Blatter und Platini für 8 Jahre gesperrt

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Die FIFA wird von einem weiteren Knalleffekt erschüttert.

Sepp Blatter und Michel Platini werden für acht Jahre gesperrt. Die Ethik-Kommission bestätigt damit ihr Urteil, das die beiden Funktionäre bereits vorläufig suspendiert hatte.

Grund für die Sperre ist eine dubiose Zahlung des Schweizers in Höhe von 1,8 Millionen Euro, die der bisherige UEFA-Präsident für eine angebliche Berater-Tätigkeit erhalten hatte.

Platini darf damit nicht bei der FIFA-Präsidentenwahl im Februar antreten.

Vom Vorwurf der Korruption wurden die beiden ehemaligen Weggefährdeten freigesprochen. Dafür stellte die Ethikkommission unter dem Vorsitz des deutschen Richters Hans-Joachim Eckert einen "Interessenskonflikt" fest. "Es gab keine rechtliche Basis für die Zahlung", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme.

Für Blatters Zahlung an Platini bestand kein schriftlicher Vertrag. Die 1,8 Millionen Euro erhielt der 60-jährige Franzose, der lange Zeit als "Ziehsohn" des langjährigen FIFA-Bosses galt, elf Jahre nach seiner Beratertätigkeit im Jahr 2011. Damals trat Blatter gegen den später gesperrten katarischen Funktionär Mohamed bin Hammam bei den FIFA-Präsidentschaftswahlen an.

Sowohl Platini als auch Blatter wollen gegen die Sperre Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof erheben. Der 79-jährige Schweizer kündigt bei einer eigens einberufenen Pressenkonfrenz an, auch bei einem zivilen Schweizer Gericht die Sperre anfechten zu wollen.

Wirrer Blatter-Auftritt

Dabei reagiert der Schweizer auch äußerst verbittert auf die Entscheidung der FIFA-Ethikkommission.

"Zu sagen, dies wäre ein guter Tag für die FIFA, ein guter Tag für den Fußball, wäre völlig falsch", meint der langjährige FIFA-Patron, der weiterhin darauf besteht, es hätte einen mündlichen Vertrag zwischen ihm und Platini bestanden. "Ich werde kämpfen, für mich, für die FIFA."

Der Schweizer fühlt sich betrogen. "Ich muss mich entschuldigen, dass ich immer noch ein Boxsack für alle bin", so ein etwas wirr sprechender Blatter.

Seine letzten Worte bei der Pressekonferenz: "I'll be back."

"I'll be back."

Sepp Blatter

Platini ortet "Maskerade"

Auch Platini verurteilt die Sperre scharf. Er spricht von einer "echten Maskerade". Einziges Ziel der FIFA-Ethikkommission sei es, seinen Namen zu "beschmutzen".

"Dieses Urteil ist nur ein pathetischer Vorwand für den Wunsch, mich aus der Welt des Fußballs zu eliminieren", so der ehemalige Weltfußballer.

Der Unterstützung des europäischen Verbandes darf sich Platini vorerst gewiss sein. "Die UEFA unterstützt Michel Platinis Recht auf ein ordentliches Verfahren und die Möglichkeit, seinen Namen reinzuwaschen", heißt es in einer Aussendung.

Für Europa geht nun Gianni Infantino in die FIFA-Wahl. Der UEFA-Generalsekretär gilt als Außenseiter, Favoriten auf den Posten ist für die Buchmacher nun der asiatische Verbandschef Scheich Salman bin Ibrahim al-Khalifa.

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