Platini zieht Präsidenschafts-Kandidatur zurück

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Der für acht Jahre von allen mit dem Fußball im Zusammenhang stehenden Tätigkeiten suspendierte UEFA-Boss Michel Platini verzichtet auf seine Kandidatur für das FIFA-Präsidenschaftsamt.

In der "L'Equipe" erklärt Platini: "Ich kann nicht mehr. Ich habe weder die Zeit noch die Mittel, um mich um Wähler zu kümmern oder mich mit anderen zu messen."

Dies bedeute auch, dass er sich nun voll auf die Verteidigung gegen die gegen ihn vorliegenden Korruptionsvorwürfe konzentrieren wolle.

"Es ist eine Zeitfrage, aber nicht nur. Wie soll man sich auf eine Wahl konzentrieren, wenn man daran gehindert wird, eine Kampagne zu führen?", fügt der 60-Jährige hinzu.

Platini ist von der FIFA-Ethikkommission wegen einer undurchsichtigen Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken (1,84 Mio. Euro), die er vom früheren FIFA-Chef Sepp Blatter erhalten hat, gesperrt. Platini hat im FIFA-Korruptionsskandal stets seine Unschuld betont und auch gegen die Sperre Berufung eingelegt. Er werde weiterhin gerichtlich dagegen ankämpfen, versichert der frühere Weltklasse-Kicker der Nachrichtenagentur AP.

Der Blatter-Nachfolger wird bereits am 26. Februar in Zürich gewählt. Der Franzose hätte ohnehin nur antreten können, wenn der Internationale Sportgerichtshof (CAS) in Lausanne seine Sperre rechtzeitig aufgehoben hätte.

Infantino als verbliebener UEFA-Kandidat

Das Timing sei nicht der einzige Grund für seinen Rückzug. Platini erhofft sich dadurch auch die Chance, sich seiner Verteidigung gegen seiner Meinung nach unwahre Korruptionsvorwürfe zu widmen. Die von Blatter bewilligte Zwei-Millionen-Franken-Zahlung war im Jahr 2011 erfolgt. Es gibt dazu keinen schriftlichen Vertrag. Laut den beiden Funktionären sei sie für Beratertätigkeiten Platinis von 1998 bis 2002 erfolgt. Die FIFA-Kommission wertete die Zahlung als Verstoß gegen die Ethikregeln. 

Wegen der seit längerem absehbaren Verhinderung Platinis im Rennen um das höchste Amt im Weltfußball hat dessen enger Vertrauter, UEFA-Generalsekretär Gianni Infantino, bereits seit Ende Oktober eine Kandidatur vorbereitet. Die Unterstützung zahlreicher europäischer Verbände scheint dem Italo-Schweizer sicher. Auch ÖFB-Präsident Leo Windtner hat diese vor Weihnachten als "naheliegend" bezeichnet.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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