man sich noch dazu die des öfteren doch durchwachsene Qualität des heimischen Kicks vor Augen, kann man nur erstaunt den Kopf schütteln, wenn man liest, das in Mattersburg knapp 250 Euro für ein Dauer-Stehplatz-Ticket verrechnet werden. „Tribünen-Nachwuchs“ wird man bei einem derartigen Preis-Leistungs-Gefälle wahrscheinlich nur schwer generieren können.

Rapid hat es vor einigen Jahren erfolgreich vorgemacht: Dank einem der günstigsten Abos der Liga brachten die Wiener viele Fans regelmäßig ins Stadion, die davor nur vereinzelte Top-Partien vor Ort besuchten. Diese Fans verlängern mittlerweile auch nach einigen Preis-Anpassungen weiterhin jährlich ihre Dauerkarte.

Dementsprechend ist Rapid auch der einzige Bundesliga-Verein, der wirklich bei jedem Heimspiel für eine tolle Zuschauer-Kulisse sorgen kann. Schlussendlich macht auch Masse Kasse. Hinzu kommen die positiven Effekte der Gruppendynamik.

Aber jeder Verein ist bekanntlich seines eigenen Glückes Smith… äh… Schmied.

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