Platini erklärt nach CAS-Urteil seinen Rücktritt

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Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die Sperre des UEFA-Präsidenten Michel Platini auf vier Jahre reduziert. Der Franzose war ursprünglich für sechs Jahre gesperrt worden.

Platinis Anwälte haben nach dem CAS-Urteil angekündigt, dass der 60-Jährige beim nächsten UEFA-Kongress sein Amt als UEFA-Präsident zurücklegen wird.

Am 18. Mai soll eine Sondersitzung des Exekutivkomitees stattfinden, währscheinlich wird im September dann Platinis Nachfolger gewählt.

Die UEFA wird vorerst keinen Interimschef ernennen.

"Eine gravierende Ungerechtigkeit"

Für Platini war mit dem Spruch des CAS das Ende der Karriere als Fußball-Funktionär besiegelt. Er kündigte an, vor Schweizer Zivilgerichten gegen die Entscheidung, die Sperre gegen ihn im Kern zu bestätigen, vorgehen zu wollen. "Ich nehme die Entscheidung des CAS zur Kenntnis, halte sie aber für eine gravierende Ungerechtigkeit", hieß es in der Stellungnahme.

Mehrere Stunden hatten die CAS-Richter am 29. April getagt, um die brisante Causa zu verhandeln. "Ich habe die Wahrheit erklärt. Es gibt nichts, was ich mir vorwerfen müsste", hatte Platini nach der Anhörung gesagt. Das beteuert der Franzose seit dem 8. Oktober, damals wurden Verfahren der Ethikkommission gegen ihn und Blatter eingeleitet. 

Hintergrund ist eine dubiose Zahlung in Höhe von zwei Millionen Franken von Blatter an Platini im Jahr 2011. Wie der CAS nun meinte, sei die Sanktion "zu hart" ausgefallen. Blatters Fall soll zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Monat in Lausanne verhandelt werden.

Platini nicht bei EURO dabei

Laut des Funktionärs-Duos war die Zahlung verspätetes Gehalt für Platinis Dienste um die Jahrtausendwende. Verbucht wurde die Summe in den FIFA-Büchern aber nicht. Die durch die Ethikkommission des Weltverbands ausgesprochene Sperre von acht Jahren wurde durch die Berufungskammer auf sechs Jahre reduziert.

Für Platini hätte sich nur bei einer deutlicheren Reduktion der Sperre die Chance auf eine Rückkehr in den Chefsessel der UEFA ergeben. So verpasst er nun auch die kommende EURO in seiner Heimat Frankreich.

"Die UEFA ist am Ende. Ich bin sehr traurig und bedauere es, dass er nicht bei der EM dabei sein wird. Vier Jahre sind zu lang", sagte Noel Le Graet, Boss des französischen Verbands zu "RTL France".

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang»
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