Warum es dieses Mal klappen könnte

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Zum neunten Mal schickt sich der FC Red Bull Salzburg an, den Sprung in die Gruppenphase der Champions League zu schaffen. Die „Bullen“ und die Königsklasse – das ist für die Konkurrenz der Running Gag schlechthin. Neben Giovanni Trapattoni (2x) versuchten Huub Stevens (2x), Roger Schmidt, Adi Hütter und Peter Zeidler ihr Glück. Vergebens. Nun ist Oscar Garcia dran.

  • Der ist auch ein Faktor, warum es dieses Mal endlich klappen könnte. Der Spanier, der selbst mit dem FC Barcelona in der Königsklasse gespielt hat, überzeugte in seinem ersten halben Jahr als Trainer der Salzburger. Auch wenn es sich bislang „nur“ um die österreichische Bundesliga handelte, vermochte der smarte Katalane einem ihm fremden Team schnell seine Handschrift zu verpassen, die Defensive zu stabilisieren und den Eindruck zu vermitteln, dass Spieler und Team sich weiterentwickeln. Garcia bekommt im Gegensatz zu manch seiner Vorgänger den nötigen Respekt, ist der „Big Boss“ des Teams. Spieler vertrauen ihm und den Rochaden, die auch systembezogen sind. Was ihm mit 43 Jahren logischerweise noch fehlt, sind internationale Auftritte als Trainer an der Seitenlinie. Mit Maccabi Tel Aviv wurde Garcia 2013 israelischer Meister, scheiterte aber dann schließlich in der CL-Qualifikation in der dritten Runde an NK Maribor, das es in diesem Jahr in die Gruppenphase schaffte. Doch wer in Spanien (noch dazu beim FC Barcelona) spielte sowie in Israel und England trainierte, sollte mit dieser Bühne, die von Runde zu Runde größer wird, wohl umgehen können.
  • Das gilt auch für das Gros der Spieler, die aktuell im Kader stehen. Einige von ihnen haben es schon oft probiert, in die Champions League zu gelangen. Christoph Leitgeb ist etwa seit 2007 mit dabei, Andreas Ulmer und Christian Schwegler seit 2009. Es gibt kaum einen Spieler im Kader, der nicht einmal international gespielt hat. Und wer wie Marc Rzatkowski die zweite deutsche Bundesliga gewohnt ist, dem sollte auch die CL-Qualifikation keine Hemmungen bescheren. Hinzu kommt, dass Salzburg diesen Sommer nicht nur Talente geholt hat, sondern Spieler, die schon etwas bewiesen haben. Allen voran Munas Dabbur, auf dem neben Jonatan Soriano die Hoffnungen im Sturm ruhen. Martin Hinteregger zeigt sich geläutert und kommt mit der Erfahrung eines halben Jahres in der deutschen Bundesliga sowie einer EM-Endrunde zurück. Wer die „Dampflok“ Cristiano Ronaldo live erlebt hat, den erschüttert so schnell nichts mehr. Hinteregger wird allerdings vorerst mit der Bank vorlieb nehmen, denn Paulo Miranda und Duje Caleta-Car haben sich in der vergangenen Saison als stabiles Duo gefunden und auch den Großteil der Vorbereitung mitgemacht. Hinteregger ist erst vor einer Woche wieder dazu gestoßen. Je nach Form der beiden könnte der ÖFB-Teamspieler aber schnell reinrutschen. Nicht die schlechteste Alternative – und auch die Bank kann ein Faktor sein.

Vielleicht war genau dieses Frühjahr Vorlaufzeit für Oscar Garcia und Red Bull Salzburg Gold wert.

  • Überhaupt sieht es derzeit mit dem körperlichen Zustand gut aus. Vor einem Jahr hatte Peter Zeidler das (Verletzungs-)Pech, in Malmö mit Dimitri Oberlin und Felipe Pires anstatt von Jonatan Soriano und Omer Damari antreten zu müssen. David Atanga stand damals ebenfalls in der Startelf. Auch wenn die Vorbereitungszeit eine kurze war, die fünf Neuzugänge (Dabbur, Rzatkowski, Gulbrandsen, Wanderson, Stangl) sicher noch Zeit brauchen, kennt der Rest die Garcia-Philosophie mittlerweile. Vielleicht war genau dieses Frühjahr Vorlaufzeit Gold wert. Bei fünf der bisherigen acht Versuchen kam der Trainer erst im Sommer nach Salzburg und musste sofort funktionieren. Trapattoni war im zweiten Anlauf am knappsten dran, Stevens zumindest im Playoff und Schmidt scheiterte im Zweig der Nicht-Meister „nur“ wegen einer unglaublichen Ineffizienz an Fenerbahce. Der beste Salzburger ist mit Naby Keita zwar weg, doch sollten die am Papier starken Neuzugänge (vor allem Rzatkowski und Dabbur) schnell Fuß fassen und sich mit Fortlauf der Quali steigern – Liepaja kann als eines der am schwächsten ungesetzten Teams trotz Matchfitness einfach keine Hürde sein – könnte es dieses Mal tatsächlich klappen. In einem möglichen Playoff könnten Gegner wie BATE Borisov, Legia Warschau, Dinamo Zagreb, Ludogorets oder FC Kopenhagen warten. Alles andere als angenehm, aber auch alles andere als unmachbar, wenn das Werk’l rennt. Hier kommen dann Faktoren wie Tagesform, Verletzungssituation, Heimrecht dazu. Die Chancen es dieses Jahr zu schaffen, stehen aber deutlich besser als vergangene Saison. So viel steht vor dem heutigen Anpfiff bereits fest.



Die Dreierkette über Salzburgs CL-Chancen:


LAOLA Meins

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