"Wir versuchen, junge Spieler zu überzeugen"

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Der SV Horn und die japanische Familie Honda sind ihren Zielen im österreichischen Klubfußball ein Stück näher gekommen.

Durch den Lizenz-Verzicht der Vienna stehen die Waldviertler als Fix-Aufsteiger in die Erste Liga fest, obwohl die Regionalliga Ost sportlich noch nicht entschieden ist.

"Wir haben nicht damit spekuliert, dass so etwas passieren könnte", meint Marc-Kevin Prisching, Geschäftsführer der Horner, im Gespräch mit LAOLA1.

Die Pläne für die Zukunft würden bereits voranschreiten.

"In den letzten Wochen haben wir mit beiden Ligen geplant. Jetzt ist das Ganze natürlich einfacher für uns", gibt Prisching zu. Aktuell liegt Horn zwei Punkte vor der Vienna - und das bei noch vier ausstehenden Spielen.

Auch ohne Lizenz-Entscheidung wäre es für die Döblinger schwierig geworden, den Aufstieg der Blau-Weißen zu verhindern. Vier Spiele in Folge hat Horn gewonnen, die letzte Niederlage datiert vom 11. März (0:1, gegen Oberwart): "Jeder ist fest entschlossen und wir sind sicher, dass wir den Meistertitel schaffen."

Honda-Zitat sorgt für Verwirrung

Dabei läuft das Frühjahr alles andere als friktionsfrei ab. Anfang April trennt sich der Klub aufgrund von Auffassungsunterschieden hinsichtlich der fernöstlichen Klub-Philosophie von Trainer Johann Kleer, wenige Tage später nimmt auch Sportdirektor Reinhard Vyhnalek den Hut. Als Trainer fungiert seit April Masanori Hamayoshi (44).

Wie sieht die Philosophie nun aus? "Wir wollen das Team so aufbauen, dass der Kern aus japanischen und österreichischen Talenten besteht und mit erfahrenen Spielern ergänzt wird", erklärt der Geschäftsführer.

Damit stellt er jenes Zitat von Obmann Youji Honda richtig, das zuletzt für Verwirrung gesorgt hatte. Honda hatte in einem ORF-Interview gemeint, dass er gerne nur japanische Spieler in der Kampfmannschaft hätte.

Jagd auf österreichische Talente

"Die Aussage ist falsch interpretiert worden. Es ist auf keinen Fall unsere Intention, dass wir irgendwann elf Japaner am Platz haben. Wir bleiben ein österreichischer Verein, auch wenn das Japanische dazugehört." Honda habe lediglich die Ansicht des japanischen Fußballfans zum Ausdruck gebracht.

"Es ist auf keinen Fall unsere Intention, dass wir irgendwann elf Japaner am Platz haben."

Für den Nachwuchs aus dem Land der aufgehenden Sonne dürfte die Familie Honda rund um Youji und Milan-Profi Keisuke sorgen. Wie man aber österreichische Talente in den 6.500 Einwohner zählenden Ort locken will, bleibt abzuwarten. "Wir wollen versuchen, junge Spieler von unserem Projekt zu überzeugen", so die Herangehensweise.

Jung, österreichisch und japanisch, aber auch erfolgreich - geht sich das aus? In den nächsten fünf Jahren soll man immerhin nicht nur in der Bundesliga spielen, auch vom Erreichen Champions League sprach Keisuke Honda offen.

Der Weg zum Bundesliga-Level

"Das ist die Zielsetzung, die vorgegeben wurde, als das Projekt präsentiert wurde. Es klingt natürlich absurd, aber wir haben einen Riesenschritt in die richtige Richtung gemacht", sieht sich Prisching bestätigt.

Geschäftsführer Marc-Kevin Prisching
Foto: © GEPA

Um nicht nur junge Spieler, sondern auch die Öffentlichkeit weiter vom Weg des SV Horn zu überzeugen, seien aber noch weitere Schritte nötig: "Die Stimmung in der Region ist eine postive, aber es ist unsere Aufgabe, das wir unsere Vorhaben weiter nach außen tragen, uns vermarkten und Überzeugungsarbeit leisten."

Derzeit sei man auf einem guten Weg, den Verein nicht nur sportlich auf professionellere Beine zu stellen. In Anbetracht des noch unklaren Liga-Formats ab der Saison 2017/18 sind die Vorstellungen eindeutig:

"Es geht darum, dass wir in der Ersten Liga nicht nur sportlich, sondern auch infrastrukturell und organisatorisch alles auf das Level der Bundesliga bekommen, damit wir dann in die Auswahl hineinrutschen, welche Liga auch immer es wird."

 

Andreas Terler


Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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