Förderprogramm Projekt12 wird verlängert

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Das 2009 vom Österreichischen Fußballbund gemeinsam mit der Bundesliga sowie dem Bundesministerium für Verteidigung und Sport gestartete Projekt12 wird mindestens bis 2018 verlängert.

1,4 Mio. Euro werden jährlich aufgewendet, um 25 männlichen und 10 weiblichen Nachwuchs-Kickern besondere Talentförderung zu bieten. "Der Output ist erkennbar", betont ÖFB-Boss Windtner am Montag, im Rahmen eines Pressetermins bei Geldgeber Raiffeisen.

Sportminister Doskozil spricht von einem "Erfolgsprojekt".

2009 folgte der Startschuss in das Programm, dem die Challenge08 voraus ging. Das Projekt12 zielt auf Individualförderung von Talenten zwischen 15 und 19 Jahren ab. Sportminister Hans Peter Doskozil äußerte am Montag die Hoffnung, dass das Förderprogramm auch für andere Sportarten beispielgebend wirkt.

"Österreich ist in Fußball-Europa angekommen"

Das von ÖFB-Sportdirektor Willi Ruttensteiner federführend erarbeitete Konzept bindet die Bereiche Sportmedizin und Sportpsychologie in die Trainingsausbildung mit ein. Aus der ersten Phase (bis 2012) dient David Alaba als Vorzeigeprofi, auch Aleksandar Dragovic gehörte dem Projekt an. "Poster-Boy" der zweiten Phase war Salzburgs Valentino Lazaro. Der in einem Monat 20-Jährige steht auch weiter im Förderkader, dem auch Real-Madrid-Legionär Philipp Lienhart angehört.

Der ÖFB darf dieser Tage zufrieden Bilanz ziehen. "Das Nationalteam überstrahlt alles, aber mindestens ebenso freut es mich, dass wir im Nachwuchs und bei den Frauen vorne mit dabei sind. Das kommt nicht von selbst", sagte Windtner. Mit Blick auf die EM-Teilnahme in diesem Sommer meinte der ÖFB-Präsident: "Österreich ist in Fußball-Europa angekommen, wir müssen schauen, dass wir diesen Status halten."

Deshalb sollen künftig auch Akzente in den Landesverbands-Ausbildungszentren (LAZ) gesetzt werden. "Wir wollen die 10- bis 14-Jährigen vermehrt in das Projekt hineinnehmen", verriet Ruttensteiner. Ein besonderes Anliegen sei dabei, auch den persönlichkeitsbildenden Bereich zu forcieren.

Leistungsdiagnostik wird wichtiger

Die Auswahl der Talente wird von den Auswahltrainern des ÖFB vorgenommen. Die betreffenden Akteure werden in einer Online-Datenbank registriert, in der Fortschritte genau dokumentiert werden. Ziele werden in der Datenbank festgelegt und täglich umgesetzt. Geförderte Individualtrainer in den Clubs bzw. Akademien sind Ansprechpartner. Miteinbezogen werden auch Fachleute aus den vier Bereichen Fußball, Trainingswissenschaft, Sportmedizin und Sportpsychologie.

So wird auch mit dem Institut für Medizinische und Sportwissenschaftliche Beratung (IMSB) in der Südstadt zusammengearbeitet. Hans Holdhaus sah die Leistungsdiagnostik auch beim runden Leder gewinnbringend. "Im Einzelsport war sie immer wesentlicher Bestandteil, im Fußball nicht. Hier wurde eine Richtung vorgegeben, auch für andere Mannschaftssportarten", meinte der IMSB-Direktor in einer Expertenrunde.

Der renommierte Psychologe Günter Amesberger sah eine Aufgabe der Sportpsychologie darin, "Spieler für die schwierige und mit vielen Fallen versehene Karriere vorzubereiten". Der ebenfalls an der Uni Salzburg lehrende Erich Müller, Leiter des Fachbereichs für Sport-und Bewegungswissenschaften, bezeichnete die Individualförderung als wesentlich, um den Vorsprung der großen Fußball-Nationen aufholen zu können. Als Vorbild habe diesbezüglich die Schweiz gedient, die diese Möglichkeit früh erkannt habe.

Lob von Rapid-Sportdirektor Müller

Lob für das ÖFB-Projekt gab es auch aus deutschem Munde. "Die Arbeit in Österreich muss sich nicht verstecken, ich denke sogar, dass man hier im Individualbereich besser aufgestellt ist", erklärte Rapids Sportdirektor Andreas Müller. Aus Sicht der Vereine gelte es natürlich, bei der Auswahl der Spieler genau hinzusehen. Zusätzlich zu den P12-Akteuren hat jeder Verein außerdem noch sogenannte Perspektivspieler in seinen Reihen. Pro Mannschaft sind dies drei bis vier.

Die Förderung allein bringt jedoch noch keinen Teamspieler zustande. Sie kann nur als Basis dienen. Mit jeweils fünf Spielern in den Jahrgängen von der U15 bis U19 sieht der ÖFB die Möglichkeiten abgedeckt. "Für uns steht schon im Vordergrund, Qualität vor Quantität zu stellen", sagte Ruttensteiner

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