"Ohne diese Jungs wäre ich nirgends"

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Wenn es um Endrunden geht, ist Andreas Heraf mittlerweile ein alter Hase.

Der U17-Teamchef ist als Nachwuchs-Trainer des ÖFB bereits zum fünften Mal bei einem großen Turnier. Diesmal steht die EM in Aserbaidschan an.

„Es gibt nicht viele, die sich in so kurzer Zeit so oft qualifiziert haben. Im selben Atemzug muss ich aber sagen, dass ich ohne mein Betreuerteam und ohne meine Spieler nichts bin – ohne diese Jungs wäre ich bei keiner einzigen Endrunde gewesen“, gibt sich der 48-Jährige bescheiden.


„Da zähle ich auch Hermann Stadler, der nichts mit dieser Mannschaft zu tun hat, dazu. Er hat die Jahrgangs-Jüngeren und ich profitiere immer wieder von seiner Arbeit. Er ist so kollegial, dass er mir ohne große Probleme Spieler zur Verfügung stellt. Ohne seine Spieler hätte ich keine einzige Quali geschafft“, so der Wiener weiter.

Diesmal ist es Sturm-Talent Romano Schmid, den er sich von seinem Trainer-Kollegen „ausgeborgt“ hat. Der 16-Jährige war es auch, der die ÖFB-U17 in der Quali-Eliterunde mit seinem 2:1 gegen Frankreich in der Nachspielzeit nach Aserbaidschan geschossen hat.

Die Einschätzung der Gegner

Zum Auftakt (Do., 12 Uhr) trifft die Heraf-Elf auf Bosnien-Herzegowina, danach geht es gegen die Ukraine (So., 12 Uhr) und Deutschland (Mi., 17:15 Uhr).

„Bosnien-Herzegowina und die Ukraine sind sehr unangenehm zu spielen. Sie sind sehr groß und robust – meine Mannschaft hat mit Abstand die kleinsten und schmächtigsten Spieler. Aber Gott sei Dank geht es im Fußball auch um andere Dinge“, sagt Heraf.

Seine Einschätzung zu den ersten beiden Gegnern: „Bosnien ist zum ersten Mal bei einer Endrunde, ist, was man so hört, sehr dankbar, dabei sein zu dürfen und geht sehr demütig an diese Aufgabe heran. Sie werden versuchen, sich mit allem, was sie haben, dagegenzustemmen.“

„Die Ukraine will einmal ein Turnier gewinnen. Das ist eine sehr kompakte Mannschaft, die sehr tief steht und nur auf Konter spielt. Vorne haben sie sehr schnelle und technisch gute Spieler. Es wird schwierig, sie eine ganze Partie lang zu bespielen und gleichzeitig hinten abgesichert zu sein.“

Über Deutschland sagt er: „Sie starten als absoluter Turnierfavorit. Das ist eine unglaublich gute Mannschaft mit einer unglaublichen Breite im Kader. Florian Krüger hat im Schalke-Nachwuchs 34 Tore in 24 Spielen geschossen und ist nur auf Abruf – das zeigt die Qualität, die da dahinter steckt. Gegen sie zu spielen, wird eine Riesenherausforderung.“

"Wir sind sehr lästig"

Was die Einschätzung der Chancen angeht, gibt sich der Trainer zurückhaltend: „Wir rechnen uns gar nichts aus. Ich weiß, dass es meistens anders kommt, als man denkt. Die Luft bei solchen Turnieren ist verdammt dünn. Es muss viel zusammenpassen, um das erste Ziel, das Überstehen der Gruppenphase, zu erreichen.“

Wie wird die ÖFB-U17 auftreten? „Wir sind im Pressing sehr gut, sind sehr lästig – sowohl beim Spielaufbau des Gegners, als auch im Gegenpressing nach Ballverlust. In weiterer Folge kommen wir durch diese vielen Balleroberungen zu vielen Torchancen, wo wir eine ganz gute Quote haben. Wir sind mit Sicherheit keine Mannschaft, die jemanden in Grund und Boden spielen kann. Wir leben vom Kollektiv, arbeiten gemeinsam nach vorne und hinten“, so Heraf, der den „unglaublichen“ Teamgeist herausstreicht.

Die Abwesenden

Vor allem in der Offensive ist die Truppe ausgezeichnet besetzt. Dabei fehlen zwei Spieler, die das Zeug dazu haben, zum Stamm der Mannschaft zu gehören. Admiras Florian Fischerauer laboriert noch an den Nachwirkungen eines Kreuzbandrisses. „Einer der besten Spieler dieses Jahrgangs“, findet Heraf.

Ebenfalls nicht fit ist Freiburg-Legionär Anthony Schmid, der Bruder von Hoffenheims Jonathan Schmid. Über den Angreifer sagt der Coach: „Von ihm erwarten wir uns einiges. Er passt gut ins Kollektiv und ist im Spiel gegen den Ball sehr giftig.“

Nicht ganz so gut aufgestellt ist die Defensive: „Da haben wir ein bisschen Probleme, da gibt es nicht allzu viele Spieler, die auf EM-Niveau agieren können. Wenn uns da der eine oder andere ausfallen sollte, tu‘ ich mir schwer, jemanden nachzubesetzen.“

Harald Prantl

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»
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